Inhaltsverzeichnis : Illustriertes Realienbuch.

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Bei  geringerer  Entfernung,  z.  B.  in  Zimmern,  fallen  hin=  und  hergehende
Schallwellen  zusammen  und  verstärken  den  Ton.  In  großen  Sälen  und  Kirchen
bilden  sie  den  unangenehmen  Nachhall.  Wenn  die  Entfernung  größer  als  36  m
ist,  so  entsteht  ein  meh'ilbiges  Echo.  Wenn  sich  verschiedene  Wände  in  gehöriger
  Entfernung  und  Stellung  die  Schallwellen  zuwerfen,  so  entsteht  ein
mehrfaches  Echo,  z.  B.  auf  dem  Königsplatz  in  Kassel  ein  9  faches,  am  Loreleyfelsen
  ein  17faches,  auf  einem  Schlosse  bei  Mailand  ein  40—  50  faches.

Der  Ton  ist  um  so  höher,  je

 

—  —  —  nehr  Schwingungen  er  hat.  Sei
.  .  .  .  Saiteninstrumenten  schwingen  die
144.  Die  Schwingungen  einer  Saite.  Saiten  144)  !  Blainstrumenten

  und  Orgelpfeifen  die  eingeschlossenen  Luftsäulen,  beim  Sprechen  die
Stimmbänder.  (Vergl.  S.  93.)

·  c)WieentstehtderPeitschenknall?WiederDonner?WarumistderSchall
in  der  Nähe  stärker,  in  der  Ferne  schwächer?  Warum  sieht  man  die  Axt  eines
fernen  Holzhauers  früher  niederfallen,  als  man  den  Schall  hört?  Warum  hört
man  fernen  Kanonendonner  und  Hufgetrappel  besser,  wenn  man  das  Ohr  an
die  Erde  legt?  Warum  trägt  das  Sprachrohr  den  Schall  vernehmlich  in  die
Weite,  selbst  bei  Sturmgebrüll  und  Wogenrauschen  auf  dem  Schiffe  ?  Woher
rührt  die  Taubheit?  Warum  geben  dicke  und  lange  Saiten  tiefere  Töne  als
kurze  und  dünne?  Warum  hört  man  eine  Spieluhr  oder  Weckerglocke  nicht  mehr
unter  der  luftleeren  Glasglocke  der  Luftpumpe?  Warum  kann  man  mit  einer
ausgeschnittenen  Gänsegurgel  noch  Töne  hervorbringen,  wenn  man  hineinbläst?

 

VI.  Das  Sicht.

22.  Das  Auge  und  das  Sehen.  a)  Vergl.  S.  89  den  Bau  des
Auges!  b)  Das  Licht  ist  eine  Erscheinung,  welche  durch  die  Schwingungen  des
Athers  entsteht.  Der  Ather,  wohl  auch  Weltenäther  genannt,  ist  ein  unsichtbarer,
  unwägbarer,  feiner  Stoff,  der  das  ganze  Weltall  und  alle  Körper
durchdringt.  Das  nimmt  uns  wunder,  daß  etwas,  das  wir  nicht  sehen,  da
sein  soll  —  und  doch  ist  es  so.  Wir  sehen  ja  auch  die  Elektricität  nicht,  und
doch  ist  sie  da,  denn  wir  sehen  sie  wirken,  den  Wagen  treiben  und  die  Depesche
schreiben.  Auch  die  Elektricität  ist  Ather,  und  zwar  fließender.  Alles  das,
was  den  Ather  so  in  Schwingungen  versetzen  kann,  daß  Licht  entsteht,  nennt
man  Lichtquellen.  Lichtquellen  sind:  die  Sonne  sowie  alle  Fixsterne,
brennende  Körper,  die  Elektricität;  außerdem  können  genannt  werden  phosphoreszierende
  Körper  und  leuchtende  Tiere  (Johanniswürmchen).  Phosphoreszierende
  Körper  sind  solche,  welche,  wenn  sie  von  irgend  einer  starken
Lichtquelle  beschienen  worden  sind,  im  Dunkeln  nachleuchten.  Am  stärksten
phosphoresziert  die  sogenannte  leuchtende  Materie,  ein  Stoff,  der  auf  chemischem
Wege  hergestellt  wird.  Das  Licht  verbreitet  sich  gradlinig  nach  allen
Seiten.  Man  spricht  von  Lichtstrahlen,  und  zwar  versteht  man  unter
einem  Lichtstrahl  alle  die  schwingenden  Atherteilchen,  welche  in  einer  geraden
Linie  liegen.  Nur  dann  wird  ein  Körper  sichtbar,  wenn  er  Lichtstrahlen  in
unser  Auge  sendet.  Nach  ihrem  Verhalten  zu  den  Lichtstrahlen  teilt  man
sämtliche  Körper  ein  in  durchsichtige,  durchscheinende  und  undurchsichtige.
Durchsichtige  Körper  sind  solche,  welche  das  Licht  so  vollkommen  hindurchlassen,
  daß  man  die  dahinter  stehenden  Gegenstände  deutlich  sehen  kann.
(Glas,  klares  Wasser,  Luft).  Durchscheinende  Körper  sind  solche,  welche
das  Licht  so  unvollkommen  hindurchlassen,  daß  man  die  dahinter  stehenden
Gegenstände  nicht  deutlich  sehen  kann,  vielleicht  nur  in  Umrissen  (Milchglas  der