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urlaubt. Nur für die Garde, die Garnisonen von Berlin und Graudenz
wurden Ausnahmen gemacht. Alle Schwadronen wurden auf
100 Pferde herabgesetzt, nur die Regimenter der Brandenburgischen
Brigade behielten den vollen Etat von 501 (Garde du Corps 521)
Pferden. Nach den Rapporten für August 1810 war die Stärke:
Infanterie: 1087 Offiziere, 2081 Unteroffiziere, 737 Spielleute, 16368 Gemeine,
beurlaubt 7393 Mann;
Kavallerie: 569 Offiziere, 920 Unteroffiziere, 242 Spielleute, 7030 Gemeinc,
beurlaubt 1648 Mann;
Artillerie: 223 Offiziere, 559 Unteroffiziere, 772 Bombardiere, 2817 Kanonierc,
122 Spielleute, beurlaubt 1737 Mann;
Pioniere: 13 Offiziere, 32 Unteroffizierc, 285 Gemeine, beurlaubt 3 Mann.
Im ganzen 33857 Mann zum Dienst, 10781 beurlaubt. Dazu kamen
noch 1300 Mann Garnisontruppen und 3300 dienstfähige Invaliden.
In Wirklichkeit stellte dieses kleine Heer aber nicht, wie der fremde
Unterdrücker es wollte, die ganze Wehrkraft des zur Zeit verkleinerten
und niedergeworfenen, aber nicht in den Wurzeln seiner moralischen
Kraft getroffenen Staates dar. Die inaktiven Offiziere, die zu
Tausenden auf Wiedereinstellung harrten, sind schon erwähnt. An
Soldaten der aufgelösten Regimenter, die auf die bestehenden
Regimenter verteilt waren, damit diese ihren Ersatz daraus entnehmen
könnten, waren nach den am 28. März 1810 vom Allgemeinen Kriegsdepartement
eingeforderten und im Laufe des Sommers von den
Brigaden eingereichten „Summarischen Nachweisungen"“ nach Erteilung
vieler Abschiede noch 11218 zur Einstellung in die Regimenter
brauchbare, 11162 hierzu unbrauchbare vorhanden. Die „ins Kanton
entlassenen Krümper, die bereits in den Regimentern gedient
haben“, zählten 13 371 Mann, wovon 9883 die Kriegsaugmentation
der Regimenter bildeten 5). Endlich betrug die Zahl der Kantonisten
von 18—30 Jahren, 5 Fuß 2 Zoll und darüber groß, die ohne
Ausnahme eingezogen werden konnten, 98752 brauchbare, 25714
unbrauchbare.
Die Zahl der monatlich einzuziehenden Krümper war am
4. Dezember 1809 von 5 auf 3 Mann für jede Kompagnie beschränkt
worden, da die Truppen viele alte Soldaten hatten, die ohne sonstigen
Broterwerb waren und nicht ohne Traktament beurlaubt werden
konnten, darunter eine Menge überzählig gewordener Unteroffiziere.
So wuchs die Zahl der Krümper sehr viel langsamer an, als Scharnhorst
hoffte 54). Am 10. Oktober 1810 wurden die Brigadegenerale
*) Infanterie 6684 (10 Regtr. zu 14 Komp. 5320, Leibregt. 16 Komp. 608,
Garderegt. 12 Komp. 456, 3 Jäger= und Schützenbat. 12 Komp. zu 25 — 300),
Kavallerie 1925 (19 Regtr. zu 4 Esk. und Gardenlaneneskadron je 25), Garnisontruppen
1170 (10 Regtr. je 110, Garde= und Leibregt, je 35, da ihre Garnison-=kompagnien
schon 1809 auf 135 Gemeine verstärkt wurden), Artillerie 204 für die
3 Zwölfpfünderbatterien, S. 30.
") Er glaubte am 16. 7. 1810, die Regimenter klönnten schon „in diesem
Sommer sich so einrichten, daß sie cbensoviel ausgearbeitete Leute im Kanton
haben, als ihr Etat ist".