Full text : Gesetzsammlung für das Fürstenthum Schwarzburg-Rudolstadt. Siebenundzwanzigster Jahrgang. 1866. (27)

108  1866.

Bei  Candidaten,  die  weder  die  1.  Classe  der  hiesigen  Nealschule,  noch  die  3.  Classe
des  Gymnasiums  bis  zum  Schluß  des  Cursus  besucht  haben,  wird  in  jedem  einzelnen
Falle  durch  das  Ministerium  bestimnt,  wie  der  Nachweis!n  öber  den  Besiß  der  erforderlichen
  Kenntnisse  geführt  werden  soll.

Bei  Forstdienst-Asspiranten  genügt  zur  Zulassung  zum  Feldmesser-Examen  der
Nachweis  des  Besitzes  der  durch  dle  regulativmäßige  Prüsung  erworbenen  Qualification
  zum  Forstgehülfen,  (vergl.  Regulativ  vom  31.  Januar  1862  S§F.  6.  7.  8.  9.  —
Ges.-Samml.  1862  S.  1—)  und  der  mindesteus  einjährigen  Beschäftigung  bei  einem
Feldmesser  in  der  vorher  bestimmten  Weise.

8.  3.

Die  Meldung  zur  Prüföng  erfolgt  bei  der  Reglerung  unter  Ueberreichung  der
Zeugnisse  und  eines  von  dem  Eindidaten  selbst  verfaßten  und  eigenhändig  geschriebenen
  Lebenslaufes.

Gleichzeitig  hat  die  Einzahlung  der  Enminationegehühr  zu  erfolgen  (§.85
10  des  Sportelgesetzes  vom  4.  März  1859)..

Nach  erfolgter  Prüfung  und  etwaniger  Bewollsländigung  der  gemachten  Vorlagen
wird  die  Vornahme  des  Examens  vor  der  Prüfungs-Commission  angeordnet.

8.  4.

Die  Commission  erthellt  dem.  n  zunãͤchsi  eine  Probearbeit,  welcht  im
Copiren  oder  Reduciren  einer  Charte  be

Sind  hierzu  pass  ende  Charten  im  7  nicht  vorhanden,  so  können  gestochene
Siluations-,  hydrographische  oder  topographische  (nicht  geographische)  Charten  als
Probearbeiten  ausgewählt  werden,  die  der  Candidat  sich  selbst  zu  beschaffen  hat.

Bei  der  Auswahl  der  Charten  ist  eine  übermäßige  Ausdehnung  derselben  zu
vermeiden,  wohl  aber  darauf  zu  sehen,  daß  Hügel,  Berge,  Seen  oder  Flüsse  2c,
Waldpartien,  Wiesen,  Gärten  und  Oerter  vorkommen.

Der  Candidat  hat  die  Charte  auf  Velinpapier,  welches  vorzer  auf  Leinwand
gezogen  werden  muß,  zu  zeichnen.  Soll,  was  in  der  Regel  geschehen  muß,  die  Zeichnung
  colorirt  werden,  so  sind  die  Gebãnde  roth,  die  Gewässer  blau,  die  Wege
braun,  die  Wiesen  grũün,  die  Gärten  saftgrün  und  die  Holzungen  schwärzlich
  anzulegen.