Full text: Illustriertes Realienbuch.

— 124 — III 
in die Luft entfliehen. Körper, welche die Wärme rasch weiter leiten, heißen 
gute Wärmeleiter, solche, die sie langsam aufnehmen und verbreiten, 
schlechte Wärmeleiter. Zu ersteren gehören die Metalle, zu letzteren Pelz, 
Wolle, Stroh, Holz, Erde, Schnee u. a. Die Metalle fühlen sich kälter an 
als Holz, weil sie der Hand gleich die Wärme entziehen, dagegen auch heißer, 
weil sie die Wärme gleich an die Hand abgeben. Um die Wärme in einem 
Körper zu bewahren, umgiebt man ihn mit schlechten Wärmeleitern, um sie 
schnell zu verbreiten, mit guten. Darum ziehen wir im Winter Pelze an 
und heizen unsere Zimmer durch Ofen. 
c) Wie entstehen die Funken, wenn Stahl an Feuerstein schlägt, Steine 
geklopft oder harte Steine von Pferdehufen getroffen werden? Warum müssen 
die Achsen der Wagen geschmiert werden? Warum verbrennt man die Hände, 
wenn man rasch an einem Seile herabrutscht? Warum wird frischgebrannter 
Kalk so heiß, wenn man Wasser darauf schüttet? Warum gerät feuchtes Heu 
in Brand? Warum haben metallne Gefäße häufig hölzerne Griffe? Warum 
verbrennt man sich die Hände an einer lange in Bewegung gewesenen Säge? 
Warum kann man eine glühende Kohle halten, wenn man die Hand mit zf- e 
bestreut hat? Warum wollen die Ofen nicht heizen, wenn sie voll Ruß sitzen? 
Warum bedeckt man im Sommer Eisgruben mit Stroh, Kartoffel- und Runkel— 
haufen, Rosenstöcke u. a. im Winter mit Stroh, Erde, Fichtenreisig und dergl.? 
Warum ist's unter Strohdächern im Sommer kühl, im Winter warm? Warum 
halten Doppelfenster warm? Warum sind die Saaten unter dem Schnee ge— 
schützt? Warum erwachen Erfrorene im Schnee oft wieder zum Leben? Warum 
durchschauert's uns frostig beim Winde und in nassen Kleidern? Warum ist's 
egen Morgen kälter als in der Nacht? Warum giebt es bei bedecktem Himmel 
selten, bei hellem öfter Nachtfröste im Frühling? Warum zünden die Winzer 
bei drohenden Nachtfrösten qualmende Feuer in den Weinbergen an? 
.« 25. Ausdehnung der Körper durch Wärme. a) Das 
Thermometer (Fig. 150) oder der Wärmemesser ist eine luft—- 
leere, enge Röhre, die unten in eine Kugel mit Quecksilber aus- 
läuft. An der Röhre ist eine Gradeinteilung. Zunächst ist der 
Siedepunkt, bis zu dem das Quecksilber bei der Hitze des 
siedenden Wassers steigt, und dann der Gefrier- oder Null— 
punkt, bis zu dem es bei der Temperatur des gefrierenden 
Wassers sinkt, festgestellt. Réaumur (spr. Reomür) hat den 
Zwischenraum zwischen diesen beiden Punkten in 80, Celsius in 
100 Grade geteilt. Nur letzteres soll noch gebraucht werden. Unter 
dem Nullpunkte liegen die Kältegrade, über ihm die Wärmegrade. 
b) Das Thermometer beruht auf dem Gesetz, daß 
Wärme die Körper ausdehnt und Kälte sie zusammenzieht. 
(Nur das Wasser macht eine Ausnahme! Es hat die größte 
Dichte und Schwere bei + 40 C. Wird es kälter oder wärmer, 
so dehnt es sich aus, wird leichter und steigt in die Höhe. Darum 
schwimmt Eis; die Eisrinde entsteht auf der Oberfläche des Wassers 
und nicht unten; im strengen Winter frieren Flüsse und Teiche nicht 
aus, und die Fische werden durch den Frost nicht getötet, weil das 
Wasser von + 4 C. als das dichteste und schwerste am Grunde stehen 
bleibt, während das kältere nach oben steigt und zu Eis wird.) 
Erwärmte Luft steigt in die Höhe, kalte aber strömt nach 
der Wärmequelle. Durch diese Bewegung der Luft zur Aus- 
gleichung der Temperatur entstehen die Winde und wird die 
1 Luftheizung bewirkt. Bei kaltem und warmem Wasser zeigt 
150. sich dasselbe Bestreben des Ausgleichs, und darauf beruhen die 
Thermometer. Meeresströmungen und die Warmwasserheizung. 
        
      
  
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