Full text : Rosenheimer Anzeiger. 64. Jahrngang (64)

ummer  78

Die  Lage  im  Often.

Die  russischen  Streitkräfte
.  us  Voltawa  vertrieben.
WTSB.  Mosan,  2.  4.  (PXN.)  Der  Oberbefehlshabe
  fic  der  Sowjet  streitkräfte  in  der
Ukraine  meldet  unterm  29.  Mätz:  Unsere
HDuptstreitkräste  zogen  sich  auf  dem  Flußz
Worske  zurück.  Die  Stadt  Poltawa  wurde
dur  Tmuppen  der  Rada,  unterstützt  durch
deutsche,  welche  schwere  Artillerie  zur  Verfügung
haben,  besetzt.  Brücken  und  Vorratsspeicher  wurden
  durch  uns  zerstört.  Wir  halten  den  Bahnhof
Poltawa  besetzt.
Kumänien.

Heimlehr  des  Staatssekretärs.

Verlin,  2.  4.  Staatssekretär  von  Kühlmom
  ist  heute  aus  ut  hier  eingetrossen.

die  noie  de  der  Enlenle.

Italienische  Unruhen.

*s  Budapest,  2.  4.  Nach  einem  Radio-Telegramm
  aus  Madrid  erfährt  der  Vertreter  des
„##  Est“  aus  Zuverlässiger  Quelle,  daß  in  Teilen
  Italiens  Unruhen  entstanden  sind.  In
einzelnen  Großstädten  heigien  lih  bereits  unverkennbare“
  Anzeichen  eines  Aufruhrs.  Amerikanische
  Truppen  veriehen  den  Polizeidienst.

Ausland.

Gerüchte  über  einen  Rücktritk

des  Königo  von  Spanien.
s  Zürich,  2.  4.  Laut  „Züricher  Post“en  meldet
  Havas  aus  Madrid:  Der  König  von  Spanien
  trage  sich  mit  Rücktrittsgedanken.
Er  äuherte  sich  bei  der  letzten  Krisis  zu  spanischen
  politischen  Führern:  Er  werde  sich  zurückziehen,
  salls  es  zu  keiner  Verständigung  käme.
Zuvor  werde  er  an  das  spanische  Volk  eine  Kundgebung
  richten.

Vol-  und  Personglnachrichlen.

#nünchen,  2.  April.
Reichsrat  Standesherr  Graf  O.
Rechberg-Rothenlöwen  ist  in  hohem
se  auf  Schloß  Donzdorf  in  Württembrt  ae
torben.  +1
Sberktleutgent  Alfred  Schukevor
  Kriegobeginn  Adjutant  des  Kriegsministers,
ist  in  den  Kämpfen  im  Westen  an  der  Spitze
eines  Infanterieregiments  den  Heldentod  fürs

Vaterland  gellorben.

Nünchener  Neuigkeilen.

*  München,  2.  April.

Worte  König  Ludwigs.  Wie  die  München-Augsburger
  aäbendgeitung  meldet,  sagte  König
  Ludwig  ber  der  Eröffnungsseier  der  Isonzo-Ausstellung
  im  Münchener  Kunstverein  auf  eine
Ansprache  des  Vertreters  des  k.  u.  k.  Kriegspressequartiers:
  „Möôge  es  in  Bälde  möglich
sein,  daß  Sie  aus  der  Front,  die  Sie  jetzt  einnehmen,
  wieder  weiter  fortschreiten  zu  einem  endgültigen
  Siege  über  Italien,  ebenso  wie  es  uns
vergönnt  sein  möge,  einen  endgültigen  Sieg
über  unsere  Feinde  im  Westen  zu  erreichen.  Die
treue  Wasfenbrüderschaft  möge  für  alle  Verbündete
  einen  endgültigen  und  gewinnreichen
Frieden  bringen.“

Die  erhöhten  Brotpreise  traten  nunmehr
  ab  1.  April  in  Kraft.  Der  Preis  für  ein
H  Hausbrot  beträgt  nunmehr  27  Pfg.,  der

reis  für  eine  Kriegssemmel  zu  44  Gramm  312
Pfennig.

