Heinrichs Kampf mit Adolf von Schauenburg. 397
tigte er sich Thüringens als eines erledigten Reichslehens.) Um 110.
die Mitte des November brach er dann zum zweiten Male auf, jetzt
aber nicht mehr bloß, um sich seines sicilischen Erbes zu bemächtigen,
sondern zugleich, um die Kaiserkrone auf sein Haupt zu setzen. In
Schwaben versammelte sich das Heer um ihn. Dort traf auch zu
Anfang des December Graf Adolf von Schauenburg mit ihm zusammen.
Auf die Kunde von der plötzlichen Heimkehr und dem
kriegerischen Beginnen Heinrichs des Löwen hatte derselbe, dem
Rathe seiner Freunde folgend, das Heer der Kreuzfahrer verlassen,
um so schnell wie möglich in seine Lande zurückzueilen und sie gegen
die Angriffe des Welfen zu vertheidigen. In Deutschland augelangt,
erfuhr er, daß durch des Königs energisches Einschreiten
die wesentlichste Gefahr bereits beseitigt war. Doch hielt er es für
nöthig, nach Sachsen zu gehen, denn in des Königs Abwesenheit
konnte so leicht ein neuer und für Heinrich den Löwen günstiger
Kampf beginnen. Heinrich VI. gab ihm zwar bei dieser Zusammenkunft
die ausdrückliche Zusicherung, ihn im Besitze aller seiner
Lande und dem ungestörten Genusse seiner Rechte zu schützen.)
Darauf trennten sich beide, Graf Adolf nach Sachsen, der König
mit kühnem Muthe nach Italien eilend.
Bei dem Heere Heinrichs VI. befand sich auch des Löwen ältester
Sohn, den ihm der Friede von Fulda in die Hände gegeben
hatte. Der junge Welfe scheint von dem Könige freundlich behandelt
worden zu sein; auch scheint er auf diesem Zuge selbst den Versuch
gemacht zu haben, auf einem anderen Wege als dem bisher verfolgten
zu seinem Ziele, der Wiederherstellung der welfischen Macht, zu
gelangen. Nicht wie sein Vater als wortbrüchiger Rebell mit den
Waffen in der Hand, wollte er Heinrich dem VI. dieses Zugeständniß
abnöthigen, sondern ihn sich dadurch gewinnen, daß er sich treu
und ergeben und als ein eifriger Diener bewies. Wie weit er in
diesem Streben gegangen und ob er wirklich gegründete Aussicht
hatte, auf diesem Wege etwas auszurichten, müssen wir dahingestellt
sein lassen. Jedenfalls aber übertrieben und unrichtig ist die sich
wohl findende Angabe, daß sich der junge Heinrich namentlich dadurch
ein großes Verdienst um Heinrich VI. erworben habe,
1) Ann. Colon. max. p. 798. Zeitpunkt der Rückkehr des Grafen
Ann. Stederburg. ¾- 223. Ann. A#e if nach Sachsen vgl. Cohn, de
Reinhardsbrun. a. 1190. as ctc. p. 46, — eine sehr scharf-2)
Arnold. Lub. V 7. Ueber den siuge Unlrsuchung.
Dec.