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bleiben hier die Eltern den aufrichtigst gemeinten Ratschlägen
gegenüber taub und verständnislos. Ihre Eitelkeit und ihr
Unverstand lassen es nicht zu, daß ihre Kinder keine höhere
Schule besuchen sollen. Auch dem Rate eines wohlmeinenden
Arztes folgen sie nicht. Die höhere Schule besitzt noch kein
Mittel, diese Schüler den Anstalten fern zu halten. Die
Volksschule ist vielfach solchen Verhältnissen gegenüber noch
glücklich daran. Da, wo die Einrichtung der Hilfsschulen besteht,
werden die geistig minderwertigen Kinder einer solchen
überwiesen, und die Volksschule wird von dem hinderlichen
Ballaste befreit. Doch auch die höhere Schule könnte durch
gewisse Zwangsmaßregeln etwas erreichen, wenn man beispielsweise
eine Altersgrenze für jede Klasse festsetzen wollte
und nur unter ganz erschwerten Bedingungen zulassen wollte,
daß ein Schüler über ein bestimmtes Alter hinaus einer Klasse
angehöre, zumal es auch aus andern Gründen untunlich ist,
wenn Schüler allzugroßer Altersdifferenzen in derselben
Klasse sitzen.!)
Weiter wäre auf die Kinder aufmerksam zu machen, die
wegen Krankheit längere Zeit die Schule nicht besuchten.
Ist es im Interesse ihres Mitkommens unerläßlich
für sie, das Versäumte nachzuholen, so ist es im Interesse
ihrer Gresundheit wünschenswert, daß das Hausaufgabenpensum
für sie für die erste Zeit etwas herabgesetzt werde. —
Nun nach einige Winke zur Verminderung der Hausarbeit.
Notwendig ist im Interesse einer solchen eine Beschränkung
der Jahrespensen, so daß der Lehrer auch
wirklich bequem Zeit hat, den größten Teil dieser Jahresarbeit
in der Schule so vollständig als möglich zu erledigen.
Das unruhige Durchhasten großer Jahrespensen macht die
Vertiefung in das Durchgenommene unmöglich und stellt
leicht übermäßig hohe Anforderungen an die häusliche Arbeitskraft.
Um ein richtiges Bild über die wirklich zu Hause
l) Roller: Die IV. Jahresversammlung des Allgem. Deutschen Vereins
für Schulgesundheitspflege. Südwestdeutsche Schulblätter, 1903, No. 7 u. 8,
S. 334 u. 335. |
®) L. Burgerstein: Zur häuslichen Gesundheitspflege der Schuljugend.
10. Aufl. Leipzig, Teubner, 1905, S. 8.