Volltext : Also sprach Bismarck. Band II. 1870 - 1888. (2)

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Versailles,  14.  Februar  1871.

Zweite  und  dritte  Unterredung  mit  Kardinal
Bonnechose,  betreffend  den  Erlaß  der  dem  Bezirke
der  Seine  auferlegten  Kontribution.“

Bismarck  machte  dem  Kardinal  mittags  einen  Gegenbesuch
  und  teilte  demselben  mit,  der  König  werde  ihn  um
12½  Uhr  empfangen.  Der  Kanzler  riet  dem  geistlichen  Würdenträger
  wiederholt,  im  Interesse  der  Stadt  Rouen,  lieber
die  tatsächlichen  Verhältnisse  als  die  Rechtsansprüche  zu  betonen.


Abends  um  8⅛  Uhr  hatte  der  Kardinal  eine  dritte  Besprechung
  mit  Bismarck  in  dessen  Hause.  Letzterer  teilte  ihm
mit,  daß  er  Herrn  Picard  gesprochen  habe,  der  im  Namen  der
Deputierten  von  Rouen  gekommen  sei,  um  für  dieselbe  Angelegenheit
  wie  der  Kardinal  einzutreten.  —  „Ich  habe  es  rundweg
  abgelehnt,  mich  mit  dieser  Sache  weiter  zu  befassen;  Sie
werden  nur  aus  Rücksicht  auf  Ihre  Person  etwas  erreichen,
d.  h.  infolge  der  Eindrücke,  die  Sie  beim  König  hinterlassen.
Wem,  wie  Sie  mir  sagen,  der  König  Ihrer  Sache  günstig
gestimmt  ist,  so  kann  ich  Ihnen  nur  anheimgeben,  an  Seine
Majestät  tunlichst  bald  zu  schreiben  und  ihn  zu  bitten,  daß  er  sich
mit  einer  Abschlagszahlung  auf  die  auferlegte  Summe  begnüge
und  die  Ausführung  der  militärischen  Maßnahmen  aussetze.“

Versailles,  21.  Februar  1871.

Erste  Unterredung  mit  Thiers  über  den  Friedensschluß.“


Thiers  kam  um  1¼  Uhr  zu  Bismarck.  Auf  dem  Kamin
befanden  sich  zwei  Weinflaschen  mit  Kerzen,  welche  den  Dienst
von  Leuchtern  versahen.  Bismarck  kam  auf  Thiers  zu:  „Im

*")  A.  a.  O.  Bd.  II,  S.  145,  147.
*)  Thiers,  Notes  et  Souvenirs  1870—1873,  S.  109  u.  f.

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