410 General Dannhauer und die Militärkommission.
Verfahren des K. Militärbevollmächtigten ein ganz selbständiges gewesen ust, so stelle ich
g. anheim, im Interesse meines Aachfolgers der Wiederkehr ähnlicher Borgänge entgegen-
wirken zu wollen.
462. Vertraulicher Bericht an Minister v. Schleinitz.
[Ausfertigung.) ,
27.sebruar1859.
Die beiden chiffrierten Weifungen E. E. vom gestrigen Abend habe ich zu erbalten
die Ehre gehabt') und beeile ich mich, in Erledigung der weiten, E. E. nachstebende g.
Bemerkungen in betreff der Eingabe der Militärkommission an den Militärausschuß vor-
#ulegen.
Nachdem ich aus E. E. h. Erlaß ersehen habe, daß die Vorschläge der Militärkom-
mission, unerachtet der Justimmung des diesseitigen Bevollmächtigten, von der K. Ae-
gierung nicht für zeitgemäß gebalten werden, sehe ich einen besonderen Vorzug der Ein-
gabe der Militärkommission in der vollständigen Sormlosigkeit derselben. Schon der erste
Cntwurf, von dem Geldmarschall-Leutnant von Schmerling, enthält manche Eigentümlich-
keiten in stilistischer und logischer Beziehung; durch die Einschaltungen des Generals Dann-
bauer ist aber stellenweise der Jusammenhang ganz verloren gegangen. Wenigstens trägt
dasjenige Exemplar, welches mir gestern von dem K. Militärbevollmächtigten zugestellt
worden ist, die Spuren der Übereilung, mit welcher die Sache redigiert, und die infolge der
Sujätze nötig gewordenen Abänderungen unterlassen worden sind. Sch fübhre in der ab-
schriftlichen Anlage zwei Stellen aus dem mir vorliegenden Exemplar an, da ich nicht weiß,
ob letzteres mit dem E. E. eingereichten vollständig in Übereinstimmung gesetzt worden ist.
Man kann danach jagen, daß eigentliche, direkkte Anträge der Militärkommsssion
an den Ausschuß gar nicht vorliegen; dem Wortlaut nach hat vielmehr die Militärkom-
mission eine lediglich theoretische Erwägung dessen zutage gefördert, was in einem be-
stimmten, für jetzt nicht vorliegenden Salle zu tun sein werde, im Salle nämlich, dah der
Bund „diese Deckung" (seiner wehrlosen Grenzen) als notwendig erkennen würde. Bevor
dieser Fall eintritt, d. h. bevor der Bund Truppenbewegungen zur Deckung der Grenzen
anordnet, würden noch manche andere Beschlüsse auf Grund der Artikel XXXVIII, XIVII
u. a. der Schlußakte vorhergeben müssen.
Die Bedeutung dieses Elaoborats der Militärkommission bängt ganz von der Auf-
nahme und von dem Werte ab, welche man ihm') im Militärausschusse gewähren und bei-
legen will. Bleibt die letztere Behörde im Geleise ihrer Kompeten; und ihres Seschäfts-
ganges, so kann sie die Cingabe der Aiilitärkommission vor der Hand nur als „schätzbares
1) In der ersten telegraphischen Depesche bemerkte Schleinitz, Preuhen Aide gegen die Anträge wegen
der Bervollständigung und Verstärkung der Artillerie-Ausrüstung in den Bundesfestungen im allgemeinen
nichts zu erinnern; dagegen vermöge es für jetzt eine drohende Gekahr für das Bundesgebiet nicht zu er-
kennen, so doh weitergebende Anträge zurzeit nicht Krechtlertigt erschienen. „C. H. werden soviel als mög-
lich bemüht sein, von dem im Militärausschusse zur Beratung und Annahme kommenden Berichtsentwurkf
jeden demonstrativen Tharakter sernzuhalten. öch bebalte mir weitere Instruktion noch vor. Schon jent
bemerke ich wie es dringend erforderlich ist. daß der K. Militärbevollmächtigte in Zukunft unter allen Um-
ständen vermeide, sich auf Erörterungen und Anträge in der Militärkommission einzulassen, welche ein
politisches Interesle berübren, ohne sich vorher mit dem K. SGesandten darüber verständigt zu haben. In
Sällen, wo eine solche Verständigung nicht erzielt werden könnte, sehe ich dem beiderseitigen Verichte ent-
gegen, um alsdann die erforderliche Instruktion zu erteilen. &. H. wollen dem General Danndauer diesen
Erloh mitteilen.“ — Zn der zweiten Depesche ersuchte der Minister um eine gutachtliche Außerung über die
Eingade % Miliarausschusses in betreff des Schutzes der deutschen Westgrenze.
) Vorlage: ihr.