Full text : Kriegsamtliche Mitteilungen und Nachrichten. Nr. 51-60 (5)

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unbedingt  erforderlich,  überall  da,  wo  es  nur  irgend  möglich
  ist,  die  Transporte  vorwegzunehmen.  Allen  am  Güterverkehr
  beteiligten  Wirtschaftskreisen,  Industrie  und  Handel
ebenso  wie  der  Landwirtschaft  und  den  Kommunalverbänden,
wird  daher  eine  planmäßige  Vorsorge  dringend  nahegelegt.
Veder  Einzelne  kann  auf  diese  Weise  zur  glatten  Abwicklung
des  Güterverkehrs  in  der  kommenden  Herbst-  und  Wintersdeit
  und  damit  zur  reibungslosen  Versorgung  mit  dringenden
  Bedarfsgütern  wirksam  beitragen.  Die  Kriegsamtstellen
sind  zur  weitestgehenden  Unterstützung  aller  bezüglichen
Maßnahmen  angewiesen.

Im  übrigen  enthebt  die  günstigere  Verkehrslage  nicht

von  der  Verpflichtung,  alle  unwirtschaftlichen  Güterbewegungen

  zu  vermeiden,  vielmehr  gilt  es,  wenn  ein  Rückschlag
vermieden  werden  soll,  auch  weiterhin  die  kriegswirtschaftlichen
  Verkehrsforderungen  genauestens  zu  beachten:

Keine  unnötigen  Transportel  —  Moöglichst  aus  der
Nähe  beziehen!

Schiff  statt  Bahn;  auf  kurzen  Strecken  Fuhrwerk  oder
Kraftwagen!

Laderaum  ausnutzen!  Ladegewicht  ausnutzen  bis  zur
angeschriebenen  Tragfähigkeit!

Zusammenfassung  von  Teilwagenladungen  verschiedener
Firmen  eines  Platzes  an  einen  Empfänger!

Nicht  mehr  Wagen  anfordern,  als  fristgerecht  entladen
werden  können!  Bei  zu  starkem  Eingang  telegraphische  Genachrichtigung
  der  Versender,  daß  sie  weitere  Sendungen
zurückhalten!

Die  Wagen  schnellstens  ent-  und  beladen!  Mas  in  der
gewöhnlichen  Arbeitszeit  nicht  bewältigt  werden  kann,  muß
bei  Nacht  oder  am  Sonntag  geschafft  werden,  denn  der
Wagenumlauf  muß  unbedingt  beschleunigt  werden,  und  die
Bahnhöfe  müssen  freibleiben!  s-"

  Entlastung  der  Bahn  6öroh-Berlin-Spandau
  durch  Einrichtung  eines
Schiffspendelverkehrs.

Seit  Beginn  des  Krieges  ist  die  Grob-Verliner  Privatund

  Berlin  ein  sehr  reger  Güterverkehr.

Zur  Bewältigung  dieses  umfangreichen  Verkehrs  dient
in  erster  Linie  die  Eisenbahn,  daneben  werden  Kraftwagen
und  Fuhrwerke  verwandt.

Die  Beförderung  durch  letztere  ist  allmählich  sehr  zurückgegangen:
  den  Firmen  fehlt  es  an  den  erforderlichen  Kraftwagen,
  sowie  an  den  nötigen  Betriebsstoffen,  und  die  Beförderung
  von  Stückalltern  durch  Lohnfuhrwerke  stieß  wegen
Futtermangels,  sowie  der  schlechten  Beschaffenheit  der  von
Verlin  nach  Spandau  führenden  Straßen  auf  immer
größere  Schwierigkeiten,  so  daß  die  Fuhrherren  sich  weigerten,
  den  weiten  Weg  nach  Spandau  zu  unternehmen.
Die  Forderung  hoher  Fuhrlöhne  stellte  eine  weitere  Er-Kricgsc##.