Selbstmord  der  Sara  Lerch.  Im
Untersuchungsgefängnis  Stadelheim  ethändte
sich  am  Samstag  die  beim  letzten  Streik  belant
gewordene  Sara  Lerch,  geb.  Rabinowitsch.  Die
Tote  wurde  am  Ostermontag  im  neuen  israelitischen
  Friedhof  beerdigt.

Bei  der  Beerdigung  der  in  der  Untersuchungshaft
  durch  Selbstmord  geendeten  Streilführerin
  Sara  Robinowitsch,  verehelichte  Lerch,
im  Judenfriedhof  wollte  der  Freidenker  Sontheimer
  trotz  des  polizeilichen  Verbotes  eine  Rede
halten.  Er  wurde  von  der  Polizei  festgenommen.

hwerische  Nachrichten.

Zu  der  Mordtat  in  Immenstadt

wird  noch  berichtet:  Der  gefährliche  Verbrecher,
Milltpoplucht#hn  Anton  Eristoyy.  der  schon
wiederholt  aus  dem  Münchener  Militärarrest
ausbrach,  war  in  Immenstadt  mit  weiteren  Fahnenflüchtigen
  in  einer  Zelle  zusammengesperrt.
Am  Ostersonntag  abends  verlangten  die  Insassen
  der  Zelle  den  militärischen  Arrestwärter
Schelinsky,  einen  älteren  Mann,  um  ihm  einen
Defekt  am  Tisch  zu  ziigen.  Kaum  hatte  er  den
Raum  betreten,  sielen  fünf  Arrestanten  über  ihn
her,  schlugen  ihn  zu  Boden,  erwürgten  ihn  und
enfloheen  ins  Freie.  Trotz  nächtlichen  Sreeifen
in  der  Umgebung  konnten  Cöristoph  und  seine
Mordgesellen  nicht  erwischt  werden.  an
glaubt  daß  die  Ausbrecher  sich  nach  München
wandten.

Eisenbahnunsall.  Die  K.  Eisenbahndirektion
  Würzburg  teilt  mit:  Samstag,  den  30.
März.,  abends  halb  10  Uhr,  wurde  auf  dem
Bahnlörper  zwischen  Naitersaich  und  Heils- 



 

 

 

Rosenheimer  Anzeiger

bronn  ein  Soldat  mit  abgesahrenem  vechten
Arm  —*  Ter  Verletzte  wurde  m
dem  nächsten  Zug  nach  Nürnberg  verbracht.

W“oie  sener  Verbrecher.  In  Pörmboach

  bei  Kaiserslautern  wurde  der  45  jährige
Karl  Diehl  von  seinen  1  jährigen  Nessen  er
schofsen,  als  er  mit  der  Art  in  die  Wohnung  seiner
  Schwester,  der  Landwirtsehefrau  Heinz,  eingedrungen
  war.

Boverisches  Oberland.

Großkarolinensels,  2.  4.  Diebstahl.
Dem  Schäfer  J.  Schneider  dahier  wurde  aus
seiner  Wohmung  ein  Geldbetrag  von  100  Mark
geslohlen.  Des  Diebstahls  war  eine  im  gleichen
Hüuse  wohnhafte  Fabrikarbeiterin  verdächtig.
Bei  der  Nachsuchung  siellte  sich  heraus,  daß  sie
die  Hundertmarkbanknote  sein  säuberlich  in  ihrem
Kopfhaar  versteckt  hatte.

Badb  M’bling,  2.  4.  Altkatholischer
Gottesd:  u.  Am  Weißen  Sonntag  ist
bier  wieder  alilath  olischer  Gottesdienst.  Er  findet
  in  der  evangelischen  Kirche  statt,  beginnt
um  10  Uhr  und  wird  von  dem  Geistl.“  Rat  Heu.
Pfarrer  Gatzenmeier  aus  München  abgehalten.
Mit  dem  Gottesdienst  ist  eine  allgemeine  Buhßandacht
  und  eine  gemeinschaftliche  Kommunionseier
  verbunden.

