Full text : Blatter für Rechtsanwendung. XXV. Band. (25)

Ein  „Kriegserlebnis“  gibt  es  aber  doch  in  unserer  Che!

Die  Kronprinzessin  hat  mich  1915  einmal  für  zwei
Tage  in  meinem  Haupkquarkier  in  Skenay  besucht.  Am
Morgen  des  zweilen  Tages  um  vier  Uhr  früh  begann
ein  französischer  Fliegerangriff,  der  sich  offenbar  lediglich
  auf  mein  Haus  richkeke,  das  damals  noch  beinen
bombensicheren  Keller  oder  Untkerstand  hatte.  Ein  Vollkreffer
  hätte  sicher  ganze  Arbeit  gemachk.  Der  Angriff
dauerke  zwei  Skunden.  In  dieser  Zeit  warfen  vierundzwanzig
  Flugzeuge  ihre  Bomben  rings  um  das  Haus  —
gezählk  wurden  einhunderkundsechzig  Bomben.  Mehrere
von  ihnen  schlugen  nur  wenige  Meter  von  dem  Haufe
enkfernk  ein,  sie  forderken  leider  eine  Anzahl  von  Men—
schenleben.  Es  war  der  schwerste  Fliegerangriff,  den  ich
bis  dahin  erlebk  hatte.  Auch  bei  dieser  Nerwenprobe  erwies
  meine  Frau  ihren  Mut  und  ihre  gefaßte  Ruhe.

Prachkvoll  hak  sie  sich  gehalken!

Im  Anschluß  an  meine  nun  bereiks  dreijährige  Lehrzeit
  und  Dienstzeik  als  Kompaniechef  im  1.  Garde-Regimenk
  zu  Fuß  sollke  ich  nun  eine  Eskadron  bekommen.
Ich  bat  Seine  Majestät  durch  Exzellenz  von  Hülsen,
mir  eine  Schwadron  des  Regiments  Gardeducorps  anzuverkrauen.
  Seine  Majestät  wollke  mich  zu  den  Leib-Garde-Husaren
  kun.  Schließlich  gab  der  Kaiser  nach;
er  kommandierke  mich  im  Januar  1906  zur  Führung
der  Leib-Eskadron  des  Regimenks  Gardeducorps,  verlieh
  mir  aber  nichk  die  schöne  Uniform  des  Regimenkts,
londern  bestimmke  durch  eine  besondere  Kabinekksorder,
daß  ich  die  Uniform  der  2.  Kürasstere  Königin  kragen
sollte.

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