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Deutsche Brot oder kochte Brei; aus der Gerste wurde vorzugsweise Bier
gebraut. Erst im 6. Jahrhundert n. Chr. brachten slavische Völker den Roggen
und seinen Anbau nach Deutschland und von den Franken lernten die
im nördlichen Deutschland lebenden Sachsen erst im 8. Jahrhundert den Weizen
und seinen Anbau kennen. Damals war also der Boden schon so weit entwässert
und der Wald so weit gelichtet, daß Wintersaaten selbst im nördlichen
Deutschland ausdauern konnten.
Es mußte beim Beginn des Ackerbaues schon bemerkt worden sein,
daß an Stellen, wo der tierische Unrat liegen geblieben war, die Pflanzen
besonders üppig und kräftig wuchsen, und es gehörte wenig Nachdenken
dazu, die tierischen Absonderungen zu sammeln und zur Düngung zu benutzen.
Die alten Griechen düngten schon zur Zeit der Eroberung Trojas
(1184 v. Chr.) ihre Acker; die Deutschen scheinen diese Kunst auch gekannt,
aber micht sorgfältig geübt zu haben. Das hatte wohl seinen Grund in den
mangelhaften, schwerfälligen Fuhrwerken und in den schlechten Wegen,
wodurch die Verbringung des Düngers auf die Acker sehr erschwert wurde.
Als im Mittelalter die Leibeigenschaft in Deutschland sich immer
mehr ausbreitete, erlosch die Lust des gemeinen Mannes für Erwerbung
eines großen Eigentums. Unter der beständigen Willkürherrschaft und dem
Drucke der Steuern, in dem unsichern Besitze seines erworbenen Eigentums,
hatte er nicht Lust und Zeit, auf eine bessere Bearbeitung des ihm jeweilig
verliehenen Bodens zu denken. Er bebaute den Acker notdürftig und schlecht
in altherkömmlicher Weise und hatte davon nur einen kargen, für die nötigsten
Lebensbedürfnisse kaum ausreichenden Ertrag. Aber auch die Güter der
freien Herren gaben keine reichlicheren Ernten, da sie ebenfalls nur notdürftig
und schlecht unter beständigem Zwang von Leibeigenen bearbeitet wurden.
Nur die Klöster ließen ihre Ländereien sorgfältiger bebauen, besser düngen
und neue Bearbeitungsweisen einführen; so gaben denn die Klosterländekeien
auch bald einen vermehrten Ertrag. Allmählich ging die verbesserte
Bewirtschaftung der Klostergüter auf die Güter der weltlichen Herrschaften
über; auf die Dörfer zu den Bauern konnte sie nicht eher kommen, als bis
die Leibeigenschaft und die täglichen Frondienste aufgehoben waren, was
erst in späteren Zeiten eintrat. Auch die landwirtschaftlichen Geräte erhielten
durch Vermittelung der Klöster bedeutende Verbesserungen. Der
deutsche Pflug erhielt Räder und ein Sech, welches die Furche erst einschneidet,
ehe die Pflugschar sie umwirft.
Seit uralten Zeiten war in Deutschland bei jedem bäuerlichen Anwesen
nur ein kleines Stück Land in der Nähe der Wohnung dem Gute zu
eigen; das übrige Land gehörte der Dorfschaft gemeinschaftlich und wurde
von allen Bauern gemeinschaftlich bearbeitet, bestellt und abgeerntet.
Alles Land der Gemeinschaft zerfiel in vier große Felder oder Fluren,
wovon ein Feld in der Brache lag, ein anderes mit Wintersaat, ein drittes
mit Sommersaat bestellt wurde. Unter diesen drei Feldern fand ein Wechsel
der Wirtschaft statt, darum „Dreifelderwirtschaft" genannt; eine vierte,
zum Graswuchs besonders geeignete Gemeindeflur lag aber beständig
in der Weide. Bei dieser Gemeindewirtschaft war an keine Verbesse-