Traunstein,  1.  4.  Die  Waffe  in  Bubenhänden.
  „Nachdem  sich  schon  am  Sonntag
  vor  acht  Tagen  16  17  jährige  Bursche
mit  einem  Füobe  bmeen  verguhgten  und  rt
einen  Schuß  in  den  Kopf  erhielt,  ereignete  sich
am  Ostlersonntag  ein  ichlimmerer  Fal.  Hier
schoisen  rie  Jungen  auch  mit  einem  Flobertgewehr,
  wobei  ein  unglücklicher  Schütze  einen  17—
jährigen  Kameraden  in  das  Herz  traf  mit  der
Folge,  daß  der  Getroffene  tot  niedersank.

Ebersberg,  1.  4.  Zugsentgleisung.
Am  Karsreitag  entgleiste  auf  der  Strede  Gra—
fing  —  Ebersberg  der  2  Uhr  9  Minuten  in
Ebersberg  sällige  Lokalbahnzug.  Die  Fahrgäste
setzten  die  Reise  zu  Fuk  sort.

Marktl,  2.  4.  Ein  böses  Abenteuer.
Bei  dem  als  Schleichhändler  bekannten  Viktualienhändler
  Engelbert  Bauer  in  Triftern  wollte
die  Gendarmerie  „H#msterware“,  die  zum
Versand  bereitlag,  in  Beschlag  nehmen.  Dabei
lam  sie  aber  schön  an,  wie  aus  einem  Gericht  der
„Simbacher  Zeitung“  ersichtlich.  Der  wohlgefülle
  Schmatzhafen  flog  auf  den  Zimmerboden,
in  tausend  Scherb#  #  gehend,  die  rabiate  Fran
sprang  mit  den  Füßen  in  das  Schmal  3  und  zertrat
  dasfelb:.  Dam  ergriff  sie  ein  Scheit  und
schlug  -auf  den  abwehrenden  Wachtmeister  ein.
Während  d.relbe  mit  dem  Weibe  beschäftigt
war,  griff  der  Ehemamn  den  zweiten  Gendarmen
Ean.  Es  kam  zu  einem  förmlichen  Gesecht.  Als  die
Beammten  mit  Spülwasser  übergossen  wurden  und

er  Wachtmeister  einen  schweren  Schlag  auf  den
"n  Fren  Oberarm  bekam,  mußte  derselbe  von  der

Waffe  Gebrauch  machen  und  verletzte  das  sich
wie  eine  Hyäne  gebärdende  Weib  mit  einem
Säbelhieb  an  der  Hand.  Ein  Versuch,  die  beiden
  Beamten  auch  noch  ins  Jimmer  einzusperren,
  mislang.  Unter  den  schwersten  Bedrohungen
  gaben  die  beiden  Beamten  ihre  weitere
Tätigkeit  auf.

Lstalnachrichlen.
Rosenheim,  3.  April.

Auszeichnung  im  Felde-  Das  vayer.
Militärverdienstkreuz  1.  Kl.  mit  Schwertern  erhielt
  der  Gefängniswärter  Ande  Schiller  von
hier,  zurzi#it  in  einem  Armierungsbataillon  im
Westen.

Plötzlicher  Tod.  Die  Taglöhnersfrau
Tberese  Eilenhuber,  Innlände  5,  wurde  am
30.  Me-.,  mittags,  in  der  Innstraße  von  einem
Schlaganfall  belroffen  und  verschied.

Vaterländischer  Abend.  Hrute  abend
halb  8  uhr  findet  im  Hot-l.  scher  Kaiser“
ein  vetrläniseber  Abend  mt  neissee  Vorträgen
  und  Filmoorführungen  statt.  Jedermann
ist  zu  der  Veranstaltung  eingeladen.

