Contents : Spittler’s sämmtliche Werke. Fünfzehnter Band. (15)

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dem  permanenten  Patrizier-Luxus  ist  ein  Varietaͤts-Lurus
geworden,  und  zwar  ein  so  jagender,  der  Laune  des  Augenblicks
  hingegebener  und  dabei  kostbarer,  daß  er  nothwendig
  den  Wohlstand  der  Menschen  vernichter  und,  sofern  nicht
durch  Handel  und  Gewerbe  die  Quellen  des  Reichthums
fortwährend  in  steigender  Fülle  fließen,  das  Mark  der  Länder
  aufzehrt.
K.50.
Mittel  der  Armuth  abzuhelfen.

Dieß  ist  nun  der  natürliche  Gang  der  Dinge,  den  man
nicht  ändern,  blos  lenken,  mildern  kann;  so  wie  denn  auch
sonst  noch  manches  hieher  Gehdrige,  z.  B.  daß  es  mehr
Hölflose  weiblichen  als  männlichen  Geschlechts  gibt,  in  jenem
  natürlichen  Gange  der  Dinge  gegründet  ist.  Auf  ihn
muß  man  aber  beständig  sein  Auge  gerichtet  haben,  weil  sich
die  Mittel,  die  Quellen  der  Armuth  zu  verstopfen,
  die  Art  der  Versorgung  der  Armen  selbst,  nach  jenen
verschiedenen  Perioden  des  gesellschaftlichen  Zustandes,  aͤndern.

So  denn  ist  für  den  einfachen  gesellschaftlichen  Zustand,
wo  alles  blos  in  einzelnen  kleinen  Gesellschaften  vom  Ackerbau
  lebt,  gleich  das  erste  jener  Mittel,  das  natürlichste,
was  darin  besteht  1)  den  Armen  eines  jeden  Orts  einen
einen  gewissen  Distrikt  anzuweisen,  wo  sie  einheimisch
oder  vorzüglich  gekannt  sind,  der  für  sie  sorgen  soll,  und  wo
die  Art  zu  sorgen  den  Einwohnern  dieses  Distrikts  überlas
sen  bleibt.  Erst  werden  die  Armen  nur  beliebig  herumgefüttert;
  dann  wählt  sich  jede  wohlhabende  Familie  Einige,
für  die  sie  sorgt.  Eine  Einrichtung,  die  leicht  moͤglich  ist,
wo  der  Armen  noch  wenige  sind;  die  auch  den  Vortheil.
gewährt,  daß  sie  den  Wohlthäter  und  Empfänger  in  unmittelbare
  Verbindung  bringt,  und  daß  auf  diese  Weise  die