Full text : Lehrpläne und Lehraufgaben für die höheren Schulen.

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Fur  keinen  Unterrichts  zweig  gilt  so  sehr  wie  für  diesen  die
Wahrheit,  d  die  Grund  edingung  ürfden  Erfolg  in  der  lebendigen
  Persönlichkeit  des  Lehrers  u  en  innerer  Erfüllung  mit
dem  Gegenstand  liegt.  Aber  auch  wo  diese  Grun  bedingumg
vorhanden  ist,  darf  es  an  der  bädagogischen  Einsicht  nich
sehlen,  welche  in  der  Schlichtheit  und  Einfachheit  des  Darstellens
  und  Fragens  den  Altersstufen  der  Schüler  gerecht  wird
und  das  Dargebotene  ihrer  Auffassung  klar  und  anscchaulich  zu
vermitteln  weiß.  —  Die  Beschränkung  des  Gedächtnisstoffes
macht  es  um  so  leichter  möglich,  das,  was  an  Liedern  und
Bibelstellen  und  aus  dem  Katechismus  gelernt  wird,  in  einen
sicheren,  durch  Wiederholung  gesestigten  Besitz  des  Schülers
zu  verwandeln,  der  diesem  in  das  Leben  nachfolgt.

Der  unteren  Stufe  ist  die  biblische  Geschichte  des
Alten  und  Neuen  Testamentes  in  passender  Auswahl  und
Darstellung,  nach  einem  zweckmäßigen  biblischen  Lesebuche,
awie  die  Erlernung  der  für  diese  Stufe  geeigneten  Kirchenieder
  und  der  lutherische  Katechismus  zugewi  en.  Der  Lehrer
hat  dafür  zu  sorgen,  daß  alle  Theile  dieses  Unterrichts  in
ebendige  eiehun  geiest  werden.

DerPV  rlsuft  ällt  die  Befestigung  des  Katechismus,
die  Wiederholung  und  Erweiterung  des  Lieder=  und  Spruchchatzes
  und  die  in  ihrem  Zusammenhange  übersichtliche  Gechichte
  des  Reiches  Gottes  im  Alten  und  Neuen  Testamente
zu.  Hierzu  tritt  die  Einführung  in  das  Kirchenjahr  und  die
ottesdienstliche  Ordnung,  sowie  eine  besonders  an  Luthers

erson  sich  anschließende  lebendige  Erzählung  der  Reformation.
in  erster  Abschluß  wird  in  dem  6  hsten  Tapresuriue  erreicht,
  indem  ein  synoptisches  Evangelium  behufs  zusammenhängender
  Auffassung  des  Lebens  Jesu  gelesen  und  erklärt  wird.

Auf  der  Oberstufe  wird  die  Kenntnis  der  Schriften
des  Neuen  Testamentes  in  dem  bei  den  besonderen  Lehre
aufgaben  bezeichneten  Umfange  erweitert,  wobei  dem  Lehrer  bei
der  Wahl  im  Einzelnen  freie  Bewegung,  auch  mit  Rücksicht
auf  die  Leistun  gäht  keit  seiner  Schüler,  zu  lassen  ist.  Als
Einleitung  in  die  Ichichle  der  Kirche  dient  das  Lesen  der
für  die  Obersecunda  bestimmten  Apostelgeschichte.

Die  Kirchengeschichte  soll  in  der  Prima  nur  in  ihren
Hauptmomenten  und  mit  bestimmter  Ausscheidung  alles  dessen
gelehrt  werden,  was  nicht  von  unmittelbarer  Bedeutung  für
ie  religiös-kirchliche  Bildung  unserer  Jugend  ist.  Sie  hat
sich  also  im  Wesentlichen  auf  die  Darstellung  des  Urchristenthums,
  der  Reformation  und  ihrer  Vorbereitung  und  auf  die
wichtigsten  Erscheimunfen  der  neueren  Zeit  zu  beschränken.

ie  christliche  Glaubens=  und  Sittenlehre  wird  nicht  nach
einem  System  und  Hilfsbuch,  sondern  im  Anschluß  an  die