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drei Soͤhne Karl's fruͤher gesetzmaͤßig worden, als in den
beiden übrigen? und trug es in diesen etwas zur ungehindertern
Ausbreitung bei, daß sie in Verdienung des rdmischen
Wohlgefallens nicht die letzten seyn wollten 1)7
Welche Zeit war denn aber cuch für Entstehung dieses
ncucu kanonischen Rechts bequemer, als diese Periode der
Unruhen, welche unter Ludwig's des Frommen Regierung angefangen
hatten, und bei den unaufhdrlichen Zwistigkeiten
seiner Söhne immer höher stiegen? Wie hätte sich zu Karl's
des Großen Zeiten ein Betrüger solchen gläcklichen Fortgang
versprechen, solchen gläcklichen Forkgang haben konnen?
Karl war überhaupt der aufmerksamste Regent auf alle Angelegenheiten
seines Reichs, und noch doppelt aufmerksam
auf den ganzen ZJusiand der Kirche und auf alle Einrichtungen
derselben. Das Andenken der von Adrian erhaltenen
Kanonensammlung war noch viel zu lebhaft, vielleicht selbst
auch der zwar sehr schwache Schimmer jener durch Karl's
Bemühnung geweckten Liebe zu den Wissenschaften für einen
solchen Betrüger viel zu gefährlich, als daß er seine Waare
ruhig hätte auslegen konnen. So lange der wegen Angilramn
entstandene Streit noch allgemcin erinnerlich war, und
so lange man wohl wußte, wie es zugegangen, daß dieser
Prälat nicht zur Residenz gendthigt wurde, so konnten jene
capitula Angilramni, die doch so fast in die nehmliche Zeit
mit Pfeudisidor selbst fallen, unmöglich entstehen.
Aber nachdem die Bischöfe unter des frommen Ludwig's
Regierung nur zu frühe erfuhren, daß des Vaters Geist auf
dem Sohne nicht ruhe, da, bei ihrer mehreren Theilnehmung
au Staatsgeschäften, Eifersucht der Suffraganeen unter einander
und wechselsweise Eifersucht des Metropoliten und
") Baluzül Capitul, regum Prancor. Tom. I. col. 1181 — 12527.