Metadata : Geschichte der deutschen Höfe seit der Reformation. Band 36. Sechste Abtheilung: Die kleinen deutschen Höfe. Zweiter Theil. (36_6_2)

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und  nach  die  ausgedehntesten,  drückendsten  Verwilligungen
machen  mußten.  Als  endlich  die  Herzoge  von  Mecklenburg
  sich  des  Drucks  ihrer  Adelschaft  nach  dem  Vorgange
Brandenburg-Preußens  zu  entledigen  unternahmen,  erfolgte
  auf  das  allerdings  ganz  plump  und  büffelmäßig
autokratische  Uebergreisen  eines  des  wunderlichsten  dieser
  Regenten,  der  die  Russen  ins  Land  rief,  um  seine
Pläne  durchzuführen,  zuletzt  eine  Niederlage  der  Landesberren
  durch  ihren  Adel,  welche  die  Fortdauer  von
dessen  Uebermacht  und  die  Fortdauer  einer  Einschränkung
  der  Landesherren  sanctionirte,  wie  sie,  wie  gesagt,
in  ganz  Deutschland  keine  andere  Adelschaft  ihren  Laudesherren
  angemuthet  hat.

In  dem  langwierigen  Sweite  des  mecklenburgischen
  Adels  mit  seinen  Landesherren,  den  der  Erbvergleich
  Lon  1755  zum  höchsten  Vortheil  des  Adels  beendigte,
  waren  bei  dem  kaiserlichen  Hofe  zu  Wien
Schriften  eingereicht  worden,  die  auf  eine  denkwürdige
Art  bezeugen,  wie  die  mecklenburgischen  Adelsberren  ihre
Sache  zu  schmücken  wußten,  selbst  gegen  die  klare  Wahrheit.
  Um  die  ihnen  zugemubete  Contriburion  abzuwenden,
  nahmen  sie  keinen  Anstand,  die  natürliche  Beschaffenheit
  und  Güre  der  mecklenburgischen  Lande  auf
das  geringste  Maaß  herunterzusetzen..  „Nach  der  Vorstellung,“
  berichtet  Büsching  1),  „welche  die  mecklenburgische
  NRitterschaft  1718  dem  kaiserlichen  Hof  zur
Abwendung  der  verlangten  Contriburion  gemacht,  und

1)  Erdbeschreibung  Theil  3,  Band  3,  öte  Aufl.  1778.
Seite  350  ff.