Volltext : Königlich-Baierisches Regierungsblatt. 1808. (3)

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sich  der  persönlichen  Dienstesleistung  entzieber,
  selbe  entweder  geradebin  verweigert,  oder
aber  unter  verschiedenen  ungegründeten  Vorwänden
  rc.  sich  von  selben  zu  befreien  sucht;
so  ist  er  zur  Pflichterfüllung  durch  Ermabnungen,
  und,  wenn  diese  fruchtlos  wären,
durch  Geld,  und  nötbigenfalls  auch  persönlichen
  Arrest  anzubalten.

F.  17.  Die  Geldstrafen  fließen  in  die
Bürger-Militä=  Kasse.  Arreststrafen  aber
bestehen  im  Haus=  und  engen  Arreste.

Un  lezteren  realisiren  zu  können,  sind  zwei
Zimmer  bei  jedem  Stadtmazistrate  bereit  zu
balten;  das  eine  für  Unterofsiziere  und  Gemeine,
  und  das  zweite  für  Oberoffiziere.

I.  18.  Ebe  eine  Wache  aufzieht,  muß
die  Parade  ebevor  genau  visttirt  werden.

Die  Kompagnie=  und  Eskadrons-Cbefs
sind  verantwortlich,  daß  ihre  teute  gut  bewaffnet,
  und  reglementmässig  gekleidet  auf
der  Wachparade  erscheinen.

Zu  diesem  Ende  genügt  es  nicht,  daß  der
Adjutant  bei  jeder  Wachparade  gegenwärtig
sey;  sondern  es  muß  auch  abwechslungsweise
  ein  Oberoffizier  zur  Inspektion  biezu
beordert  werden.

I.  10.  Daß  die  bürgerlichen  Stabs-Oföziere
  diesfalls  öfter  nachsehen,  und  bei  der
Parade  erscheinen  sollen,  bedarf  nur  der  Er
innerung,  da  man  von  ihrem  Diensteseifer

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überzeugk  ist,  daß  sie  aus  eigenem  Triebe
auch  bierin  ihrer  Pflicht  genügen  werden.

§.  20.  Wenn  ein  Bürger-Soldat,  der
auf  die  Wache  zieht,  sein  Gewehr  nicht  in
dem  erfoderlichen  Stand  bat,  wenn  dasselbe
und  sein  tederwerk  nicht  reinlich  und  blank
gepuzet,  und  er  selbst  nicht  vorschriftmässig
und  rein  gekleider  ist;  so  unterliegt  er,  nach
Umständen,  einer  Geld=  oder  Arreststrafe.

I.  z#.  Der  mit  einem  gebrochenen
Feuergewehre  aufziehet,  wird  eben  so  gebüs
set;  denn  er  führt  eine  Waffe,  die  er  nie
mit  Erfolge  gebrauchen  kann.

I.  22.  Der  sich  endlich  im  Dienste  verspätet,
  oder,  daß  er  selben  nicht  persoͤnlich
leisten  könne,  sich  zu  spät  entschuldige,  wird
ebenfalls  mit  einer  Geld=  oder  Arreststrafe
gebüße.

Man  versseht  sich  übrigens  vom  gesamten
  Bürger-Militär,  daß  dasselbe  zu  seiner
eigenen  Ebre,  und  zum  allgemeinen  Besten
diese  Verschrift  genau  und  pünktlich  befolgen
  werde.

Munchen  den  7.  Februar  1808.
Königliches  General-kandes-Kommissariat
  von  Baiern.

Freiherr  von  Weichs.
Capeller.