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Kaisers Rudolfs II. Regierung (1576—1612) wieder besonders heftig geworden
waren, unvermeidlich zum Kriege führen mußten. Deshalb bildete
er eine stets schlagfertige Kerntruppe aus seinen Landeskindern, sorgte für
Waffenvorräte, befestigte München und andere Orte und verstärkte die
Werke in Ingolstadt. Seine Feldherrn Alexander von Haslang und der
äußerst kriegskundige Niederländer Tilly standen ihm hierbei treu zur Seite.
Daneben aber war der Herzog auf allen Gebieten zur Beförderung des
Volkswohles in einer geradezu staunenswerten Weise tätig. Die Armen
erfreuten sich seiner Fürsorge; das Schulwesen suchte er zu heben; ebenso
begünstigte er die Wissenschaften, namentlich das Studium der vaterländischen
Geschichte, und die Kunst fand in ihm einen stets opferwilligen Freund.
Meximilians streng rechtlicher Sinn verlangte nach besseren Rechtszuständen,
weshalb er das Bayerische Landrecht ausarbeiten ließ.
Das dicht bevölkerte, lebhafte und seiner gesunden Luft halber gepriesene
München galt schon bei Maximilians Regierungsantritt als die
schönste Stadt Deutschlands. Er fügte den schon vorhandenen Prachtbauten
die jetzige alte Residenz hinzu, ein nach den Entwürfen des Niederländers
Peter de Witte (Candidus) aufgeführtes Gebäude. Von seiner
erloschenen äußeren Pracht geben heute nur noch der eine wieder hergestellte
Hof und die großartigen Portale und Erzbildwerke Zeugnis. An ihn
schloß sich würdig der Hofgarten, welcher in größerem Maßstabe dieselbe
meisterhafte Verbindung von Baukunst, Bildnerei, Malerei und Gartenkunst
zeigte wie noch gegenwärtig der lauschige Grottenhof der Residenz.
In dieser bereitete Maximilian den von seinen Vorgängern begonnenen
Kunstsammlungen prächtige Stätten und vervollständigte dieselben, von
gründlichem Wissen und feinem Geschmack geleitet, durch eigene Ankäufe.
Die Tuchweberei erfuhr durch die Berufung niederländischer Meister
und Abordnung einheimischer Knaben an die berühmten Tuchfabriken in
den Niederlanden eine wesentliche Hebung.
Bedeutende Künstler zog Maximilian an seinen Hof, begabte junge
Leute ließ er im Auslande auf seine Kosten ausbilden. Kunstgewerbe
aller Art suchte er in München heimisch zu machen und zu heben. Von
hier gingen kunstvoll verzierte Waffen und Harnische nach Italien, Frankreich
und Spanien; von hier erbat man sich aus Madrid Lehrmeister für die
Anfertigung marmorgleichen Stucks. Wie sehr Maximilian darauf bedacht
war alles mit künstlerischem Schmucke zu verschönen, zeigen die prachtvollen.
Geschütze, welche jetzt vor dem Münchener Heeresmuseum aufgestellt sind.
Aber nicht nur an Werken des Friedens sondern auch an Taten des
Krieges war seine Regierung leider sehr reich. Das erste Mal ergriff Maximilian
die Waffen, als in der Reichsstadt Donauwörth eine katholische
Prozession gestört und sein Gesandter von der protestantischen Mehrheit der
Stadt verhöhnt worden war. Er besetzte 1607 das geächtete Donauwörth mit
der Zustimmung Kaiser Rudolfs II. und machte es zur bayerischen Landstadt.
Nachdem die katholischen Fürsten sich 1609 in der Liga vereinigt hatten,
wurde Maximilian zum militärischen Haupt derselben erwählt; sein Vetter,
Kurfürst Friedrich IV. von der Pfalz, stand an der Spitze der protestan-