  Mmiliche  Mlitteflmgen  und  Machrichen

Diese  Schwierigkeiten  bewirkten,  daß  die  Bewältiaun
des  Güterverkehrs  zwischen  Spandau  und  Qroh-.Verlinh  gur
Hauptsache  der  Eifenbahn  oblag,  was  eine  Ueberlastung  der
Bahnstrecke  und  daher  unliebsame  Verzögerungen  in  der
Güterbeförderung  zur  Folge  hatte.  ·  --«

III-ihiscnsisnAkikjiilstkzufk"j."J-c:cfk43n«,sifkimss
Jahres  durch  die  Schiffahrtsabteilung  beim  Srfin  Reeses
eisenbahnwesens  die  Einrichtung  eines  Schiffspendelverkehrs
zwischen  Groß-Berlin  und  Spandau  getroffen  worden.  Eine
wesentliche  Vorbedingung  für  die  Einrichtung  eines  solchen
Wasserverkehrs  war  durch  die  Tatsache  gegeben,  daß  sich  die
Berliner  Induftrie  zum  größten  Teil  in  der  Nähe  des
Wassers,  teils  an  der  Spree,  teils  an  den  Kanälen  niedergelassen
  bat,  und  daß  auch  sämtliche  Spandauer  Institute
über  eigene  Wasserumschlagstellen  verfügen.

Die  Durchführung  des  neuen  Wasserverkehrs  ist  der
Neuen  Norddeutschen  Flußdampfschiffahrts-Gesellschaft  in
Berlin,  Kronprinzen-Ufer  17,  übertragen  worden.  Die  Einlieferung
  von  Gütern  durch  die  Privatfirmen  kann  jederzeit
an  folgenden  Annahmestellen  unter  Beifügung  des  Ladescheines
  (käuflich  bei  der  Neuen  Norddeutschen  Flußdampf-=FEiffabrts=
  Gesellschaft)  in  dreifacher  Ausfertigung  erolgen:


am  Kronprinzen--Ufer,

im  Urbanhafen  vor  dem  Hause  Planufer  78,
im  Städt.  ÖOsthafen,  .

am  Hafenplatz,  Hallesches  Ufer,  rechts  unterhalb  der  Anhalter
  Eisenbahnbrüccke,

Charlottenburg,  oberhalb  der  Schloßbrücke,  am  Krau  4,
Tempelhokhaken,  "
Oberhafen  Neukölln.

Von  den  Nebenlade-  und  Löschstellen  werden  die  Güter
zur  Hauptlade-  und  Löschstelle  auf  dem  Wasserwege  befördert.


Die  Regelung  der  Frachtberechnungp  erfolgt  auf  Grund
von  Vereinbarungen  zwischen  den  einzelnen  Instituten  und
den  Firmen  in  Anlehnung  an  die  bisher  für  den  Eisenbahntransport
  mit  den  Firmen  getroffenen  Abmachungen.

Die  Häufigkeit  des  Verkehrs  richtet  sich  nach  dem  Bedürfnis;
  mindestens  jedoch  soll  alle  zwei  Tage  ein  Dampfer
abgefertigt  werden.  Der  Abgang  der  Dampfer  wird  den
empfangenden  Instituten  telephonisch  mitgeteilt.  Die
empfangenden  Institute  sind  zu  sofortiger  Abfertigung  der
Dampfer  verpflichtet.  Auch  an  Sonntagen  und  Feiertagen
findet  Entladen  bezw.  Einladen  statt.

Wenn  auch  die  Einrichtung  dieses  Pendelverkehrs  erst
zu  kurze  Zeit  in  Wirksfamkeit  ist,  als  daß  über  seinen  praktischen
  Wert  ein  abschließendes  Urteil  gefällt  werden  könnte,
so  steht  doch  zu  erwarten,  daß  durch  ihn  eine  wesentliche,  im
Intereste  einer  schnellen  Güterbeförderung  unbedingt  nötige
Entlastung  der  Eisenbahn  Groß-Berlin  —  Spandau  eintreten
  wird,  da  sämtliche  mit  den  Instituten  in  Geschäftsverbindung
  stehenden  Groß-Berliner  Firmen  zu  möglichster
Benutzung  des  Wasserweges  angewiesen  worden  sind.

Bei  der  Schiffahrtsabteilung  beim  Chef  des  Feldeisenbahnwesens
  werden  Anskünfte  über  den  Verkehr  auf  Hausapparat
  88—834  gegeben.  Fernsprechorschlüsse  der  Schifffahrtsabteilung

  find:  Zentrum  351k  bir  6581.