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8. 20.
I. Briefe, Postkarten, Schriftensendungen, Drucksachen und Waarenproben können auf
Verlangen des Absenders im inneren Verkehr von Bayern wie im Verkehr mit den in §. 6
Abs. I benannten Postgebieten „Eingeschrieben“ d. i. unter besonderer Gewähr der Postanstalt
und gegen Bescheinigung der Aufgabe abgesendet werden.
II. Solche Sendungen müssen vom Absender mit dem dieses Verlangen bezeichnenden
Vermerk „Einschreiben“ versehen werden.
III. Bezüglich der Beschaffenheit und des Verschlusses dieser Sendungen gelten die
nämlichen Vorschriften, wie für gewöhnliche Briefpostsendungen.
IV. Eingeschriebene Briefe und Schriftensendungen können unfrankirt oder frankirt abgesendet
werden und unterliegen dabei denselben Taxbestimmungen wie gewöhnliche Briefpostsendungen
ihrer Gattung.
V. Für eingeschriebene Sendungen ist außer dem Porto noch eine besondere Einschreibgebühr
von 20 Pfennig zu entrichten, welche jederzeit zugleich mit der Taxe selbst eingehoben
wird. Im Falle der Frankirung wird diese Gebühr durch Freimarken entrichtet
und steht es im Belieben des Absenders die Marken schon vor der Einlieferung zur Post
aufzukleben.
VI. Wünscht der Absender einer eingeschriebenen Briefpostsendung neben der Aufgabebescheinigung
der Postanstalt auch noch die Beibringung einer Empfangs-Bescheinigung des
Empfängers durch Vermittlung der Postanstalt, so hat derselbe dieses Verlangen in der
Aufschrift der Sendung durch die Bemerkung „Gegen Rückschein“ auszudrücken, und zugleich
sich namhaft zu machen oder anzugeben, an wen der Rückschein abzuliesern ist.
VII. Für den Rückschein ist eine Gebühr von 20 Pfennig bei der Aufgabe zu entrichten.
VIII. Bei Postanweisungen findet das Verfahren des Einschreibens, sowie die Beschaffung
von Rückscheinen keine Anwendung.
IX. Einschreibsendungen, welche Portofreiheit genießen, sind auch von den vorbezeichneten
Einschreib= und Rückscheingebühren befreit, und besteht hiebei kein Unterschied, ob über
die Aufgabe ein Einlieferungsschein ausgefertigt oder die Bescheinigung in einem Postaufgabebuche
ertheilt wird. Für portopflichtige Sendungen dagegen muß die Einschreibgebühr
auch dann entrichtet werden, wenn dieselben in einem Postaufgabebuche eingetragen werden.
X. Bei Ausfertigung der Aufgabe= und Rückscheine ist den Postanstalten nicht gestattet,
Bescheinigung der
abe — Einschrriben.