Full text : Rosenheimer Anzeiger. 64. Jahrngang (64)

Kummer  208  ;

Vorkrag  Professor  Dr.  Sickenberger:
Politk.

Professor  Dr.  Sidenberger  eine  im  pe
litischen  und  geistigen  Leben  der  Vergangenheil
vielgenannte  und  heimumfiritiene  Rerfönlichleit,
haite  gestern  abeno  in  das  „Hoiel  Gilliger“
eine  Versammlung  einbermen,  um  das  Progranun
  einer  nen  zu  grunenden  Vilspartei  31
entuickeln.  Eine  außeror)  entlich  llurse  zuhorerchar
  aus  allen  r  eil,  durunier  sehr  viele

Frauen.  haile  der  Cialad  «  ··

Nach  einer  krtea  —
licclil  umschried  der
Lneuen  Perlei  einse  so.  3

      

Slan

   

     
  
 

 

 

Deorr  Ornn  idiaz

mus,  sein:  Freihril,  Fenennt  Rrüe:  ieit
EELEXXEIIIEEII  deMe

schen;  diese:
##räntt  Werden,
des  Zusammenlel

hrole  Gur  *  nur  gaseen  be--—
  sk)  Its  »Ja-.  ndsqkul
»Juki«  um

      

  

stossln  ingt  iit.  Die  Gleichneit  muß  sein  eine
Cleichhril  des  Rechtes  und  der  (blei  c.  Mligung.
auf  alle  c#inter  des  Lebens.  Vor  rechle  es  Stau

des  und  des  Eitzelaen  dars  es  nichi  mehr  geben,
außer  es  hütle  jemane  etwas  Auberordeutliches
für  die  meuschtiche  Cesam.  lheit  getan.  9ie  Prüverlichkeit
  ist  das  Sch#enite,  ras  wir  uns  im
JZufammenlcben  der  Menschen  denken  ömnen-Die
  Gerinnung  der  Vrüdertichleil  und  ein  dar

nach  gerichteies  Leben  ist  nolwenoig,  denn  wir
sind  aile  aufeinander  angew'esen  und  brauchen

gegenseitige  Hilse  in  den  mamnigfsachen  Um
itänden  des  Lebens.  In  einem  gillen  Stgale

Vor  iicht  naben,  über  die
dürfen  au.h  die  Ve-Stagies
  ni  in  dem  Siune  die  Herrdaß
  di  des  Bolles  be—

darf  kein  Stand  dar
anderen  zu  he  errschen.  Es
amten  des  S

schaft  sühren.

 
  
 
 
  
   

 

drüdt  wird.  D  I#ihme  un-2er
  einem  ma  emus  gelüten.
Auch  e  im  peli  ·  I.1.

 
  
  
   
  
 

Leben  zu  25  wen.  O

beruht  auf  den

In  kerchen  und  auf
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weih«

·)  sein.  Verfam  u-  ung
Aursch  lieinen  ider  Beeinfluiung!
die  gew'  ählten  Vertreier  d.5  Voites  müssen  srei
lein  der  Frallionsnrang  hai  aufzuhören.
Volksvertretung  mu.5  das  Recht  haben,  sich  von
sich  aus  zu  versammeln  und  gigen  jede  Ueberrumpeing
  der  Voilsmen  ge.  gesichert  sein.  Prälident
  Miniuerium  und  Beamenschailt  müssen
er  Volksvertreiung  gegenüber  verantworilich

5  -

     
 

 

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sein.

Die  Frage  nah  der  Verechtigung  des  Um=’
  und  del  .  etigue-  1g  der  bisherigen  Be
ect

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ichner  na.h  sorgfältiger
zrlen.  Vam  Hause

4#  ohn:  Jorn  und

   
   
        

a  Berg  ur  rz  s  erle,

Zwischen  5  H  2  zirme  *

Roman  von  Otto  Ludwilg.

