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einer größern Anzahl von Kindern entnommen wurden, die Anwesenheit des obengenannten
Pilzes nach. Bei zweckmäßiger Behandlung heilte das an und für sich harmlose
Hautleiden in 8 bis 14 Tagen ab. Die Uebertragung hatte in 16 Oberämtern
auf 38 Erst= und 230 Wiederimpflinge, sowie auf 1 Erwachsenen, welcher sich freiwillig
zur Revaccination gestellt hatte, stattgefunden und zwar zweifellos unmittelbar
durch den Impfstoff; denn in der Probe, welche noch vorhanden war und zur Untersuchung
gelangte, zeigten sich die spezifischen Pilze. Der Impfstoff entstammte
6 Kälbern, deren Infektion auf einen für die Unterbringung der Impfthiere einstweilen
benutzten Privatstall zurückzuführen war. Bei der Untersuchung vor der Lympheentnahme
waren krankhafte Veränderungen der Haut oder der Pusteln bei den Thieren
nicht wahrnehmbar gewesen.
Besondere Vorkommnisse. Bei. der Erwähnung sonstiger Vorkommnisse wird
mehrmals des Impferfolges bei Kindern, welche die wirklichen Blattern überstanden
hatten, gedacht: So wurden im Kreise Strelno 3 Kinder, welche 6 Jahre zuvor von
den natürlichen Pocken in starkem Grade befallen gewesen waren, mit gutem Erfolge
wiedergeimpft. Bei einem 13jährigen, aus Böhmen stammenden Schulknaben, welcher
in seinem ersten Lebensjahre mit Erfolg geimpft worden war und im Alter von
6 Jahren in seiner Heimath die Pocken durchgemacht hatte, wovon sein blatternarbiges
Gesicht Zeugniß ablegte, traten gleichwohl 2 gut entwickelte Impfpusteln auf.
(Reuß ä. L.).
In Schwarzburg-Rudolstadt wurde eine Hornhautentzündung bei einem Erstimpfling
beobachtet, welche durch Uebertragung des Impfstoffes verursacht zu sein schien.
In den Berichten sind zum Schlusse endlich diejenigen Todesfälle erwähnt, welche
in den ersten Wochen nach der Impfung sich ereignet haben, und zwar unter Angabe
der Todesursachen, um das Vorurtheil derjenigen abzuweisen, welche einen Zusammenhang
solcher Fälle mit der Impfung anzunehmen geneigt sind. Wenn man bedenkt,
daß allein im Königreich Preußen im Berichtsjahre durchschnittlich täglich 153 Kinder
des 2. Lebensjahres starben, so müßten nach dem Gesetze der Wahrscheinlichkeit in den
ersten 14 Tagen nach der Impfung allein in Preußen 2142 Kinder gestorben sein,
wobei noch nicht einmal mit der Thatsache gerechnet ist, daß die Sterblichkeit jenes
Lebensalters während der Sommermonate, in welche die Impfzeit fällt, höher als im
Jahresdurchschnitte ist.
Als Todesursachen sind in den betreffenden Fällen Bronchialkatarrh, Lungenentzündung,
Brechdurchfall, Hirnhautentzündung, Leukämie, skrophulöse Hautabscesse,
Krämpfe, Diphtherie, Masern u. s. w. festgestellt. Es handelte sich somit um Ereignisse,
welche nur zufällig in der Zeit nach der Impfung aufstraten, mit ihr selbst aber
in keinem ursächlichen Zusammenhang standen.