Handfeuerwaffen (Cylinder= oder Kolbenverschlüsse).
Kammerwarze), die, an dem Verschlußcylinder
durch Schrauben befestigt,
zum Bewegen desselben dient. Bei seiner
Drehung nach rechts legt sich die
Fußleiste der Hi#dkabe egen die hintere
Kante im Ausschnitt der Hülse, die
den Schloßmechauismus aufnimmt, und
findet hier ihr Widerlager gegen den
Rückstoß beim Schießen. — Alle Konstruktionen
von Kolbenverschlüssen gehen
vom Dreyseschen (dem preußischen)
Zündmadelgewe r aus, das 1841 in
reußen eingeführt wurde. Obgleich es
schon in technischer Beziehung weit überholt
ist, bleibt ihm ein ehrenvoller Platz
in der Geschichte des Waffenwesens gewahrt,
da es der Urheber der Bewaffnung
181
men sie wieder mehr in Aufnahme. Die
Schwierigkeit ihrer Verbesserung lag vor
allem in der Konstruktion der Selbstspannung,
welche auch das Charakteristische
in den Unterschieden der verschiedenen
Systeme bildet. Verhältnismäßig einfach
war die Herstellung eines Ausziehers.
Er erhielt die gern einer länglichen Feder,
die, in den Verschlußkolben eingelassen,
über dessen Kopf mit dem hakenförmigen
Ende übersteht, welches sich beim Vorschieben
der Patrone in den Lauf vor den
Bodenraud der Patrone legt und diese
beim Offnen des Verschlusses herausreißt.
Den früher gebräuchlichen Ejektor, der
die herausgezogene Hülse aus dem Gewehr
binaul
chnellte, hat man, weil er
— — .
Mit weggelassenem Schlagfedergehäuse, gespannt und zum
Laden geöffnet.
System Vetterli (Jtalien).
der Armeen mit Hinterladungsgewehren
gewesen ist. Der Verschluß des französischen
Chassepot-Gewehrs ist nur eine Abänderung
des Dreyseschen, welche inwvischen
leichfalls weit überholt wurde;
gegen ist mit der Laufkonstruktion dieses
Gewehrs den modernen Anforderungen
an die ballistischen Leistungen eines Gewehrs
Rechnung getragen.
Inzwischen hatte in Amerika die Entwickelung
des Blockverschlußsystems günstige
Fortschritte gemacht. In entsprechender
Weise hatten sich die Metallpatronen
vervollkommnet, auf deren Anwendung
jenes Verschlußsystem sich gründet. Die
größere Einfachheit der Blockverschlüsse,
Pgenüber den Kolbenverschlüssen von
reyse und Chassepot, hatte naturgemäß
surFoolge daß für dieses System eine Zeitang
ein Stillstand eintrat. Als man aber
fand, daß für Kolbenverschlüsse die Metallpatrone
gleichfalls anwendbar sei, kaden
Verschluß mehr kompliziert, als er
nützt, weggelassen.
Zwischen den Scharnier= und den
Kolbenverschlüssen steht das in Rußland
eingeführte System II des Generals
Berdan. Es hat mit den erstern die Verschlußklappe,
mit den letztern den Schlagbolzen
mit Spiralfeder gemein, der hinter
der Verschlußklappe im Schlaggehäuse sitzt
und bei seinem Vorschuellen auf einen in
der Klappe sitzenden Zündstift schlägt, der
die Entzündung des Zündhütchens bewirkt.
Durch das Eintreten des Schlagbolzens
in die Klappe beim Abfeuern
wird deren unzeitiges Aufschlagen ver-14
Wie bei allen Scharnierwerschlüssen,
itzt auch hier der Auszieher am Scharnier.
Die diesem Gewehr gegebene Patrone ist,
als die vollkommenste, nach und nach auf
fast alle Systeme übergegangen.
Den Übergangvom Chassepot-Gewehrzu
den Kolbenverschlüssen neuer Konstruktion