Die  Geitalt,  die  er.  schnerzlich  mühsam  und
Noch  vergebens.  seit  Wochen  do##  sich  abzuwehren
  gerungen,  deren  bhloncs  (lbedemenanbild  all
sein  Wes.  in  eine  *.i  brachte.  die  er  sich
als  Sände  verwarf,  lag  in  schweli##nder,  atmenlast#e#der.

  wonncär-  Prder  Wirklichkeit
sie  itn  an
n  nurn:  l  nicht.  wi  *  hie

30)

itig

   
 
  

   

IllHW
  vHV

Aeme  ge  loimen,  sie
nicht,  daß  si  en  lag:  sie  win
nickts,  al.  ie  lonrte  sie  noch

 

en  dim:  Sie  weinte
lang  ihn  mil  bei-#1
  4½  Und  doch

L  5

Tinen  Ged.enund
  lochte  zuden
  Armen,  n  seinor  gemin

 

Und  le  bil  uo.h?  Und  en  k1  genür=  *7“  7
er  —  er  lann  kommen““  Sie  sah  sich  wild  um.
„Er  will  dich  töten.  E  urrd  nicht  eter  ruhen.“
Sie  umsaßie  ihn,  ale  Wolite  te  ihn  mit  ih#em
Leibe  decken  gegen  einen  Feind;  dann  vergaß  sie
Tie  Angst  über  die  Gemßheit,  daß  er  noch  lebte,
und  lache  wieder  u.id  weint:  zugleich  und  fragte
ihn  wieder,  ob  er  auch  noch  lebe,  ob  er's  auch
sei.  Aber  sie  mußte  ihm  ja  marnen.  Sie  mußle
ihm  alles  sagen,  was  jener  ihm  gelan.  und  was
er  ihm  noch  zu  tun  gedrohl.  Sie  mußte  es
schnell;  jeden  Augenblick  konnte  jener  kommen.
Warnung.  süß.  unbewußtes  Liebesgeschwätz.  Weinen,
  Lachen,  Seligleit,  Angst,  Schmerz  um  das

 

Rosenheimer  er  Anzeiger

und  die  großen  Wasser  und  Eleklriäzilätowerle
behränlen.  Ein  Gesetz  muß  gefordert  werden,
  welches  den  Umfkang  des  Grsitzer  begreuszt.
Kapital.  Geist  und  Handarbeit  müssen  in  der
Industrie  Zu:  fammenwirken,  sie  müsien  da  tn  aber
auch  gleichberecht  igt  sein  und  gieichen  Anteil
am  Geschäftogewinn  haben.  Güterzertrümme
rungen  müssen  verhindert  werden  und  der  große
Crundbesitz  ubgebaut  und  Auige  teill  werden.
Aus  dem  sGehiete  der  Volloshme  L
Slaalssch  ule  zu  besurworien,
ier  vil;  müssen  der  freien  Kon
sen  sein.  Die  Schuien  mäs.=  1
den.  Weiter  sorderl  ber  Ne
nung  von  Kirche
Musler  Frnreiche  drse  ha  e
argangen  wer#  Cali  m.  çav  *
Kirche  und  Snan  einen  deutlichen  Treum-  zngsir
  ich  gezogen.  Vie  wGeinlichen  können  nicht  al.
Staatsbeamie  angesebeit  wernen.

vie  ie  n
u:  ꝛterwor
l

luchn

  
    

 
 

 
 
    

 

 

entwickelten  Grundsätze  längst  Gemeingut  der
Sozialdemolratie  seien  und  neue  Parteigründungen
  der  Geschlossenheit  des  Volkes  nur  zum
Schavden  gereichen  würden.

Die  Versammlung  nahm  einen  sachlichen  und
ru  higen  Verlauf.  Die  Kraftstellen  der  Die#ussionoredner
  wurden  von  lebhaften  Beisallsäuße.
rungen,  namentlich  der  feldgrauen  Teilnehmer,
oftmale  unterbrochen.

Aus  dem  —

esfentliche  Situng  des  Kollegium
  *  cor  (Hemeinde  Bevollmächtig
ten.  Mittwoch,  den  20.  Rovember  1913,  nach
Miltagr  1.4  Uhr.  Tagesorenung:  1.  Wieder
beiennng  der  erledigten  Präfeltenstelle  am  Gym
rnr,  sionatr.  2.  Vürgerrechtsverleihung,  3.
Anlauf  eines  Luftlühlers,  4.  Sladl-Anschaffung
  von  Obstbäumen,  5.

