nes bat, auch meinerseits alles zu tun, um Seine Maje—
stät von übereilten, niemals wieder auslöschbaren Ent—
schließungen zurückzuhalten.
Nach dem Berichte Schulenburgs hatten die Ereig—
nisse bis zu meinem Eintreffen sich wie folgt entwickelt:
Mein Vater hatte am frühen Morgen mit seinem
Generalstabsoffizier, Major Niemann, die Lage ein—
gehend erörtert und sich entschlossen, dem drohenden Um—
sturz die Stirn zu bieten. Mit diesem festen Entschluß
kam der Kaiser zu einer Besprechung, zu-der der Generalseldmarschall
und General Gröner, Plessen, Mar—
schall, Hintze, Herr von Grünau und Major Niemann
zugezogen worden waren.
Der Generalfeldmarschall hatke da als erster gleich
einleikend ein paar Worke gesprochen, die klar erkennen
ließen, daß er soweit war, das Ganze aufzugeben: Er
müsse Seine Majestäl um seine Enklassung bitten, da
er das, was er auszusprechen sich genötigt fühle, seinem
Könige und Herrn als preußischer Offzier nicht sagen
könne.
Nur mit dem Kopse hakke der Kaiser gezuckk: Erst
hören, was es ist —
Jetzk hatte General Gröner das Work ergriffen —
mir war es, wie mir Schulenburg den Inhalt seiner
Darlegung (kizzierke, als ob ich ihn vor mir sähe und
reden hörke! Gröner — seik knapp zwei Wochen der
neue Mann auf dem verlassenen Platze Ludendorffs,
der Mann, der Hemmungen, wie sie dem allen Generalfeldmarschall
die Worke in der Kehle würgken, nicht
kannte. Ein neuer Ton, der sich brüsk und demonstraliv
von allem Herkommen lossagtke, der sich an dieser Miß—
Kronprinz Wilbelm, Erinnerungen. 18
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