110 Das deutsche Hauptquartier rüstet sich zur Heimkehr.
Das deutsche Reich und der erste deutsche Reichstag.
Das große Hauptquartier hatte seine Aufgabe gelöst und schickte
sich zur Heimkehr an. Das Vaterland jauchzte ihm mit einem
Herzen voll Dank und voll Begeisterung entgegen. In allen Städten
Deutschlands wurden auf die Nachricht von dem Abschluß der Präliminarien
Friedensfeste gefeiert und dabei der Resultate dieses
glänzenden Krieges, der hohen Stellung des jetzigen Deutschlands,
der deutschen Armee und ihrer Führer mit dem Gefühl unendlicher
Genugthuung gedacht. Selbst an fernen Gestaden, in London,
New-Vork, St. Francisco hielten die Deutschen Sieges= und Friedensfeste
und sprachen mit freudigem Stolz von der alten Heimat. Kaum
irgend einmal in der Geschichte fand eine innigere Verschmelzung
von Volk und Heer statt als in diesem Kriege. Vom Beginn bis
zum Ende war Deutschlands Herz bei seiner Armee, war Deutschland
nicht müde, die Soldaten und ihre bedürftigen Angehörigen
aufs reichlichste zu unterstützen. Darum war auch die Heimkehr der
Sieger der schönste Triumphzug, welchen die Welt gesehen hat. Am
7. März verließ Graf Bismarck mit seinem diplomatischen Stab
Versailles und traf, dem Hauptquartier vorauseilend, überall, wo
er erkannt wurde, aufs freudigste begrüßt, in der Früh des 9. März
in Berlin ein, wo Vorbereitungsgeschäfte für den Reichstag seiner
harrten. Gleichfalls am 7. März verließ der Kaiser Versailles und
verlegte sein Hauptquartier nach Ferrières. Auf dem Wege dahin
hielt er auf dem Schlachtfeld von Villers, wo am 30. November
und am 2. December von Sachsen und Württembergern so blutig
gegen die feindliche Uebermacht gestritten worden war, Parade über
das sächsische Korps, das 1. bairische Korps und die württembergische
Division. Es waren gegen 40,000 Mann unter dem Oberbefehl
des Kronprinzen von Sachsen. Der Kaiser drückte den Truppenführern
seinen Dank aus und sprach über jene Kämpfe an der Marne