Contents : Geschichte der deutschen Höfe seit der Reformation. Band 36. Sechste Abtheilung: Die kleinen deutschen Höfe. Zweiter Theil. (36_6_2)

212

sow  im  Namen  sämmtlicher  Ritter-  und  Landschaft  zu
Protokoll:  „Sie  wollten  die  Herren  Landräthe  ersucht
haben,  ihr  Votum  consultativum  zu  geben,  ob  auf
dem  gegenwärtigen  Landtage  könne  etwas  von  Landtagshandlungen
  vorgenommen  werden,  und  ob  nicht  Ihro
Herzogl.  Durchl.  annoch  zu  ersuchen  wären,  den  Stargardischen
  Kreis  mit  zu  berufen?“

Der  Bürgermeister  Beselin  ward  nicht,  wie
sonst,  um  Mit-Abgebung  seines  voti  ersucht,  wogegen
er  zwar  protestiren  wollte,  aber  die  Landräthe,  da  es
schon  nach  elf  Uhr  war,  standen  auf  und  kam  also
nichts  hiervon  zu  Protokoll.

Am  15.  November  kamen  Nitter=  und  Landschaft
um  zehn  Uhr  zusammen  in  der  Kirche.  Die  Landräthe
und  Landmarschälle  nahmen  ihren  Sitz  am  Tische,  Bürgermeister
  Beselin  aber  erschien  nicht.  Der  Landrath
von  Plüskow  krug  vor,  wie  der  Engere  Ausschuß  am
4.  November  in  einem  Memorial  an  S.  Durchl.  den
Herzog  von  Strelitz  eine  Deduction  wegen  Absonderung
  des  Stargardischen  Kreises  gesandt  und  was  Ihro
Durchl.  am  13.  ej.  darauf  weitlänftig  antworten  lassen;
beide  Schriften  wurden  durch  den  Landmarschall  von
Maltzahn  verlesen.  Darauf  las  der  adjungirte  Landsecretair
  Wolff  die  vota  der  Landräthe  und  Landmarschälle.
  Diese  gingen  allerseits  dahin,  daß  Ihro  Herzogl.
Durchl.  annoch  zu  bitten  wären,  den  Stargardischen
Kreis  zu  berufen,  inzwischen  aber  den  Landtag  zu  prorogiren,
  worauf  ein  Memorial  dieses  Endzwecks  abgefaßt
  ward.