Abriß der Ortsgeschichte. 1061
Fünftes Kapitel.
Bezirksamt Günzburg mit den Landgerichten Glnzburg und Burgan.
Die Bestandtheile, aus welchen dieser Amtsbezirk zusammengesetzt ist,
sind: die Burgauisch-Insassischen Besitzungen der ehemaligen Probstei Wettenhausen
mit Wettenhausen, Beuren, Denzingen, Deubach,
Ebersbach, Goldbach, Großanhausen, Kleinanhausen, zur Hälfte
Kleinkötz und Schönenberg, die ehemals Hochstift-Augsburgischen Orte
Glöttweng und Konzenberg, das theils zum Domkapitel Augsburg,
theils zur Probstei Wettenhausen gehörige Amt Ettenbeueren, die Stadt
Burgau, das ehedem äösterreichische Pflegamt Röfingen, das Vogteiamt
Hochwang, der vormals zur St. Antonspfründe in Augsburg gehörige Ort
Roshaupten und das früher dem St. Katharinakloster zu Augsburg zugehörige
Pfarrdorf Mindelaltheim, ferner die vormaligen Ritterherrschaften
Jettingen, Burtenbach, Unterknöringen, Haldenwang und
Waldkirch und das zur Deutschordensritterschaft Waldstetten gehörige
Dorf Rohr; dann die österreichischen Kameralorte Bubesheim und Kleinküssendorf,
das Kameralpflegamt Großkötz, die ehemals österreichische
Grundherrschaft Günzburg mit der Stadt Günzburg, das vormals
österreichische Lehen Großküssendorf, Kleinkötz zur Hälfte, als ehedem
bischöflich augsburgisches Lehen, der zum Deutschorden gehörige Markt Waldstetten,
die Burgauisch-Insassischen ehemaligen Ritterherrschaften Autenried
mit Anhofen und Ochsenbrunn; Bühl, Ichenhausen, Reisensburg,
Harthausen mit Remshard und Röttenbach; Landstrost
mit Offingen, Riedhausen im Moos und endlich das vordem zu
Ulm gehörige Städtchen Leipheim.
Günzburg (Guntia), Stadt und Hauptort des gleichnamigen Bezirksamtes,
war eine römische Hauptstation mit einem Uebergange über die Donau
(transitus guntiensis) vermittelst einer mit Brückenköpfen befestigt gewesenen
Donaubrücke. Die vielen Römermale") hier und in der Umgegend, wie auch
die römischen Münzenfunde?) und alten Mauerwerke weisen sprechend auf
längeren Aufenthalt der Römer hin und lassen in Günzburg eine Hauptniederlassung
derselben erkennen. Der Ort Günzburg?) war sicherlich Eigenthum
des Bisthums Augsburg und in älterer Zeit weniger bedeutend als
die nahe gelegene Riesenburg (Risinisburch), jetzt Reisensburg, und die zwischen
den Günzarmen erbaute Wasserburg. ) Im Jahr 1274 kam Günzburg durch
den Bischof Hartmann von Augsburg pfandweise") an den Markgrafen Hein-
1) Raisers Guntia S. 8.
2) Raisers Beitr. f. K. u. A. J. 1831 S. 1—3 und Guntia S. 10—13.
3) Raisers Guntia S. 37.
4) Raisers Guntia S. 37, Note 49.
*) Raisers Guntia S. 39 Note 53 und hist. Jahresb. f. Schwaben 1857. S. 66.