3# Malet. Krankbeit im Hause. Die Brüder Mepjenbug. SJalschmeldung des Woniteur.
Höfen, während von den übrigen deutschen Diplomaten nur wenige von einer gewissen
ängstlichen Achselträgerei und von dem Bestreben frei sind, sich gegen Rückwirkungen zu
decken, welche eine energische Bertretung der ihnen anvertrauten Interessen auf die per-
sönlichen Angelegenheiten des Vertreters haben könnte, namentlich wenn letztrer sein
Lebensglück ausschließlich von der Erhaltung oder Verbesserung seiner dienstlichen Stellung
abhängig glaubt. Mein englischer College ist über die Lügen Prokeschs in großer Ent-
rüstung. Bei Gelegenheit eines Ausbruches derselben sagte er, es sei längst klar, daß es
Ostreich viel weniger darauf ankomme, den Westmächten zu belfen, als letztre gegen
Preußen zu erbittern, um ihren Beistand in den Bestrebungen zur Unterdrückung des
Preußischen Einflusses in Deutschland zu gewinnen. Sir Alexander versichert mich wieder-
bolt, daß der Sriede von Lord Russell mit aufrichtigem Ernst in Wien werde angestrebt
werden.
Ich babe schlechte Seit im Hause gehabt. Meine Frau war an einer Halsentzündung
schwer erkrankt, und unter großen Leiden hat sie mehre Tage in ernstlicher Gefahr ge-
schwebt. Mit meinen besten Wünschen für die Gesundbheit der Ihrigen und mit der Bitte
mich der gnädigen Srau angelegentlichst zu empfehlen
Uber Herrn von Meisenbug böre ich bier, dah seine vertraulichen Berichte stets die
Tenden;z baben, den NRegenten gegen Preußen einzunehmen. Bei der Stellung seines
Bruders in Wien ist das wohl erklärlich. Meine Quelle kommt vom Hofe der Groß-=
berjogin Stéfanie in Mannbeim.“
36. Bericht vom 19. Mär: 1855 an Minister v. Manteuffel,
betr. die Wiederherstellung der diplomatischen Beziehungen zwischen Preußen
und dem Großberzogtum Hessen. — Bgl. Poschinger II Nr. 109.
737. Telegramm an Minister v. Manteuffel.
« 19. März 1855, 11 Uhr 56.
Mit Rücksicht auf die Angabe des Moniteur vom 17. erlaube ich mir den Antrag
um geneigte offizielle Berichtigung der Behauptung, die K. Regierung habe angebliche Be-
bauptungen von mir desavouiert und mich getadelt.
38. Bericht an Minister v. Manteuffel.
[Abschrift.) »
19.Mar71855.
Der Moniteur vom 17. d. M. enthält nach einer telegraphischen Depesche der Kölni-
schen Zeitung vom 18. d. Al. einen Artikel, dessen wesentlicher Inhalt dahin angegeben
wird, daß die K. ARegierung Außerungen, welche ich in einer der letzten Bundestags-
sitzungen getan haben solle, gegen ihre Bundesgenofsen desavouiert und mich getadelt habe.
E. E. werden mit mir darüber einverstanden sein, daß es mit meiner amtlichen
Stellung nicht verträglich ist, dergleichen Angaben eines offiziellen Blattes ohne eine
gleichfalls offizielle Berichtigung binzunehmen.