Aus dem Großen Hauptquartier wird amtlich gemeldet: Im Angriff gegen das französisch-englische Heer
sind an einzelnen Stellen Fortschritte gemacht worden. Reims liegt in der Kampffront der Franzosen. Gezwungen,
das feindliche Feuer zu erwidern, beklagen wir, daß die Stadt dadurch Schaden nimmt. Es ist Anweisung
zur möglichsten Schonung der Kathedrale gegeben worden.
In den mittleren Vogesen sind Angriffe französischer Truppen am Donon bei Senones und Saales
abgewiesen worden.
Die englische Admiralität meldet den Empfang eines Telegramms der Regierung von Australien, in
dem der Verlust des Unterseebootes Ac. Nr. 1 gemeldet wird. Details fehlen noch.
Die Technische Hochschule in Danzig hat den Generaloberst von Hindenburg zum Doktor Ingenieur
bon. causa ernannt.
21. September.
Die englische Admiralität machte folgendes bekannt:
Der deutsche Kreuzer Emden von der China-Station, der sechs Wochen lang ganz aus dem Gesichtskreis
entschwunden war, erschien am 10. ds. Mts. plötzlich im Hafen von Bengalen, nahm sechs englische Schiffe,
versenkte fünf davon und sandte das sechste mit der Bemannung nach Kalkutta.
Der englische kleine Kreuzer Pegasus aus Sansibar versenkte daselbst das Kanonenboot Möwe. Pegasus
wurde heute morgen, als er in der Bucht von Sansibar lag, und Maschinen reinigte, von Königsberg angegriffen
und vollständig unbrauchbar gemacht. 25 Mann der englischen Besatzung sind tot, 20 verwundet.
Der Verein für die Verwendung des Überschusses der Düsseldorfer Ausstellung von 1902 hat der Nationalstiftung
für die Hinterbliebenen der im Kriege Gefallenen 100000 Mark gegeben.
Kaiser Wilhelm gewährte dem Abt von Maria Laach am 29. August eine Audienz und versicherte
letzterer dem Kaiser, daß das Vorgehen verschiedener ausländischer Klerusangehörigen vom ganzen deutschen
katholischen Klerus scharf verurteilt werde und daß der Klerus Deutschlands und Österreichs dem Kaiser
und der heiligen Sache des Vaterlandes von ganzem Herzen ergeben sei. Der Kaiser nahm die Versicherung
mit großer Befriedigung auf.
Die Lage in Serbien wird mit jedem Tage trostloser. Man erwartet Bürgerkrieg und Aufstände. Die
in der Artillerie herrschende zur Meuterei neigende Unzufriedenheit droht die ganze Armee anzustecken.
Die jetzige günstige Lage zwischen Oise und Maas, wie sie sich deutlich in den letzten Depeschen aus dem
Großen Hauptquartier wiederspiegelt, ist eine Folge des klugen Zurücknehmens der vorgeschobenen Abteilungen
zu Beginn der Kämpfe und der kühl berechnenden strategischen Erwägungen, die auf einen anfangs erzielten
Erfolg verzichteten, um später größere Erfolge zu erreichen.
Entsprungener Gefangener. Das Generalkommando macht bekannt, daß der kriegsgefangene englische
Major Yate aus der Festung Torgau entflohen ist. Er ist 1,70 groß, schlank, blond und etwa 40 Jahre
alt, spricht fließend deutsch und französisch. Um Fahndung wird ersucht. Privatpersonen wollen bezügliche
Mitteilungen an die betreffende Polizeibehörde machen. Der stellvertretende kommandierende General von Röhl,
General der Artillerie.
Aus dem Großen Hauptquartier wird gemeldet: Bei den Kämpfen um Reims wurden die festungsartigen
Höhen von Craonelle erobert und im Vorgehen gegen das brennende Reims der Ort Betheny genommen.
Der Angriff gegen die Sperrfortlinie südlich Verdun überschritt siegreich den Ostrand der vorgelagerten,
vom französlschen 8. Armeekorps verteidigten Cote Lorraine. Ein Ausfall aus der Nordostfront von Verdun
wurde zurückgewiesen.
Nördlich Toul wurden französische Truppen im Biwack durch Artilleriefeuer überrascht. Im übrigen
fanden heute auf dem französischen Kriegsschauplatz keine größeren Kämpfe statt.
In Belgien und im Osten ist die Lage unverändert.
S. M. Hilfskreuzer Cap Trafalgar ist am 14. September in der Nähe der brasilianischen Küste nach
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