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der Monarchenbeziehungen sei doch wohl erfolgt, und am 23. Oktober
fügt er hinzu!), der Zar sei wenigstens mit der Überzeugung von Berlin
geschieden, daß der deutsche Kaiser ehrlich den Frieden wolle; er sei
nun auch über dessen Reise nach England und über seinen bevorstehenden
Besuch in Konstantinopel beruhigt. Auch in dem gegenseitigen Tragen
der Flügeladjutanten-Abzeichen, zu dem Kaiser Wilhelm die Anregung
gegeben habe, sei ein freundliches Symptom festzustellen. In Petersburg
aber war man nach einem Berichte des dortigen belgischen Gesandten
vom 1. November?) von der Wirkung des Zarenbesuches wenig
erbaut.
Das Ergebnis der Monarchenbesuche des Jahres 1889 besteht für
Baron Greindl nach einem Berichte vom 30. November 1889°) in der
Sicherung des Friedens. Auch die Panslawisten hielten sich zurück,
und ein französisch-russisches Bündnis schien gegenwärtig unwahrscheinlicher
denn je. Im Berliner Auswärtigen Amt beurteilte man die
Lage zuversichtlich, obwohl bedrohliche Truppenzusammenziehungen
an der russischen Grenze stattfanden. Die großen von Italien und Deutschland
für ihre Wehrmacht aufzuwendenden Kosten beunruhigen Greindl.
„Alles das würde mindestens überflüssig sein, wenn man den Frieden
für endgültig gesichert hielte. Er wird es tatsächlich nur durch die Macht
des Dreibundes; aber es ist schon viel, daß dieser einen Erfolg verzeichnet
und uns noch für einige Zeit die Fortdauer der Ruhe garantieren kann,
deren wir uns gegenwärtig erfreuen.“
1890
In den kommenden Monaten sind wir für die Beurteilung der französisch-russischen
Beziehungen hauptsächlich auf Äußerungen des belgischen
Gesandten zu Petersburg angewiesen, während der in Paris
befindliche ältere Baron Beyens nur wenig mitteilsam ist. Unentwegt
arbeitete der Panslawismus an der Verwirklichung seiner Ziele. So erfahren
wir aus einem Petersburger Berichte vom 31. Januar 1890%), daß
dem Kommandanten von Paris, General Saussier, von einem Delegierten
der slawischen patriotischen Vereine, Nicolas Notowitch, ein französischrussisches
Banner aus rotem Samt verehrt wurde, das zwei verschlungene
Hände und die Inschrift zeigte: „Sei gesegnet, französisch-russische
Allianz“ Saussier hatte als korrekter Soldat die Annahme der Fahne
von einer Genehmigung des Kriegsministers abhängig gemacht, worauf
sich Notowitch an Freycinet gewendet haben soll. Der Gesandte berichtet
bei dieser Gelegenheit, der gleiche Notowitch habe schon vor drei Jahren
dem General Saussier einen Ehrenbecher überbracht, den dieser auch
angenommen habe, und bei einer anderen Gelegenheit dem General Boulanger
einen von den Slawophilen Moskaus gewidmeten Ehrensäbel.
') Bd. V, S. 264/265.
2) Bd. V, S. 73.
3) Bd. V, S. 265 ff.
:) Bd. V, S. 9.
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