56 11. Verschiedene Fragen auswärtiger Politik.
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hätten auf den Philippinen eine größere Anzahl deutscher Handelshäuser,
deren Schutz sich unsere Marine während des spanisch-amerikanischen
Krieges habe angelegen sein lassen. Wir hofften, daß unsere Landslente
unter amerikanischer Herrschaft volle Sicherheit finden würden.
Auf eine Anfrage des Abgeordneten Hasse wegen des Falles Roth“) erwidert
Staatssekretär von Bülow:
Der Fall Roth hat uns schon seit längerer Zeit beschäftigt. Es ist
richtig, daß die Täter freigesprochen sind. Diese Freisprechung ist aber
nicht auf den schlechten Willen der brasilianischen Regierung zurückzuführen,
oder gar auf den Mangel an Energie unserer Gesandtschaft. Die Gründe
für die Freisprechung liegen darin, daß diejenigen Personen, welche den
Angriff gesehen haben wollten, nachher Anstand genommen haben, unter
dem Eide ihre belastenden Aussagen zu wiederholen. Dies wird auch
von der dortigen deutschen Presse bestätigt.
Die brasilianische Regierung hat es sich trotz dieser Freisprechung
angelegen sein lassen, eine angemessene Entschädigung in der Höhe von
18 000 M. zu bewilligen. Diese Zahlung ist am 13. d. M. zu Händen
unseres Gesandten in Petropolis erfolgt. Gleichzeitig ist der Gouverneur
des Staates Sa. Catarina von der brasilianischen Regierung angewiesen
worden, das Verhalten der an dem Fall Roth beteiligten Behörden einer
sorgfältigen Untersuchung zu unterziehen.
Uebrigens hat sich der Lehrer Roth an Bord S. M. S. „Sophie“
einer militärärztlichen Untersuchung unterzogen, und diese hat erfreulicher
Weise ergeben, daß außer einer leichten Nervosität bei Roth kein Schade
von der Mißhandlung zurückgeblieben ist.
Ueber eine Reihe von Forderungen deutscher Staatsangehöriger an Marokko
erklärt
Staatssekretär von Bülow-Wir
haben diese Reklamationen nachdrücklich vertreten. Unser Gesandter
ist zu diesem Zweck nach Marakesch gereist. Er hat auch vom
Sultan einen Befehl erlangt, durch den die marokkanischen Behörden
4) Am 5. Oktober 1897 wurde der Lehrer Roth in Palhoga, Sta. Catarina,
von mehreren Brasilianern überfallen und schwer mißhandelt. Von den deutschen Vertretern
in Brasilien wurde energisch auf eine Verfolgung der Täter gedrungen. Fünf
als der Tat verdächtig Verhaftete wurden jedoch aus Mangel an Beweisen in zwei
Instanzen freigesprochen. Für Roth wurde bei der brasilianischen Regierung von dem
dentschen Auswärtigen Amte eine erhebliche Geldentschädigung erwirkt. Der Fall, der
in der Presse vielfach übertrieben wurde, hat den Reichstag mehrfach beschäftigt.