Volltext : Diplomatische Aktenstücke.

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Versicherung,  Italien  werde  Oesterreich  gegenüber  seinen  Pflichten
  als  Verbündeter  nachkommen,  ausdrücken  lassen.  «  In  keiner
  Weise  »,  antwortete  mir  der  Minister,  «  wir  sind  nicht  befiagt
  worden,  man  hat  uns  nichts  gesagt;  wir  haben  daher
keinen  Grund  gehabt,  in  Wien  eine  derartige  Mitteilung  zu
wachen.  >»

Nach  der  Ansicht  des  Marquis  di  San  Giuliano  hätte  Serbien
  klüger  getan,  die  Note  in  ihrer  Gesamtheit  anzunehmen;
hält  er  dafür,  dass  dies  noch  heute  das  einzig  Mögliche  wäre,
da  er  überzeugt  ist,  dass  Oesterreich  keine  seiner  Forderungen
zurückziehen  und  alle  aufrecht  erhalten  werde,  selbst  auf  die
Gefahr  hin,  einen  Weltbrand  herbeizuführen;  er  zweifelt  daran,
dass  Deutschland  geneigt  sein  werde,  sich  zu  einem  Schritte  bei
seinem  Verbündeten  herzugeben.  Er  stellt  indessen  fest,  dass
Deutschland  zur  Zeit  stark  mit  seinen  Beziehungen  zu  London
rechnet,  und  glaubt,  wenn  eine  Macht  Berlin  zu  einer  friedlichen
Aktion  bestimmen  könne,  so  sei  es  England.

Was  Italien  betrifft,  so  wird  es  auch  weiterhin  alle  seine
Bemühungen  zu  gunsten  des  Friedens  aufwenden.  Zu  diesem
Zwecke  hat  er  ohne  Zögern  den  Vorschlag  Sir  Ed.  Greys  angenommen,
  in  London  die  Botschafter  der  im  österreichischserbischen
  Konflikte  nicht  unmittelbar  beteiligten  Mächte  zu

emer  Konferenz  zu  vereinigen.
Barrere.

Nr.  73.

Herr  Jules  Cambon,  französischer  Botschafter  in  Berlin,
an  Herrn  Bienvenu-Martin,  stellvertretenden  Minister  des
Aeussern.
Berlin,  den  27.  Juli  1914.

Der  englische  Botschafter,  der  heute  zurückkehrte,  hat  den
Staatssekretär  gesehen  und  mit  ihm  den  Vorschlag  Sir  Ed.  Greys
besprochen.  Herr  von  Jagow  antwortete  ihm,  indem  er  seine
Friedenswünsche  immerfort  äusserte,  aber  hinbeifügte,  er  könne
lem,  was  einer  Mächtekonferenz  gleichsehe,  nicht  beistimmen:
das  hiesse  eine  Art  Schiedsgerichtshof  aufstellen,  was  nur  dann
annehmbar  wäre,  wenn  er  von  Wien  und  Petersburg  verlangt