 

 

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Wo

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SYHSLIEHXLS

 

 

 

r:  Icnhk  .

du«-.-.us)sr-uPotiliiiindmåskiqcsöllc
Qtlsukutlspchlscn  «Hcs-si-.Imstye  zulssig.
  Veiterbune  und  Schiedsgerichte  müssen
Eingesent  wer#en.  Die  Forderung  nach  Kolonialbesi
  ifl  aufr  uerhalten.

CEine  Parlef.  wie  er,  Redner,  sie  entwicelt

In
zum

 

babe,  müßte  ren  Namen  „Freier  deutscher

Vollobund“  tragen  und  zui  sschen  den  anreren
  Parteien  vermittelnd  wirlen.  Diese  Partei
müsse  veredelnd  auf  die  politischen  Sitten  wirten
  und  sich  auf  rein  sachliche  Ois  Tussion  beschränlen.
  ·  Schlieh  zlich  sorderte  Dr.  Sidenberger
jene  Versammiungsteilnehmer.  die  mut  seinen
Aus  juliungen  einver  stamen  sind.  auf,  sich  durch
Unterschrift  diesem  neuen  Ereien  deutschen  Volls
bund  amenschiichen.  In  einer  Resolution  soll
gie  ichzeitig  um  Emnpfang  der  heimlehrenden
Truppen  Beflaggung  und  seieriichen  Glockengeluͤnie
  gesorder!  1w.  ren.

An  wer  ansgiebigen  Diskussion  beteilig
sien  fün  om.  S#demolratie  die  Herren
(Hopjer!  tstaller,  Langenegger  u.
Müager,  een  Aur  leiwruen  in  iich  übereinstim
hie#lo  in  der  onte  betae  *  das,  cine  neue
Partei  nicht  —  nei.  da  die  vom  Redner

 

An  tiage  wie  de
»  der  Viebe,  mit  allem,  was
sie  iit,  was  sie  jrent,  was  sie  belümmert,  ein
Cedanlen  seines  Geiller,  ein  Gesuhl  seiner  Seeie
zu  sein,  das  er  denltund  sahlt  wie  seine  andern;
bränttidee  Verwirrung  und  V  ergessen  der  ganzen
Welt  über  den  einen  Augenblill,  der  ihr  cigen!
biches  Dasein  !ê  deim  alles,  was  war  und
##ren  lam,  il  biog  Schalten  wuwne  sie  erhähnt,
  hat  sie  *  runit  und  erlebt,  fühlt  und
EELIIILIIII
wird,  iil  ungd  lonimt  nur,  bamit  dieser
Augenbiii  E  nach  diesem
Augenbln  inl  ee  eii
Duradraug  sich,  ailes  da  terte  zugleich  in
jedem  eilelnen  Klarg  der  #ilegenden,  sich  pressengen
  Rede.  „Er  hat  mich  und  dich  belogen.
#r####:  mir  geiagl,  n  verhöln  11.  /1  Mich  u.  hät
telnci:  SEiume  bvor  cen  Geielen  aur  geboten.
ja  dostg.  heun  Miungut

verlotene  ,  *
Naler:  rlar  Lickrsnin

   
   

40

 

  
   
 

 

  
 

Eluch  du  weihl  "onen  die
lumc.  cnIleine  Glöcchen,  45  ich  licgen  ließ.
Und  du  hasik“  ihm  geschidl.  Ich  habs  gesehen.

sc

Ich  wuhte  nicht,  marmm.  hast  mich  gedauerl.
2  ab  du  so  E  und  trub  und  so  alleiin,
hast  #mir  wey  getan.  Da  hat  er  mir  beim
Tanz  gesannl,  n  hitlest  deinen  Spot!  über  mich.
2  am#gst  2  in  die  Zremde,  und  er  hat  mir
gesagt.  wie  ku  in  deinen  Breesen  über  mich  spotltest;
  das  tat  mir  weh.  Du  glaubst  nicht,  wie  ibeb
mir  das  lat,  wenn  ich  schon  nicht  gewutzt  hab,
wKarum.  Der  Valer  wollle,  ich  sollie  ihn  sreien.
#nd  wie  du  kamst,  had  ich  mich  vor  dir  gesürch
tlet;  du  hau  mich  immer  noch  gedauerl,  und  ich
hab  dich  immer  noch  geliebt  und  wußt  es  nur

Aufrf  an  alle  Krbeilgeber:

—  —

In  ki'zester  Zeit  kehren  die  großen  Massen  der
Nriegsteilnehmer  in  die  Heimat  zuri#ck;  es  muß  ihnen
dann  sofort  eine  geregelte  Beschäftigung  verschafft  werden.

