1867 Preußen nimmt Theil. Osterreich lehnt ab. 127
reich die Annahme des eben gebotenen Allianzvertrags thatsächlich
auch die Zustimmung zu der nähern Verbindung
Süddeutschlands mit dem Nordbunde in sich schließen würde,
sei es nun nach der von Hohenlohe gewünschten Form eines
Staatenbundes, sei es nach dem Drängen der Unitarier auf
einfachen Eintritt des Südens in den Nordbund. Beust
hätte in dem Einen wie dem Andern eine Schädigung des
österreichischen Interesses gesehn. Er wünschte die bleibende
Vereinzelung der süddeutschen Staaten, um allmählich einen
jeden derselben in den Kreis des österreichischen Einflusses
zu ziehn, und dadurch zu verhindern, daß Preußen nicht
bloß im Norden sondern auch im Westen das Donaureich
umklammere. Als die beiden Gesandten ihm den Allianz-Antrag
vorlegten, bemerkte er: „Ihr sagt, das Bündniß
würde den Frieden Europas sichern. Angenommen, es wäre
so, dann würde das jetzt gar nicht bedrohte Osterreich den
Haß Frankreichs auf sich laden und dadurch von Preußen
unbedingt abhängig werden. Aber wäre der Friede dann
in der That so sicher? Es wäre denkbar, daß gerade das
Wort Coalition Frankreich zum Losbruch reizte. Es wäre
kein erfreuliches Schicksal, wenn wir besiegt würden. Aber
wenn wir siegten, was gäbe uns Preußen dann? Können
wir es darauf ankommen lassen, daß uns Preußen dann ein
Exemplar des Prager Friedensvertrags in die Hand drückte,
mit schönem Dank für dessen Vertheidigung?“!)
Werther und Tauffkirchen bedauerten nach dieser Rede,
daß Beust die vorgeschlagene Allianz ablehne. Beust fiel
ein, er verwahre sich bestimmt dagegen, daß er dies gesagt
habe, würdigte auch dann aber die angebotenen Garantien
) Aus Beust's Depesche an Graf Wimpfen in Berlin, 19. April.