Full text : Erinnerungen des Kronprinzen Wilhelm.

sprengter,  Drückeberger  und  Urlauber  herum,  die  teils
jeden  Tag,  den  sie  länger  der  Truppe  fern  blieben,  als
Geschenk  Gottes  auffaßten,  teils  wegen  der  Überlastung
der  Bahnen  gar  keine  Möglichkeit  mehr  fanden,  ihre
Truppenteile  zu  erreichen.  Ich  erinnere  mich  aus  dieser
Zeit  einer  Fahrt  zur  Front,  die  mich  durch  den  Haupt—
knotenpunkt  Hirson  führte.  Da  war  gerade  Essensemp—
fang  für  Urlauber  und  Versprengte,  die  zu  Hunderten
umherstanden.  Ich  mengte  mich  unker  die  Leute  und
sprach  mit  vielen  von  den  Männern.  Was  ich  zu  hören
bekam,  war  hart  genug:  Die  meisten  hatten  den  Krieg
satt  und  verbargen  kaum  ihre  Scheu  vor  dem  Wiederanschluß
  an  ihre  Truppe  —  nicht  alle  davon  waren
Lumpen,  da  war  auch  manches  Gesichk  darunker,  dem
man  es  ansah,  daß  die  Nerven  nicht  mehr  hielken,
daß  die  Spannkraft  nichk  mehr  reichke,  daß  ein  primitiver,
  hemmungsloser  Selbsterhaltungskrieb  Herr  geworden
  war  über  alle  Einsicht  in  die  Rokwendigkeik,
durchzuhalken,  zu  widerstehen.  Rakürlich  waren  auch
unker  den  Versprengken  von  Hirson  eine  Anzahl  ganzer
Kerle,  die  ihre  gute  Gesinnung  und  Haltung  bewahr
hakten.  "F

Gegen  diese  Aufsplikterung  von  Kräften,  die  bei  neuer
kraftwoller  Zusammenfassung  immerhin  zu  einer  werkvollen
  Hilfe  in  unserer  täglich  größeren  Nok  hätten
werden  können,  ist  leider  nichfs  oder  nahezu  nichks  gescheben.
  Hier  häften  nur  ganz  große,  durchgreifende  neue
Ilaßregeln  helfen  können,  deren  Anordnung  dem  Befehlsber
  eiche  der  O.  H.  L.  unkerstanden  hätte.  Wir  taten
im  Bereiche  der  Heeresgruppe  naktürlich  alles,  was  in
unseren  Kräften  stand,  um  in  dieses  Chaos  Ordnung  zu

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