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Wie sehr auch Kleinmuth beschaͤmt worden waͤre! Gleich
auf dem Nürnbergischen Reichstag des folgenden Jahres ge— 1532
stand man den Protestanten wieder eine Religionsfreiheit zu,
welche zwar nichts weniger als bestimmter oder weniger karg
war als die bisherigen Vergünstigungen, auch immer noch den
fatalen Synodaltermin hatte, und gegen die Schweizerische
Partie eine Gränzlinie zog; unterdeß doch eine neue Versicherung
war. Das war auch die letzte Freude, die Churfürst Johann
der beständige erlebte. Mchte er doch mehrere seiner
Eigenschaften seinem Sohn, Johann Friedrich, hinterlassen
haben, als die einzige Treue gegen erkannte Wahrheit.
Alles entwickelte sich uͤbrigens im Ganzen immer noch
besser. Die nothwendige Abwesenheit Karls in Spauien, das
unwiederbringliche Zerfallen des Schwaͤbischen Bundes, der bisher
dem vertriebenen Herzog Ulrich von Wirtemberg an seiner
Wiederherstellung hinderlich war, die gluͤckliche Unterdruͤckung
des Muͤnsterischen Fanatismus, der Tod des Churfuͤrsten Joachim
I. von Brandenburg, ein ueuer Franzoͤsischer Krieg wegen
Mailand — alles traf wie bestellt zusammen. Selbst auch
zwischen der Schweizerischen und Saͤchsischen Partie wurde zu 1536
Wittenberg Friede geschlossen, und man merkt schon an dem
Tone des Aufsatzes, den Luther zu Schmalkalden machen
mußte, wie viel seit sechs Jahren gewonnen worden seyn
müsse. Wenn aus der von P. Paul III. so ganz nahe gezeigten
Synode etwas werden sollte, so wollten die Protestanten
freimüthig sprechen!
Dank für den Segen Gottes, der sie so allmälig ins freiere
emporkommen ließ. Unendlich wünschenswerth waren solche
läuternde Gefahren, die immer den Ausgang der Sache verherrlichten,
— verglichen mit der Reformationsentwicklung,
welche durch die Launen eines Königs bestimmt wurde.