Konzert.  Wir  weisen  wiederholt  darauf
bin,  welch  hoher  lünstlerischer  Genuß  dem  hies.
Publikum  bevorsteht  in  dem  Auftreten  der  sehr
begabten  jungen  Sängerin  Luise  Wimmelbacher,
  einer  ö.  Schüleri  von  Kammersänger  Suegraf,
  wobei  auch  die  vor  Sr.  Majestät  dem
Deutschen  Kaiser  ausgczeichnete  hervorragende
  Geigenkünstlerin  Herma  Studeny  mit  einigen
ihrer  Glanzslücke  zu  hören  sein  wird.  Ueber
Herma  Studeny  schreibt  die  „Bayer.  Staatszeitung“
  u.  a.:  Es  ist  in  der  Tat  Lewundernswert,
  mit  welcher  musikalischer  Intelligenz  und
dabei  doch  echten  und  tiefen  Gefühlswärme  diese
Künstlerin  an  den  Gegenstand  ihres  Vortrages
herantritt,  mit  worlchen  Sicherheit  sie  die  Schönheiten
  eines  jeden  Werkes  zu  offenbaren  und
in  den  Vordergrund  zu  rücken  weih.  Und  das
Beglückende  ist  dabei  die  Ueberzeugung,  daß
diese  Wirkungen  nicht  mit  Rückiicht  u  ihren
jeweiligen  Wert  abgewogen,  sondern  der  Ausfluß
  einer  klar  erfassenden  und  spontan  reagierenden
  Künstlerseele  sind.

Einbruch.  Mitltels  Einbruch  wurde  in  der
Wobgunß  eines  Schreinergesellen  am  HGammer  ·

weg  6  eine  Zigarrentasche  mit  vier  Zwanzigmarkscheinen
  gestohlen.

Ein  neuer  Einbruch  in  die  Stadtpost.
  In  der  Nacht  vom  30.  auf  31.  März
bbeübten  unbekannte  Täter  abermals  in  der

 

 

 

 

 

tadtpost  einen  Einbruch  und  stahlen  16.24  Ml.,
darunter  2  Mk.  Kupfergeld.  Behältnisse  wurden
  nicht  erbrochen.
Dictusahl.  Einer  Arbeiterofrau  wurde
vor  dem  städt.  Lagerhaus  ein  kleines  Leiterwägelchen
  entwendet.

Fahrraddieb.  Ein  Fahrrad  Nr.  14284
oder  81  151  wurde  hier  entwendet.  An  den  beiden
  Omdariffen  ist  der  Rame  „Hans  Killer
Karolinenfeld“,  angebracht.

Schwarz-geschlachtet.  Bei  Gastw-rt  V.
Mlhtselbres  wurde  cin  halbes  Kalb,  aus  einer
Gcheimschlachtung  stammend,  beschlagnahmt.

Ein  jugendlicher  Trunkenbold.  Ein
15  jäbriger  Bauerssohn  wurde  nachts  11  Uhr
wegen  Trunkenheit  in  Arrest  verwahrt.

Gefunden.  Ein  Zwicker  und  eine  Marktlasche
  wurden  gefunden;  ebmbo-  en  im  magsstratischen
  Geschäftszimmer  Nr.  2

