Full text : Königlich-Baierisches Regierungsblatt. 1807. (2)

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es  am  zweckmaͤßigsten  befunden,  die  denselben
  in  fruͤheren  Zeiten  in  den  Kameralwal—-dungen
  zugestandenen  Berechtigungen  aller
Art,  als  Bau=  und  Brennholz,  Weide,
Setreu,  Gräserei  2c.  mit  dem  Zeitpunkt  aufzuheben,
  wo  diese  Güter  dem  allerhöchsten
Aerar  heimfallen  und  neu  verliehen  werden.

Sämcliche  königliche  Rentämter  werden
daher  hiermit  angewiesen,  bei  diesen  Bestandeserneuerungen
  die  Dodingung  ausdräcklich
festzusezen,  und  in  den  Bestandbrief  einzuricken,
  daß  der  neue  Beständer  (oder  Lehenmann)
  keinen  Anspruch  mehr  auf  die  von
seinem  Vorgänger  genossenen  Vortheile  in  den
Kameralwaldungen  zu  machen  habe,  und
jedesmal  das  einschlägige  Oberförsteramt  davon
  in  Kenntniß  zu  sezen.

Wenn  in  einzelnen  Fällen  die  auf  den  ere:
wähnten  leibfälligen  Gütern  hergebrachten  Berechtigungen
  in  den  Kameralwaldungen  von
so  großem  Belange  seyn  sollten,  daß  durch
deren  Aufhebung  der  neue  Beständer  nicht
mehr  im  Stande  wäre,  die  auf  dem  Gute
radizirten  Abgaben  fort  zu  enriichten,  so  ist
bei  der  vorschriftsmäßigen  Einberichtung  bieser
  Bestandes-Veränderung  eine  verhältnißmäßige
  Moderation  der  Abgaben  in  Antrag
zu  bringen.

Süämtliche  Rentémcer  werden  zur  genauen
Befelgung  dieser  Verordnung  angewiesen.
Ulm,  den  3.  Juli  1807.

Königliche  Landes=  Direktion
in  Schwaben.
Freiherr  von  Gravenreuth.
·  Hofl.

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Aufruf
an  die  neuen  Vasallen  der  Provinz  Bamberg.
(Die  Muthung  vorhin  fremoberrischer  und  deutscher
  Reichslehen  betreffend.)

Im  Namen  Seiner  Masjestät  des  Königs.

Ganz  im  Sinne  des  Preßburger-Friedens,
und  der  Rheinischen  Bundes-Akte  vom  12.
Juli  vorigen  Jahres,  nach  welchem  alle  lehenherrlichen
  Rechre,  welche  ein  Verbündeter
über  die  Unterthanen  eines  anderen  auszuüben
hat,  als  wechselseitig  überwiesen  anzusehen
sind,  dann  nach  erfolgter  Auflssung  des  vormaligen
  deutschen  Reiches  haben  zwar  bereits
mehrere  Besszer,  welche  in  diesseltiger  könizlicher
  Provinz  gelegene  Güter  und  Rechte  entweder
  von  dem  deutschen  Kaiser  und  Reiche.
oder  einzelnen  Ständen  desselben  zu  Lehen  tragen,
  um  Wiederverleihnnz  dieser  Lehen  bei
unterzeichneter  königlichen  Provinzial-Lehen=Bchörde
  geböhrend  nachgesuchet,  allein  der
bei  weitem  größere  Theil  derselben  ist  mit  diesem
  schuldigsten  Ansuchen  zurücke  geblieben.

Da  nun  spätestens  bis  zum  1.  September
dieses  Jahres  die  gesezliche  Frist  zu  Cnde  ge:
het,  so  werden  alle  diesenigen,  welche  dergleichen
  in  dem  Umfange  der  Provinz  Bamberg,
und  in  den  derselben  einverleibren  Souverainitäts-Bezirken
  befindliche  Lehen  besizen,  ohne
selche  bis  jezt  gemuthet  zu  haben,  so  wie  die
allenfallsigen  Mitbelehnten  andurch  hierauf
aufwerksam  gemacht,  mit  der  angehäugzuen
Aufsoderung,  erwähme  Lehen  noch  vor  Ablauf
  des  vorbestimmeen  Termines  hierorts  gehörig
  zu  requiriren,  zu  welchem  Ende  auch
1.  der  jungsie  Lehenbrief,  und