Darum  sorgt  für  Arbeitsgelegenheit  und  meldet  die
in  eueren  Beotrieben  offenen  Stellen  beim  städt.  Arbeiksamt
  Rosenhim,  Mittertor,  sofort  an,  damit  den  heimkehrenden
  Kriegern  Arbeit  verschafft  und  auf  diese.  Weise
unübersehbares  Unglück  vermieden  werden  kann.

Ber  mitelung  erfolgt  vollftändig  koftenlos.

inrbeitsimt  Kolenhe  im

—  Mittertor

Nr.  2.10  1.  3  2.

Kindes  beim  hichs

 

 

 

Weib  in  seinen  Armen  fort.

——

 

 

 

   

das  Landsturmbalaillon
Rosenheim,  6.  Erhöhung  der  Jagegelder  7.
Rader.  Laudessiedelung,  G.  mn.  b.  Anlauf
  von  Gebänlichkeiten  der  hemalden  2
lohnerbrauerei.  9.  Verband  zur  Prüfung  der  gemeindlichen
  und  distriltiven  Kassen,  10.  Prüsung
  rer  Rechnung  der  slädt.  Leihanstalt  1916,
11.  Prüsung  der  Voranschläge  des  Realschulpensionats
  und  der  höheren  Mädchenschule  pro
1918.  Geheime  Sitzung.  1.  Amtotierärztlicher
  Dienst  im  Staotbezirk,  2.  Verkaufsangebote
  des  Fischer  am  Nain-  Anwesens.

Sihung  des  Bofeuhelmer  Vonsund
  Soldakenrales

am  18.  November.

Ein  auonymer  Brief,  unterzeichnet  „mehrere
anhängliche  Vauern“,  gibt  verschiedene  höhere
Beamte,  Aetzte  usw.  in  Rosenheim  als  Hamsier
  an.  Diese  Landplage  benütze  ihren  amtlichen
  und  beruflichen  Einfluß,  um  nicht  nur
für  sich.  sondern  auch  noch  verwandte  und  be-#reundete
  Gamilen  Lebenemittel  zu  verschaffen.

Er  selbit  hat  mits  erst  gesagt.  ä.  Da  bin
ich  n  dir  ausgewichen.  Ich  wollte  nicht  schlecht  werden
  und  ivill's  auch  nicht.  Gewiß  nicht.  Dam
hai  er  mich  gezwungen,  zu  lügen.  Dann  hat  er
mir  gedroht,  was  er  dir  tun  wollic.  Er  wollte
machen,  daß  du  stürzen  mühlest.  Es  wäre  nur
Scherz;  aber,  sagt  ich's  dir,  dann  wollte  er's
jm  Ernste  tun.  Seitdem  hab  ich  keine  Nacht  geschlafen;
  die  ganzen  Nächte  hab  ich  aufgesessen
im  Vett  und  bin  voll  Todesangst  gewesen.  Ich
hab  dich  in  Gesahr  gesehen  und  durst  es  dir  nicht
sagen  und  durfte  dich  nicht  retten.  Und  er  hat
ie  Seile  zerschnitlen  mit  der  Art  in  der  Nacht,
#th’  du  *5  Brambach  gingst.  Der  Valentin
hat  mir's  gesagt,  der  Nachbar  hat  ihn  in  den
Schuppen  schleichen  sehen.  Ich  hab  vich  tot  geme
  int  und  wollte  auch  sterben.  Denn  ich  wär
schnid  gewesen  an  deinem  Tod  und  stürbe
msenemal  um  dich.  Und  nnn  lebst  du  noch  u.
ich  lann's  nicht  begreifen.  Und  es  ist  alles  noch,
wie  es  war:  die  Bäume  da,  der  Schuppen,  der
Limmel,  und  du  bist  doch  nicht  tot.  Und  ich
u-  oilte  auch  slerben,  weil  du  lot  warst.  Und  uun
lebst  du  noch,  und  ich  weiß  nicht,  ist's  wahr  oder
Ir.i#ine  ich  nur.  G  ben  wahr?  Sag  du
mir'e  doch:  ist's  wahr?  gza  glaub  ich  alles,
mas  cu  sagst.  Und  sagst  8  cq  soll  slerben,  so
will  ich's,  wenn  du's  nur  weit.  Aber  er  lann
kommen.  Wielleicht  bat  cr  gelausd,  baß  ich
ir  sagte,  iras  er  will.  Schick  den  Val#ntln
z'  die  Gerichte,  daß  sie  ihn  fortführen  und  er
dir  ichto  mehr  tun  kann!“
So  schwärmte.  lachte  und  weinte  das  siebernde
Alles  vergessend,

