Inhaltsverzeichnis : Gesetz- und Verordnungsblatt für das Königreich Sachsen vom Jahre 1905. (71)

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(2)  Das  Verladen  und  Abladen  hat  unter  sorgfältiger  Vermeidung  von  Erschütterungen
zu  erfolgen.  Die  Versendungsstücke  dürfen  deshalb  nie  gerollt  oder  abgeworfen  werden.
Das  Verladen  nitroglyzerinhaltiger  Sprengstoffe  auf  Fuhrwerke  und
das  Abladen  von  solchen  darf  nur  an  Rampen  oder  gleichwertigen
Einrichtungen  unter  Benutzung  von  weichen  Unterlagen  stattfinden.
Das  Auf-  und  Abladen  darf  nur  von  zuverlässigen  unterrichteten
Personen  und  unter  Aufsicht  erfolgen.

(3)  Soll  das  Verladen  oder  Abladen  ausnahmsweise  nicht  vor  der  Fabrik  oder  dem
Lagerraum  oder  innerhalb  dieser  Räume  geschehen,  so  ist  hierzu  die  Genehmigung  der
Ortspolizeibehörde  einzuholen.

§9.  Die  Versendungsstücke  müssen  auf  dem  Fuhrwerke  so  fest  verpackt  werden,  daß
sie  gegen  Scheuern,  Rütteln,  Stoßen,  Umkanten  und  Herabfallen  aus  ihrer  Lage  gesichert
sind,  insbesondere  dürfen  Tonnen  nicht  aufrecht  gestellt,  müssen  vielmehr  gelegt  und  durch

Holzunterlagen  unter  Haar=  oder  Strohdecken  gegen  jede  rollende  Bewegung  gesichert
werden.

§  10.  (1)  Sprengstoffe  dürfen  nicht  mit  Zündhütchen,  Zündpräparaten  oder  sonstigen
leicht  entzündlichen  oder  selbstentzündlichen  Gegenständen  zusammen  verladen  werden.

(2)  Die  im  §  2  Ziffer  2  und  3  aufgeführten  Stoffe  dürfen  nicht  mit  Pulver,  Sprengsalpeter,
  brennbarem  Salpeter  (§  2  Ziffer  1),  Kartuschen,  Petarden,  Feuerwerkskörpern,
Zündungen  (8§  2  Ziffer  4),  oder  mit  Patronen  für  Feuerwaffen  zusammen  verladen  werden.

8  11.  (1)  Zur  Beförderung  von  Sprengstoffen  dienende  Fuhrwerke  müssen  so  dicht
schließende  Wagenkasten  besitzen,  daß  die  Sprengstoffe  nicht  verstreut  werden  können.  Sind
die  Wagenkasten  oben  offen,  so  müssen  sie  mit  einem  dichtschließenden,  feuersicheren  Plantuche
  (z.  B.  imprägnierter  Leinwand)  überspannt  sein.

(2)  Auch  die  Vorder=  und  Hinterseite  der  Fuhrwerke  sind  mit  demselben  Materiale
zu  schließen.

(3)  Zum  Sperren  der  Räder  dürfen  nur  hölzerne  Radschuhe  angewendet  werden;  bei
Eisbahn  ist  eine  eiserne  Sperrvorrichtung  (Krätzer)  gestattet,  sofern  sie  ganz  vom  Radschuhe
bedeckt  ist.

(a4)  Die  Fuhrwerke  müssen  als  Warnungszeichen  eine  von  weitem  erkennbare,  stets
ausgespannt  gehaltene  schwarze  Flagge  mit  einem  weißen  P  führen.

()  Beim  Verladen  der  Sprengstoffe  auf  Fuhrwerke  und  beim  Abladen
  von  solchen  müssen  die  Zugtiere  ausgespannt  sein.

bl  12.  (1)  Fuhrwerke,  welche  Sprengstoffe  führen,  dürfen  niemals  ohne  Bewachung
eiben.