Kaninchen-  und  Produkten-  Ausstellung.
  Di:  vom  Kaninchenzuchtverein  Rosenheim
  und  Umgebung  an  den  beiden  Osterfeiertagen
  veranstaltete  Ausstellung  war  sehr
gut  kesucht,  wurden  doch  weit  über  1000  Eintrittskatten
  ausgegeben.  Wie  man  aus  Züchterlreisen
  vrn  Leipzi  ig.  München,  Aibling,  Hausham,
  Obing.  Innsbruck,  Kufstein  usw.  hören
konnte,  waren  sehr  gute  Tiere  vorhanden  und
die  Ausstellung  reich!  ich  beschickt.  Daß  die  Kaninchenzucht
  trotz  des  Fatlermangels  auf  hoher
S  Slufe  steht,  war  am  besten  an  den  ausgestellten
  Tieren  ersichtlich.  Kaninchen  von  ansehnlicher
  Dimension  und  mit  einem  Gewicht  bis  zu
15  Pfund  und  darüber  wechselten  mit  den
Kleinsten  aller  Kleinen,  den  Hermelinen  und
Hwannas.  Der  stark  vertretenen  Damenwelt
gefiel  vornehmlich  Tdie  Sikberrasse,  trug  doch  ein
Germania-Silber  den  Siegerpreis  davon.  Die
prämiierten  Tiere  fanden  regen  Absatz;  durch
Verkauf  wurden  über  500  Mark  vereinnahmt.
Preise  konuten  an  folgende  Herren  verteilt  werden:
  Siegerpreis:  Eder.  Nosenheim.  Ehren-Preise:
  Ficher  M.,  Redl,  Krieg  Fr.,  Eder,
Sieber  (zweimal).  Dir.  Scidl,  Selch,  sämtliche
Herren  von  Rosenheim.  Mayr,  Brugger  aus
Redenfelden;  1.  Preise:  Frau-  Baronin  von
Schadn,  Fischer  Joh.,  Nedl  (zweimal),  Krieg
J.  nerer,  Fischer  K.,  Grandl,  Bauer
Würstic,  Eder,  Renner;  2.  Preise:  Nedl,
Krieg  J.,  Redl,  Fischer  K.,  Dir.  Seidl,  Wörstie,
Weiler,  Sieber;  dritte  Preise:  Huber
Benno,  (weimal),  Maier  Seb.  (zweimal)
Bauer,  Würftle,  Fischer  M.,  Renner  (zweimal),
Ostner.  Feuerer,  sämtliche  Herren  aus
Rosenheim.  Ferner  erhielten  viele  Züchter
  die  nächstfolgende  Bewertung:  „Lobende
Anerkennung“.  Wie  das  Kaninchensell  verwertet
  werden  kann,  zeigten  die  ausgestellten  a
werke  u.  die  zu  Leder  verfertigten  Felle,  wel

besonders  von  den  Damen  bewundert  wurden.
Starken  Andrang  ga  auf  den  Glückehafen.  So
fand  die  Ausstellung  einen  in  jeder  Hinsicht  schönen
  Verlauf.  An  dieser  Stelle  sei  den  Mitgliedern
  für  ihr  Mitwirken  bester  Dank  ausgesprochen.
  Dank  auch  den  verehrl.  Ehrenmitgliedern
und  Nachbarvereinen  für  die  finanzielle  Untersücung,
  Besonderer.  Dank  dem  derzeiligen  Vorstand,

  Herrn  Benno  Huber,  für  seine  uneigen-*
  Tãtigleit  vor  und  waͤhrend  der  Aussiellung.


Einen  Sommerfahrvlan  kür  1918
wird,  entgegen  anderslautenden  Meldungen,  die
bayer.  Verlehrsverwaltung  auch  für  den  fünsten
Kriegssommer  herausgeben.  Er  wird  Mitte  Mai
bekanntgegeben  werden.

Das  Meteor.  In  Tirol  und  einem  großen
Teil  15  erne  (auch  hier)  wurde  am  12.  März
vor  10  Uhr  abends  ein  schönes  Meteor  gesehen,
von  dem  Funkenbüschel  absprangen.  Aus  dem
oberen  Mölltale  kommt  nun  die  Nachricht,  daß
ein  glühender  kosmischer  Körper  in  jener  Nacht
in  Mörtschach  niederftel,  zwei  Häuser  anzündete,
eine  Person  tötete  und  die  ganze  Bevölkerung

in  Zroßen  Schrecken  versetzte.
Unfälle  mit  Sprengkapseln.  Das
Stellv.  Generalkommando  1.  B.  A.-K.  gibt  bekannt:

