Full text : Die Militär-Vorlage im Deutschen Reichstage.

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Aber  vor  allen  Dingen  geht  daraus  hervor,  daß  die  arbeitende  Klasse,
von  der,  wie  ich  mich  erkundigt  habe,  die  Haupteinlagen  im  Ganzen  her—
rühren,  sich  seit  der  Einführung  der  Schutzzölle,  seit  1879,  in  einer  ununterbrochen
  fortschreitenden  Sparkassenwohlhabenheit  befindet.  Ich  kann  in  die
Häuser  nicht  hineinsehen;  aber  ich  kann  mir  nicht  denken,  daß  die  Arbeiter
irgend  etwas  Unentbehrliches  entbehrt  haben  werden,  um  diese  Gelder  in  die
Sparkassen  zu  tragen.  Ich  berufe  mich  da  auf  das,  was  aus  den  amtlichen
Listen  ersichtlich  ist.

Der  Herr  Vorredner  hat  ferner  jeden  Zusammenhang  von  Reichstagsmitgliedern
  mit  den  Zeitungen,  die  ich  zitirt  habe,  ganz  bestimmt  zurückgewiesen.
  Er  hat  damit  vielleicht  einzelne  hervorragende  Persönlichkeiten  im
Auge  gehabt,  also  z.  B.  seinen  ihm  nächststehenden  Geschäftsfreund,  den  Abgeordneten
  Richter.  Der  hat  ja  wohl  gewiß  keine  Beziehungen  zur  öffentlichen
  Presse,  obwohl  ich  nicht  weiß,  ob  er  nicht  im  Kalender  als  dieser
Richtung  der  Thätigkeit  angehörig  angegeben  ist.  Er  hat  damit  jedenfalls
zugegeben,  daß  das,  was  die  „Germania“  schreibt,  ohne  jedes  Fundament
irgend  einer  höher  stehenden  Autorität  ist,  daß  das  nur  die  bedauerliche  Tagesleistung
  der  Redaktion  ist,  daß  sie  also  gar  keinen  Kredit  dafür  hat,  daß  nicht
eine  auch  nur  so  weit  in  der  Politik  eingeweihte  Autorität  hinter  ihr  besteht,
als  es  ein  Abgeordneter  sein  muß.  Ich  weiß  nicht,  ob  es  der  „Germania"“
ganz  lieb  sein  wird,  daß  fie  ganz  auf  eigenen  Füßen  steht  und  vom  Abgeordneten
  Windthorst  zurückgewiesen  wird  in  ihr  Nichts  durchbohrendes
Gefühl.  (Heiterkeit.)

Der  Herr  Abgeordnete  hat  außerdem  gesagt,  daß  es  mit  mir  ganz  anders
sei:  ich  stände  —  ich  weiß  nicht,  mit  wie  vielen  Zeitungen  in  einer  solchen
Verbindung,  daß  ich  nicht  nur  schreiben  lasse,  sondern  selbst  darin  schreibe;
er  hat  meinen  Styl  darin  wiedererkannt.  Es  ist  mir  sehr  schmeichelhaft,
wenn  man  das  findet.  Die  Zeitungen  schreiben  einen  sehr  viel  besseren  Styl,
als  ich.  Soviel  ich  mir  auch  Mühe  gebe,  so  kann  ich  den  Schwung  der
Phrase,  die  überhaupt  nicht  meine  Force  ist,  nicht  herausbringen,  wie  ich  fie
so  oft  in  diesen  Zeitungen  mit  Vergnügen  lese.  Es  wäre  mir  also  schmeichelhaft,
  wenn  man  mich  darin  erkannte.  Er  irrt  sich  aber,  wenn  er  glaubt,
ich  hätte  die  Zeit  dazu.

Bedenken  Sie  da,  meine  Herren,  welche  Geschäftslast  auf  mir  ruht,  und
für  einen  ganz  gewissenlosen  Arbeiter  im  Dienst  werden  mich  selbst  meine
Gegner  nicht  halten.  Die  Gegner  dagegen  haben  ja  gar  nichts  auf  der  Welt
zu  thun,  als  mir  das  Leben  sauer  zu  machen  in  der  Presse  oder  hier  im
Reichstage.  Das  ist  ihre  ganze  Beschäftigung,  und  wenn  fie  das  besorgt  und
ihre  Uhr  aufgezogen  haben,  sind  sie  fertig  mit  ihrer  Arbeit.  (uruf:  Wie
wissen  Sie  das?)  Also  glauben  Sie  nicht,  daß  ich  so  viel  Zeit,  ein  solches
—  ich  möchte  sagen  —  unberechtigtes  Maß  von  Zeitüberfluß  habe,  daß  ich
mich  noch  mit  der  Presse  selbstthätig  beschäftigen  könnte.  Ich  bestreite  ja
gar  nicht,  daß  ich  mitunter  Auftrag  gebe,  einen  solchen  Artikel  zu  schreiben,
und  ihn  mir  vorlesen  lasse,  um  zu  sehen,  ob  er  nicht  eine  Unhöflichkeit  gegen