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ferte Ercerpten, ohne zu bemerken, woher diese Ercerpte genommen
seyen: der unbekannte aber, der zu Benedikt's Werk
einen Anhang von 171 Kapiteln machte, war schon dreister,
und bemerkte auch in dem Konspektus seiner Kapitel die Namen
der vorgegebenen Verfasser *). Diese letzte Arbeit
stammte aus dem Reich Lothar's I. her, denn in der Aufschrife
wird eines Kanzlers Erchambald gedacht, und außer
Karln dem Großen, hatte nur Lothar einen Kanzler dieses
Namens. Ist vielleicht Pseudisidor in einem der Reiche der
v) Die ganze Sache mit diesen verschiedenen appendices der Kapitulariensammluns
ist aber noch nicht so in's reine gebracht, daß
sich viel darauf bauen ließe. Diejenigen, welche den Pleudisidor
unter Karl's des Großen Regierung setzen, können in der Aufschrift
der 171 Kapitel einen neuen sehr starken Grund für ihre
Meinung finden. Karl der Große hatte einen Kanzler, der
Erchambald hieß, (I. Dulresne ad vocem Cencellarius) hingegen
Erchambald, der unter Lothar lebte, war eigentlich nur
Notarius. Nun läßt sich freilich auf diesen Einwurf antworten!
aber es scheint mir doch überhaupt aus mehreren innern Gründen
sehr wahrscheinlich, daß die ganze Aufschrift unrichtig sev.
Daß der Zwist zwischen den Söhnen und Nachkommen Ludwig's
des Frommen viel zur Erzeugung und Ausbreitung der pseudisidor'schen
Dekretalien beigetragen habe, erhellt ganz deutlich aus
folgendem Schreiben Karl's des Kahlen an Pabst Johann den
VIII. „Cum non longe ante hos annos nepos noster Hludo-„„wicus
Llaliae Imperator instinctu duorundam contra nos 8e
„commovit, missne sunt nobis Epistolas quasi ex Apostolics
„hujus sedis auctorikate ac nomine, duas tenoris inconvenien-„tia
hanc sanctam et discretissimem sedem non misisse osten-„dit.
— Quas epistolas sacris regulis obvias — nec auctoriptäle
Apostolica fuisse missas, sed compilatas quorumcunqus
„rafricia credimus.“ Ex Hincmari Opp. Tom. II. pag. 768.
ap. Bouquet Scriptt. rer. Gallic. et Francic. Tom. VII. pag.
549.
Spittler's sämmtl. Werke. I. Bd. 15