Amftliche
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frelgegeben.
Das Vaterlanb spanntl seine Kräfte aufs äußerste an.
Es arbeitet demnächst mit allen seinen Mitteln ohne Rest
von Spielraum. Damit verändern sich die überkommenen
Gesetze seiner Wirtschaft. Was ehedem vorsichtig, sparsam,
nützlich und notwendig schien, das ist heute überflüssig, fehlerhaft
und schädlich geworden, wenn es. nicht zum Gelingen des
großten Ganzen beiträgt. Niemand darf heute, sei es selbst
zugunsten einer guten Sache, unterlassen oder gar hindern,
was die Landessicherheit vermehrt.
Besonnenheit hilft mehr als Eifer. Jedes Erzeugnis
der verfeinerten Wirtschaft, iede Maschine und jeder chemische
Prozeßt,, jeder Güterverkehr und jedes Geschäft gelangt mit
der Verfeincrung zugleich in den Gefahrenbereich des
Zwanglaufes, wo Störung und Zerstörung drohen, sobald
die Vernunft des Würters erlahmt. Nur wer auf lange
Sicht hinans, ohne Beeinträchtigung der Zukunft, des Nachbarn,
der Allgemeinheit wirtschaftet, darf sich rühmen, ein
nützliches Mitglied der Kriegswirtschaft zu sein.
Nicht einmal jeden zweckmäßig scheinenden Fleiß kann
man allein um seines Mühens willen loben. Wer Wasser.
dampf erzeugte und ließe ihn danach nutzlos verpuffen, gälte
allerorten als Narr. Aber oft genug wird von der edelsten
Form des wirtschaftlichen Dampfes, vom menschlichen Geist,
ein groster Bruchteil glatt vertan. Außer dem Aufwand
must der Wirkungsgrad der Arbeit gesteigert werden. Alle
Verluste, die durch Reibungen und Ungenanigkeiten entstehen,
müssen verschwinden. Aus jedem Entgegen- und
Wettlaufen mus ein Zusammenlaufen werden.
Der Staat kann vieles anordnen und überwachen. Aber
er überschritte die Grenzen seiner Verantwortlichkeit und
seines Leistungsvermögens, wenn er sich unterfinge, alles
Tun und Unterlassen jedes einzelnen von Amts wegen vorzuschreiben.
Er ist nichts anderes als der Ausdruck des
Gesamtwillens seiner Angehörigen. In Stunden, wo dieser
Wille eindentig auf ein einziges Ziel gerichtet ist, wo jeb.
einzelne das Eine, den Sieg, erringen will, bedarf der Staat
ber unmittelbaren, bewußten, tätigen Hilfe des ganzen
T
Volkes. Er sorgt, beraten vom Fachverstand der Besten,
für die Wegweisung, für die Sperrung des offenkundig
Bösen und für die Ermunterung zum Guten. Das Gute
recht zu tun, verantwortet jedermann vor sich selbst.
einstweilen drängt die Erfahrung der letzten Wochen
“* dr Bitte an olle, die es angeht, folgende Regeln zu
cachten:
1, Die Grenzen des Kriegsschauplatzes weiten sich Kündlich,
und kein Teil der Kriegswirtschaft ist so Krsche wie
die Eisenbahn. Gewiß kann man ihren Dienst auf die
reine Kriegsnotwendigkeit beschränken, gewiß kann man
ihren rollenden Bestand nach Kräften vermehren: alles das
geschieht. Aber wiederum reicht die amtliche Maßnahme
nicht aus, wenn sich nicht bis in die letzte Faser hinein das
Bahnnetz mit dem Geiste der Gemeinsamkeit erfüllt. Kein
Wagen darf als Lagerraum ruhender Güter vergendet
werden; kein Wagen darf an das Ziel rollen, wenn der
Empfäuyer nicht gerüstet ist, ihn schleunig zu entladen;
nicht der Lieferer, sondern der Besteller hat den Zeitpunkt
des Versandes zu bestimmen, und der Besteller hat diesen
Zeitpunkt nach Maßgabe des unentbehrlichen kriegswichtigen
VBedürfnisses zu wählen. Zumal mit Massengütern mus½
sinnvoll hausgehalten werden; weder darf sich die Vorratsdecke
so sehr verdünnen, daß die Verkehrszuckungen auf den
blanken Leib des Wirtschaftsbetriebes einwirken, noch darf
sie zum Schaben anderer Verbraucher ein Uebermaß an
Dicke erreichen. Verbraucher und Erzeuger müssen einander
planmäßig so zu finden trachten, daß nur mehr der Best.
gelegene mit dem Bestgelegenen verkehrt; kein Wagen darf
um alter Gewohnheiten willen seine Umlaufwege verlängern.
Kein Wagen darf, wenn es sich irgend vermeiden
zäßt, leer oder teilbeladen umlaufen. Verkehrsverbände von
Nachbarn könnten in vielen Fällen die Vollbeladung schaffen.
2. Niemand soll zur Erfüllung seiner Einzelwünsee
unnütz reisen, reden und schreiben. Zumal zu Vheiiche
mit dem Mittelpunkt des Getriebes bedient man sich am
besten des Sprachrohres einer Gruppe, der man nach
Standort oder Beruf zugehört. Je größer die Gruppe ist,
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