Weihnachtsgabe  an

 

Mittwoch,  20.  Kovember  1018

Die  Schreiber  dieses  Briefes  werden  öffentlich
aufgesordert,  ihren  Namen  anzugeben,  damit
der  Sache  nachgegangen  werden  kann.  Mit
anonymen  Schreibereien  könne  sich  der  Voll#
und  Soldatenral  grundsätzlich  nicht  abgeben.

Gegen  rie  usammersehung  des  15  köpsigen
Volksrates  der  Gemeinde  Stefane.
kirchen  (Schloßberg)  erhob  sich  von  verschie.
denen  Seiten  schärfster  Protest.  Die  Wahl  sei
durchaus  einseitig  vorgenommen  worden.  Die
Vorherrschaft  verschierener  Kriegsgewinnler  in
diesem  Vollsrate  begegne  bei  der  Bevölkerung
größlem  Mißtrauen.  Bei  di  ieser  Gelegenheit  lam
der  Vorsitzende  Göpfert  auf  die  Justände  in
der  Pulversabril  Minterholler  zu  sprechen.  Neuerdings
  würden  dort  die  Arbeiter  im  Freien
beschäftigt;  Lohnabzüge  seien  bereits  vorgenommen
  worden.  Es  wurde  einstimmig  beschlossen,
die  Wahl  dieses  Vollsrates  für  ungültig  zu
erklären.  Ungesäumt  sind  Neuwahle  n  mil
öffentlicher  Wolksversammlung  und  genügender
Erklärung  der  Bedeutung  des  Volks=  u.  Soldatenrates
  vorzunehmen.

Jahlreich  sind  die  Klagen  über  schlechtes
und  ungenießbares  Brot.  An  das  Mi.
nisterium  des  Innern  wird  die  Eingabe  gerich.
let,  das  Getreide  lünstighin  nur  noch  zu  85
Prozent  ausmahlen  zu  lassen,  statt  zu  99  Pro.
zent.  Lieber  weniger  genießbares,  als  etwas
mehr  ungenießbares  Brot.  Dafür  kommt  damn
noch  die  Kleie  der  Viehzucht  zugute.

Der  Besitzer  des  Kaufhauses  Wilhelm  macht
Mitteilung,  daß  sich  in  seinem  Lager  eine  er.
bebliche  Menge  beschlagnahmter  Strickgarne
befindet.  In  Anbetracht  der  herannahenden
kalten  Jahreszeit  wird  an  das  Ministerium  für
militärische  Angelegenheiten  das  dringende  Ersuchen
  um  Freigabe  der  Strickgarne  zum  Ver.
kauf  an  die  Bevölkerung  gerichtet.
MWeilerhin  wurden  Schritte  eingeleitet  um
Mehrzuweis  sung  von  Fleisch  durch  die
Fleischversorgungestelle.

Schließlich  wurde  eine  lange  Reihe  mili.
tärischer  Angelegenheiten  erledigt  u.h
davon  Mitteilung  gemacht,  daß  die  täglichen
Eungen  nunmehr  wieder  vormittags  slatt.
finde

Sizun  am  19.  November,  vormittags.

