Full text: Hayn'sche Sammlung der Polizei-Verordnungen und polizeilichen Vorschriften der Regierungsbezirke der östlichen Provinzen Regierungsbezirk Liegnitz (II Teil II)

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18. Bekanntmachung, betr. die Einfuhr von Schweinefleisch aus Ruß= 
land, vom 21. Februar 1906. (Amtsbl. S. 59.) 
19. Bekanntmachung, betr. die Ein= und Durchfuhr von Schweine= 
fleisch aus Rumänien, Serbien und Bulgarien, vom 6. März 1906. 
(Amtsbl. S. 60.) 
20. Polizeiverordnung, betr. Schutzvorschriften für den Betrieb des 
Hufbeschlaggewerbes, vom 25. Juli 1888. (Amtsbl. S. 225.) 
Auf Grund der §§ 6, 12 und 15 des Gesetzes über die Polizeiverwaltung 
vom 11. März 1850, sowie des § 137 des Gesetzes über die Allgemeine Landes= 
verwaltung vom 30. Juli 1883 verordne ich unter Zustimmung des Bezirks= 
ausschusses was folgt: 
§ 1. Alle Schmiede, welche den Hufbeschlag ausüben, sind zur Ver= 
hütung einer Uebertragung ansteckender Krankheiten verpflichtet, die zum An= 
binden der Pferde beim Hufbeschlag dienenden Vorrichtungen, seien sie aus 
Holz oder Eisen, unmittelbar vor jedesmaligem Gebrauche mit fünfprozentiger 
Karbolsäurelösung zu desinfizieren. Die letztere ist durch Mischen von 1 Teil 
der im Handel als 100 prozentige Karbolsäure oder Acidum carbolicum 
depuratum bezeichneten Karbolsäure mit 18 Teilen Wasser unter häufigem 
Umrühren herzustellen. 
An Stelle der Karbolsäure kann Kreolin in demselben Mischungs= 
grade treten. 
§ 2. Ein Exemplar dieser Polizeiverordnung ist in jeder Schmiedewerk= 
stätte an einer in die Augen fallenden Stelle anzubringen. 
§ 3. Zuwiderhandlungen gegen diese Verordnung werden mit einer Geld= 
strafe bis zu sechzig Mark oder im Unvermögensfalle mit verhältnismäßiger 
Haft bestraft. 
Liegnitz, den 25. Juli 1888. 
Der Königliche Regierungspräsident. 
21. Polizeiverordnung, betr. die Stallungen für Handelsvieh vom 
16. November 1898. (Amtsbl. S. 385.) 
Auf Grund der §§ 6, 12 und 15 des Gesetzes über die Polizeiverwaltung 
vom 11. März 1850 und des § 137 des Gesetzes über die Allgemeine Landes= 
verwaltung vom 30. Juli 1883 wird unter Zustimmung des Bezirksausschusses 
für den Regierungsbezirk Liegnitz verordnet, was folgt: 
§ 1. Alle Stallungen, welche zum Einstellen von Handelsvieh (Pferde, 
Rindvieh, Schafe, Schweine, Ziegen) benutzt werden, sind nach jeder Be= 
nutzung sofort oder spätestens innerhalb 24 Stunden gründlich zu reinigen und 
zu desinfizieren. 
Bevor diese Stallungen nicht gründlich gereinigt und desinfiziert sind, 
darf Vieh nicht wieder hineingebracht werden. 
§ 2. Die Reinigung und Desinfektion ist in der Weise zu bewirken, daß 
Fußboden, Seitenwände, Türen und Türpfosten der Stallung mit Besen und 
heißem Wasser gründlich abgefegt, sodann mit heißer Sodalösung (½ kg Soda 
auf 1 Eimer Wasser) abgewaschen und mit Kalkmilch übertüncht bzw. über= 
gossen werden. 
Die für Handelsvieh benutzten Krippen, Futtertröge und Eimer sind nach 
der Reinigung mit siedendem Wasser auszubrühen.