Full text : Was hat Preußen für Deutschland geleistet?

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auch  nicht  entfernt  in  Bezug  auf  das  gegenwärtige  Christenthum
mit  dem  verglichen  werden  kann,  was  das  junge  Christenthum
zur  Zeit  Julians  gegenüber  dem  Heidenthum  war.  Welcher
vernünftige  Mensch  kann  glauben,  daß  solche  Erzeugnisse  eines
kranken  Zeitgeistes  je  im  Stande  seyn  werden  die  Weltstellung
des  Christenthums  zu  verrücken?  Ueberdieß  thut  man  dem  König
zu  viel  Ehre  an,  wenn  man  seine  beengte  Stellung  mit  der
weit  freieren  des  römischen  Kaisers  vergleicht,  denn  Julian
herrschte  über  das  ganze  christliche  Gebiet,  der  König  von  Preußen
beherrscht  nur  einen  kleinen  Theil  desselben,  und  was  er  auch
darin  vom  Christenthum  retten  oder  nicht  retten  mag,  es  betrifft
nicht  das  Ganze  der  christlichen  Welt,  die  Schicksale  der  römischen
und  griechischen,  ja  auch  der  reformirten  Kirche  in  Skandinavien,
England  und  Amerika  bleiben  davon  unberührt.  Die  Ver—
gleichungen  nun,  durch  welche  der  politische  Charakter  des  Königs
in  ein  gehässiges  Licht  gestellt  werden  sollte,  sind  eben  so  unpassend
  als  böswillig.

Indeß  schaden  solche  Vergleichungen,  die  von  der  radicalen
Opposition  ausgehen,  der  Majestät  vielweniger  als  eine  ungeschickte
  Vertretung  der  Staatsinteressen.  Was  die  öffentliche
Vertretung  anlangt,  so  haben  wir  einen  räsonnirenden  Landtagsabschied
  von  der  Preußischen  Allg.  Ztg.  erhalten,  in  welchem
die  Regierung  glücklich  gepriesen  wurde,  alles  Terrain  behauptet
zu  haben,  das  sie  dem  liberalen  Angriff  ausgesetzt  hatte;  wogegen
der  Rheinische  Beobachter  gleichzeitig  dieselbe  Regierung  bejammerte,
  und  meinte,  sie  stehe  am  Rande  des  Untergangs.  Jammernde
  Freunde  sind  schlimmer  als  gar  keine.  Aber  auch  die,
welche  ihre  loyale  Anerkennung  des  Vergangenen  aussprechen,
sollten  nicht  verfehlen  zur  Beruhigung  über  die  Zukunft  tiefer
in's  System  der  Regierung  einzugehen,  und  das  Wohlwollen,
welches  darin  liegt,  geltend  zu  machen.  Die  Freunde  der
preußischen  Regierung  haben  sich  in  dieser  Beziehung  von  einem