Zu  Beginn  der  he  eutigen  Sitzung  erstattete
Soldatenrat  Feldwebel  Staudenmayer  Be.
richt  über  seine  Fahrt  nach  München.  Er  er.
Wähnte  dabei,  daß  auf  Ersuchen  der  Volls.  u.
Soldatenrat  Rosenheim  nach  Möglichkeit  selblländig
  handeln  und  beschließen  solle,  da  das
Ministerium  mit  Arbeit  siarl  überlastet  sei.  Das
Ministerium  wünsche  nur,  Nachricht  über  die
getroffenen  Anordnungen  zu  erhaiten.  Es  wurde
auf  Antrag  beschkossen,  aus  den  hier  liegenden.
Truppenteilen  die  jüngeren  Jahrgänge  heraus,
uziehen  und  dem  Umladekommando  und  der
Sanierungsanstalt  zuzuteilen,  sowie  zum  Wachdienst
  usw.  zu  verwenden,  während  die  älteren
Viannschaften  unverzũglich  zu  entlassen  hien
Die  Manunschaften  erhalten  künftig  2
Löhnung,  für  den  Wachdienst  3  Mk.  und  i
Arbeitsdienst  4  Mk.  Julage.  Den  zu  entlassem
den  Mammschaften  wird  ein  Entlassungsgeld  von
50  Mtk.  sowie  15  Mk.  Marschgebühren  ausge,
born.  Die  hierzu  ersorderlichen  Mitlel  worr.
den  auf  Ersuchen  des  Volls=  und  Soldatenrates
  durch  die  hiesige  Kassengerwaltung  beschafft
  werden.  Jeder  zur  E:  itiassung  kommende
Mann  hat  ferner  Anspruch  auf  einen  Mantel,
einen  Anzug,  ein  Paar  Stiefel,  eine  Mütze  neb
Unterwäsche,  alle  Gegenstände  in  guter  Verfal.
sung.  Es  wird  beschlossen,  die  in  der  Notkirche
der  Sanierungsanstalt  lagernden  Vorräte  un
Bekleidungsgegenständen  je  nach  der  Kopfstärk.
der  Kompanien  in  gerechter  Weise  an  die  Kom.
panien  einschließlich  des  Garnisons-Batalilons
sowie  an  das  Bezirköokommando  zwueck?  Abgabe

 

—
wie  ein  Kind  an  einem  Abgrund  spielend,  der

 

es  nicht  sieht,  ruft  sie  unbewußt  eine  Gefahr  her
bei,  tödlicher  als  die,  über  deren  Vorbeigehesie
  jubelt;  Prohender  als  die,  wogegen  lie  der
Mamnn  mit  ihrem  Leibe  decken  will.  Sie  ahm
nicht,  was  ihr  leidenschaftlich  Tun,  die  Süßt
keit  ihrer  unbelümmerten  Hingebung,  was  i###
Lieblosungen,  was  ihr  warmes,  schwellendes  1
fangen  in  dem  Manne  aufregen  muß,  der
liebt;  daß  sie  alles  tut,  was  den  Mann,  dessol
Rechtlichkeit  und  Edelmut  sie  sich  so  unbelum
mert  auhedngibt,  Rechtlichkeit  und  Edelmu  ic
Tumutte  des  Blutes  vergessen  machen  lann.  Zi#
hat  leine  Ahnung,  welchen  Kampf  sie  in  ihm
entzündet,  und  wie  sie  ihm  den  Sieg  erschwen
wenn  nicht  rnmöglich  macht.  Und  er  weiß  L
das  Weid  in  seinen  Armen  war  sein;  t  Brudel
hat  ihn  um  sie  und  sie  um  ihn  benogen.  —
weiß  er's,  wo  das  Weib  in  seinen  Armen  ihn
bie  Crölte  des  Glückes  zeigt,  um  das  der  B#
der  ihn  betrogen  hat.  Er  hat  sie  geraubt  un
noch  mißhandekt:  und  für  alles,  was  er  um  ihl
gelitten,  gelan,  verfolgt  er  ihn  noch  und  sieh
ihm  nach  dem  Leben.  Gehört  das  Weib  dem
sest  f#  ihn  gestohlen,  der  sie  mißhandelt,  den  fi
aßt?  Oder  im,  dem  sie  schändlich  gestohle
wabenk  ist,  der  sie  liebt,  den  sie  liebt?  Das  alles
waren  nicht  deulliche  Gedamen;  hundert  ein
zelne  Empfindungen,  die  in  den  Sirom  einez
liefen  und  wilden  Gefühls  hingerissen,  durch
seine  Adern  stürzten  u.  die  Muskeln  seiner  Arm
spannien,  ctwas,  das  sein  ist,  an  sein  Herz  ##

 

presse  *#r
*  (Fortsetzung  folgt.)