Full text: Quellensammlungen zum Staats-, Verwaltungs- und Völkerrecht. 1. Band. (1)

Kr. 4. Nr. 45. Erl. betr. Bezeichng. d. Behörden, Beamten u. d. kais. Wappen. V. 3. Aug. 1871. 113 
Nr. Au. Sesetz, betreffend die verkündung der Gesetze und 
Verordnungen. vom 3. Juli 1871.0) 
(Gl. f. Els.-Lothr. Nr. 1, S. 2; ausgeg. am 5. Zuli 1871). 
Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden Deutscher Kaiser, König von Preußen 2c. 
verordnen im Namen des Deutschen Reichs, in Gemäßheit des Gesetzes vom 9. Juni 
d. J.“) nach erfolgter Zustimmung des Bundesrathes, für Elsaß-Lothringen was folgt: 
§. 1. Die für Elsaß-Lothringen erlassenen Gesetze und Kaiserlichen Verord- 
nungen erhalten ihre verbindliche Kraft durch ihre Verkündung in einem Gesetzblatt, 
welches den Titel „Gesetzblatt für Elsaß-Lothringen“ führt und vom Reichskanzler- 
Amts) herausgegeben wird. Die Präfekten werden, soweit nöthig, dafür sorgen, daß 
eine französische Uebersetzung dieser Gesetze und Verordnungen durch das Amtsblatt 
des Departements bekannt gemacht wird. 
§. 2. Sofern nicht in dem verkündeten Gesetze ein anderer Anfangs-Termin 
seiner verbindlichen Kraft bestimmt ist, beginnt diese mit dem vierzehnten Tage nach 
Ablauf desjenigen Tages, an welchem das betreffende Stück des Gesetzblattes in 
Berlins) ausgegeben worden ist. 
Gegenwärtiges Gesetz tritt am Tage seiner Verkündung in Kraft. 
Urkundlich unter Unserer Höchsteigenhändigen Unterschrift und beigedrucktem 
Kaiserlichen Insiegel. 
Gegeben Berlin, den 3. Juli 1871. 
(L. S.) Wilhelm. 
Fürst v. Bismarck. 
Nr. 45. Allerhöchster Erlaß, betreffend die Bezeichnung der Behörden 
und Beamten des deutschen Reichs, sowie die Feststellung des Kaiser- 
lichen Wappens und der KNaiserlichen Standarte. vom 3. Auguft 1871. 
(RGBl. Nr. 34, S. 318; berichtigt S. 458.) 
Auf Ihren Bericht vom 27. Juni d. J. genehmige Ich: 
1) daß die nach Maßgabe der Verfassung und der Gesetze des Deutschen Reichs vom 
Kaiser ernannten Behörden und Beamten als Keiserliche zu bezeichnen sind; 
2) daß als Kaiserliches Wappen der schwarze, einköpfige, rechtssehende Adler mit rothem 
Schnabel, Zunge und Klauen, ohne Scepter und Reichsapfel, auf dem Brustschilde 
den mit dem Hohenzollern-Schilde belegten Preußischen Adler, über demselben die 
Krone in der Form der Krone Karls des Großen, jedoch mit zwei sich kreuzenden 
Bügeln, in Anwendung gebracht werde; 
3) daß die Kaiserliche Standarte in gelbem Grunde das eiserne Kreuz, belegt mit dem 
Kaiserlichen, von der Kette des Schwarzen Adler-Ordens umgebenen Wappen im 
gelben Felde und in den vier Eckfeldern des Fahnemuchs abwechselnd den Kaiser- 
lichen Adler und die Kaiserliche Krone enthalten soll. 
Coblenz, den 3. August 1871. 
Wilhelm. 
Fürst v. Bismarck. 
An den Reichskanzler. 
  
1) Vxgl. die VO. v. 9. September 1870 (oben S. 81). ) Oben S. 111. 
2) S. jetzt RG. v. 4. Juli 1879 (unten Nr. 92) § 22. 
Triepel, Quellensammlung. 8