Full text : Also sprach Bismarck. Band II. 1870 - 1888. (2)

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Bismarck  dankte  Crispi  für  diese  Erklärungen  und  versprach,
sie  zur  Kenntnis  Kalnokys  zu  bringen.

Crispi  berührte  dann  noch  eine  andere  Frage,  die  Ausübung
  der  bürgerlichen  Rechte  in  Deutschland  und  der  Deutschen
  in  Italien  auf  dem  Fuße  der  vollständigen  Gleichmäßigkeit.
  Er  bat  Biomarck,  dieses  Projekt  so  schnell  als  möglich,
zu  verwirklichen.  Bismarck  erinnerte  sich  des  Versprechens,
welches  er  Crispi  in  dieser  Beziehung  bereits  durch  den  deutschen
  Botschafter  in  Rom  gegeben  hatte,  und  versicherte,  die
Sache  sei  auf  dem  Wege  der  Erwägung  und  werde  einer
Lösung  entgegengehen.  „Man  studiert  jetzt  ein  bürgerliches
Gesetzbuch,  welches  bestimmt  ist,  alle  Einzelgesetzgebungen  im
Reiche  zu  unterdrücken;  man  muß  die  Justizminister  der  einzelnen
  Staaten  interpellieren.  Man  braucht  hierzu  Zeit,  aber
es  wird  so  schnell  gehen,  als  es  möglich  ist.“

Im  weiteren  Verlaufe  des  Tages  kamen  Bismarck  und
Crispi  bei  ihren  Spaziergängen  im  Walde  noch  einmal  auf
alle  erwähnten  Fragen  zu  sprechen,  wobei  sie  vollständig
einig  wurden.  Bismarck  erklärte  von  freien  Stücken,  er  wolle
England  interessieren,  den  Frieden  zwischen  Frankreich  und
Abessynien  zu  vermitteln,  auch  erklärte  er,  in  Wien  dafür
eintreten  zu  wollen,  daß  man  dort  die  italienische  Nationalität
wohlwollender  behandle,  und  was  die  Militärkonvention  anbelangt,
  so  wollte  Bismarck,  nachdem  er  die  Entschließungen
des  Kaisers  eingeholt,  Crispi  einen  Brief  schreiben,  in  Betreff
der  Eröffnung  der  Verhandlungen,  auf  welchen  Vorschlag
dann  Italien  sich  äußern  sollte.“)

Friedrichsruh,  Z.  Oktober  1887.

Unterredung  mit  Crispi,  betreffend  die  Einigkeit
der  beiden  Staatsmänner.

Bei  der  Abfahrt  Crispis  nach  der  Bahnstation  gab
Bismarck  noch  einmal  seiner  Freude  über  den  erhaltenen  Be-*

  Kritische  Bemerkungen  zu  Palamenghis  Publikation  finden
sich  in  dem  „Grenzboten“  Nr.  43  vom  22.  Oktober  1903.  Man