Volltext : Königlich-Baierisches Regierungsblatt. 1812. (8)

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Art.  163.  Da  dieses  wechselseitige  Einund
  Austreten  zwischen  Bruͤdern  nicht  sowohl
als  eine  eigentliche  Einstellung,  sondern
gewisserniaßen  als  eine  ausgedehntere
Vertauschung  anzusehen  ist,  so  bedarf
es  auch  hiebei  weder  der  ausdruͤcklichen  Bestimmung
  oder  Nachweisung  einer  Einstands-Summe,
  noch  der  auf  diese  Bezug  habenden
Belege.

Art.  164.  Damir  aber  diese,  lediglich  das
Wehl  der  einzelnen  Familien  nach  ihrem  besondern
  Verhältnisse  beabsichtigende,  Begüngünstigung
  zum  Nachtheile  des  Militairdienstes
  oder  der  übrigen  Militairpflichtigen  nichr
zu  weit  ausgedehnt  werde;  so  wird  hiemit
ausdrücklich  wiederholt,  daß  übrigens  die,  in
dem  gegenwärtigen  Titel  gegebenen  Vorschriften
  in  Bezug  —  auf  die  zu  übernehmende
Dienstzeit  des  eintretenden  Bruders  —  Monturs-Vergürung—
  die  zu  bezahlenden  36  Gulden
  u.  s.  w.  in  genaue  Anwendung  gebracht
werden  müssen,  indem  eine  Ausnahme  hievon
nicht  statt  hat.  —

Art.  16s.  Der  austretende  Bruder  geht
nebsidem  in  jene  Altersklasse,  worin  sein  eingetretener
  Bruder  stand,  dergestalt  über,  daß
er,  wenn  diese  Klasse  in  der  Folge  aufgerusen
  würde,  nach  der  Ordnung  der  gezogenen
Numer  marschiren  muß,  in  welchem  Falle
ihm  jedoch  jene  Zeit,  welche  er  schon  gedient
  hat,  zum  Guten  gerechnet  wird.

 

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Vierzehnter  Titel.

Von  der  Entlassung  vor  vollendeter
  Dienstzeit.

Art.  106.  Die  Dienstzeit  ist  auf  sechs
Jahre  bestimmt,  und  kein,  nach  den  Gesezen
  der  Konskripzion  ordnungsmäßig  eingereihteter
  Konskribirter,  oder  sonst  freiwillig
zugehender  Militärpflichtiger  kann  vor  der
vollendeten  sechsjährigen  Dienstzeit  in  der
Regel  die  Entlassung  erhalten.  Dieselbe  darf
nur  in  den  drei  (oben  Titel  7.  Art.  o4.)
bezeichneten  Fällen,  wenn  diese  legal  und
vollständig  erwiesen  sind,  gegen  Lösung  des  Emlassungs-Scheines
  (Titel  11.  Nrt.  138  139.)
ertheilt  werden,  und  sollen  diejenigen,  welche
  im  Art.  98.  als  eine  ausgedehntere
Ausnahme  angegeben  sind,  auf  wirklich
dienende  Soldaten  durchaus  keine  Anwendung
  haben,  höchstens  nur  als  solche  betrachtet
  werden,  in  welchen  bei  Friedenszeiten
  die  Einstellung  eines  andern
Mannes  mit  Beobachtung  der  hierwegen
(im  Titel  b.  und  13.)  erhaltenen  Bestimmungen
  bewilliget  werden  könnte.

Art.  167.  Der  Soldat,  welcher  seinne
  Fahnemeineidig  verläßt,  macht
sich  dadurch  aller  jener  Wohlthaten,
  welche  in  dem  gegenwäüärtigen
Geseze  nur  dem,  seine  Pflichten
erfüllenden  Unterthan  und  dem
treu  und  rechtschaffen  dienenden