  In  der  letzten  Zeit  sind  durch  unrichtige
Behandlung  zusällig  aufgesundener  Sprengkapseln
  Unfälle  deruraacht  worden.  Sprengkapseln
sind  kleine,  z'igarettensörmnige  Röhrchen  aus  Metall.
  Kupfer  oder  Nickel  von  etwa  5.  Zim.  Durchmesser
  und  etwa  5  Ztm.  Länge,  die  auf  einer
Seite  geschlossen,  auf  der  andern  meist  offen
sind.  Teilweise  sind  sie  auch  mit  eingesetzter
Zündschnur  oder  mit  eingeklebtem  Kupferdraht
versehen.  Auf  der  offenen  Seile  kann  man  den
Inhalt  (Knallsatz)  sehen,  der  das  Röhrchen
elwa  zur  Hälfte  ausfüllt.  Solche  Sprengkapseln
  werden  manchmal  vom  Felde  in  die  Hiimat
  verschleppt  und  achtlos  weggeworsen.  Wer
solche  Röhrchen  findet  oder  sonst  in  Besitz
von  solchen  kommt,  foll  sie  sofort  in  einer
Schachtel  sorgsam  mit  Papier  oder  anderm
weichen  Metall  verpacken,  sodaß  sie  nicht  durcheinandergerüttelt,
  gequetscht  oder  gelratzt  werden
  und  der  Polizei  ubergeben  Besonders  ge
fährlich  ist  es.  den  Inhalt  der  Röhrchen

auszukratzen,  denn  dadurch  kommt  der  Knal  san
zur  Entzündung  und  zerreißt  mindestens  die
Hände.  Anfeuchten  mit  Wasser  ist  zwecklos,  weil
*  Knallsatz  trotzdem  seine  Sprengkraft  be-Ueber

  die  Zureise  nach  Elsaß-Lothringen
  erließ  das  Srn  hs  der
Heeresgruppe  Herzog  Albrecht  von  Württemberg
solgende  mit  2  Bekanntmachung  in  Mast

 

Donnerstag:  4.  April  1016

trelende  Verordnung:  Zur  Zureise  nach  Esaß=Lothringen
  sind  Pab  oder  Paber#ah  u.  schriftliche
  Reiseerlaubnis  erforderrich.  Jun  übrigen
bleiben  die  Vors  sciessten  über  die  Regelung  des
Uürgerlichen  Verkehro  im  Reichslande  Unberülrt.
  besonders  soweit  an  Stelle  von  #eh  und
Reiscerlaubnia  andere  Ausweite  lassen
sind.  Juwiderhandlungen  werden  mist  efängnis
  bis  zu  einem  Jahre  bestraft.  Bei  nghse
mildernder  Umstände  lann  auf  Haft  oder

strafe  bis  zu  1500  Mark  erkannt  werden.

Keite  Machrichten.

WTB.  Großes  Hauptquartier,  den
3.  April.  Amtlich.  (Drahtb.)
Westlicher  Kriegsschanplatz.
Zeitweilig  lebhafte  Feuerlämpfe  bei  und  südlich
  von  Lens
An  der  Schlachtsront  blieb  tagsüber  die  Gesechtstäligkeit
  auf  Artilleriesener  und  Erkunrungsgefechte
  beschränkt.  Cin  nächtlicher  Vorstoß
englischer  Kompagnien  gegen  Ayette  wurde  im
Gegen  ltoß  abgewiesen.  Mit  starken  Kräften  griff
fic  Feind  am  Abend  zwischen  Marcelcau  und
dem  uce-Bach  an.  Er  wurde  unter  schweren  Verlusten
  zurückgeworfen.  Durch  Handstreich  setzten
wir  uns  in  den  Bersitz  der  Höhen  südwestlich  von
Meuf
ie  Jerstörung  von  Laon  durch  französische
Artillerie  daucrt  an  framosisch
Vor  Verdun  und  in  den  mittleren  Vogesen
lebte  die  ortillerictäligkeit  auf.  Südwestlich  von
Hirzbach  brachte  ein  erfolgreicher  Vorstotz  Gefangene
  ein.
Niltmeister  Frhr.  v.  Richthosen  errang  seinen
75.  Luftsieg.

