Full text : Leitfaden für das Preußische Jäger- und Förster-Examen.

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durch  Faschinenflechtwerk  festlegen;  sollte  das  übergetretene  Wasser  keinen
Abfluß  haben  und  somit  Veranlassung  zu  Versumpfung  geben,  so  ist
schleunigst  auf  dem  kürzesten  Wege  durch  einen  Abzugsgraben  für  den
Rückfluß,  dessen  Einmündung  in  den  überschwemmenden  Fluß  oder
Bach  durch  eine  Schleuse  zu  verschließen  ist,  zu  sorgen.  Auf  eine  ge—
wisse  Befestigung  und  Pflege  der  Ufer  ist  sehr  zu  achten,  namentlich
an  starken  Krümmungen  sind  Schlemmbäume  und  Faschinen  zu  legen
und  etwaige  Uferunterwaschungen  sind  rechtzeitig  abzustoßen,  um  Un—
glück  zu  verhüten.  In  anderer  Weise  wird  das  Wasser  durch  plötzliche
oder  anhaltende  Regengüsse  oder  Wolkenbrüche  namentlich  in  Saat—
kämpen  auf  geneigten  Flächen  durch  Abschwemmungen  schädlich.  —
Gegen  diese  Gefahr  schützt  man  sich  in  den  Kämpen  durch  einen  Fanggraben
  auf  der  Bergseite  und  einen  resp.  zwei  Diagonalgräben  quer
durch  den  Kamp.  An  steilen  Hängen  muß  der  Fanggraben  noch  zwei
Ableitungsgräben  an  beiden  Seiten  des  Kampes  haben.  Alle  derartigen
Gräben  müssen  selbstverständlich  vor  der  Bepflanzung  oder  Aussaat  gezogen
  werden.

§  201.
7.  Gefahr  durch  Rässe  und  Versumpfung.

Nässe  entsteht  durch  Undurchlässigkeit  des  Bodens  bei  mangelhaftem
  Wasserabfluß;  besonders  sind  zu  Nässe  geneigt  Thon,  Lette  und
strenger  Lehmboden,  alle  sog.  schweren  Bodenarten.

Versumpfungen  bilden  sich  überall  da,  wo  eine  ebene  oder
muldenförmig  vertiefte  Lage  und  ein  undurchlassender  Untergrund  das
Ansammeln  und  Aufstauen  einer  größeren  Wassermenge  veranlaßt,
welches  ober=  oder  unterirdisch  zuströmen  kann.  —  Um  die  Nachtheile,
die  durch  beide  Arten  von  Bodenzuständen  für  den  Waldbau  entstehen,
zu  entfernen,  muß  das  überflüssige  Wasser  in  Gräben  abgezogen  werden.
Bei  nur  feuchtem  Boden  genügen  oft  einige  wenige  Gräben,  die  quer
durch  die  Fläche  in  der  Richtung  des  größten  Gefälles  gezogen  werden,
um  den  richtigen  Bodenfeuchtigkeitszustand  herzustellen.  Man  hüte  sich
jedoch,  gleich  zu  viele  und  zu  tiefe  Gräben  anzulegen,  weil  sonst  das
Gegentheil,  ein  zu  trockner  Boden,  der  schließlich  kulturunfähig  wird,
entsteht.  Alle  Entwässerungen  sind  deshalb  nur  auf  das  erforderliche
Maaß  zu  beschränken.

Schwieriger  ist  die  Entwässerung  von  größeren  sumpfigen  Stellen,