 

Der  erste  Generalquartiermesster:
ndorff.
18,000  Tonnen.

s  Berlin,  3.  4.  (Amtlich.)  (ee  Erxfolge
im  Sperrgebeete!  im  England:  19  Bruttoregistertonnen.
  Durch  die  Versenkungen  wurden
hauptsächlich  Kriegsmaterialtransporte  des
Feinde  im  östlichen  Teile  des  Vermelkanals  getroffen.
  Vier  up  beladene  bewaffnete  Dompfer
sichen  dort  einem  unserer  U-Boote  unter  der
Führung  des  Lakstämseuinante.  Kabner  zum
Opfer.  An  der  Ostküste  Englands  wurde  ein
armierter  Fischdampser,  wahrscheinlich  Bewachungsfahrzeug,
  von  einem  1l-Boot  im  Artilleriegesecht

  in  Brond  geschossen.
Der  Chef  des  Admiralstabs  der  Marine.

Vor  neuen  Kämpfen.

*  Rotterdam.  3.  4.  Ein  franz.  Minister
erklärte,  daß  ein  neuer  Angriff  bevorstehe,
  denn  auf  deutscher  Seite  sei  das  Gelände
  schwarz  von  Truppen.  Aber  jetzt  mische
sich  auch  die  schwere  Artillerie  der  Allüerten  in
den  Kampf  und  beschieße  die  Zufuhrstraßen
der  Deutschen.  Der  Nachschub  von  Artillerie
und  Munition  der  Alliierten  treffe  in  gutet
Ordnung  ein.

*  HSaag,  3.  4.  Der  Berichterstatter  des  Dai
Iy  Chroniele“  meldet  von  der  Westfront:  Der
Find  ist  mit  dem  Herantransport  von  schweren
Geschützen  und  Munition  sowie  mit  der  Neugruppierung
  seiner  Streitkräfte  beschäfligt.
  Enorme  deutsche  Verstärkungen  haben  sich
an  die  Schlachtfront  in  Bewegung  gesetzt.

Die  große  Flucht  in  Frankreich.

DHaag.  3.  4.  Dailn  Expreß“  berichtet  aus
Paris:  Ueber  70050  Flüchtlinge  ous  den  von
den  Teutschen  bezebten  Gebieten  sind  in  Paris
angekommen.  Sie  erzählen,  daß  ihre  Hiuser
und  ihr  ganzes  Eigentum  ruiniert  und  ihre  Hanzen
  Belizungen  durchwegs  dem  Erdboden  91  eich
gemacht  scien.

Die  Beschießung  von  Paris.

*  Geuf,  3.  J.  „Daily  Mail“  meldet  aus
Paris:  Die  Beschießung  von  Paris  durch  deutsche
  Geschühe  erfolgte  tagsüber  ununterbrochen
vom  Karfreitag  bis  Ostermontag  nachm.  Vier
Tage  lang  saß  der  größte  Teil  der  Pariser
Bevölkerung  im  Keller.

Französischer  Heeresbericht
vom  1.  bends:

il,  a
Die  Schlacht  hält  an  der  ganzen  Front  nördlich
  von  ontdidier  an,  wo  die  feindliche  Artillerie

  sich  besonders  tätig  zeigte.  Der  Feind
machte  neue  Angriffe  gegen  Grio  Voenes.  Ulle
Anttrme  wurden  mit  erheblichen  Verlusen  für

den  Feind  abgewiesen.  Bei  den  lebhaften  Kämpsen
  gelang  es  den  sranz  engl.  Truppen,  an  verschiedenen
  Stellen  zwischen  der  Somme  und  Demuin
  erheblich  südwärts  vorzurücken.  Von  den
übrigen  Fronten  ist  nichts  zu  melden.

Friedensschluß  z  ziillchen  Rußland  u.
um

**  Paris,  3.  4.  r#  Zzitungen  melden  aus
offizieller  Quelle  den  Abschluß  eines  rumänischols
  —¾'boe  Fiede  nsablominens  auf  folgender

run

1.  N  on  Beßarabien  durch  Rumänie
innerhal  7  barabie  Rumanien
.  Aus-rauh  der  Gefangenen;

fuhr  des  in  Beharabien  i#e#indlichen
’r  an  Getreide  nach  Rumänien.

 

#