Full text : Rosenheimer Anzeiger. 60. Jahrngang (60)

Aummer  218

Die  Soldatennot  in  Frankreich.

Bordeaur,  20.  Sept.  Der  neue  Kriegsminister
  Millerand  räumt  mit  den  Drüceber-=gern
  aufs;  sie  werden  im  Heere  eingrslellt.  Der
„Temps,  erzählt  allerhand  Amüsantes  üler
die  Knisse,  welche  diese  Leute  anwendeten,  um
sich  der  Dienslpflicht  zu  entziehen.  Sie  wussten
sich  zumeist  allerlei  Ernennungen  zu  verschafsen,
  um  zu  Hause  oder  hinter  der  Front  bleiben
  zu  können.  So  gab  es  Verwalter  der  eroberien
  Provinzen,  Beobachter  der  Flirger,  Regitratoren
  der  Milchlühe  usw.  Obendrein  lezogen
  biese  Leute  auch  noch  Gehalt.

Warum  Eugland  Krieg  führt.

Romt,  20.  September.  „Giornale  d'Italia“
bringt  ein  Interview  mit  dem  Senator  Wrafen
di  San  Martina,  der  von  einer  Reise  durch
England  und  Frankreich  zurüdkehrte,  woraus
jolgende  Sätze  besonders  interessant  sind:  Am
72.  Juli  fand  ein  Diner  statt,  an  dem  Grey,
Coschen  und  der  frühere  Schatzminister  Mur
10  leilnahmen.  Grey  äußerte  sich  dahin.  die

Vergange  in  Irland  seien  gar  nichts  im  Ver
geeich  mit  dem  Konflit4,  der  Europa  drohe.  Lady
Müurray,  eine  eifrige  Parteigängerin  Uislers,
sprach  über  die  Schwierigkeiten  in  Irland  und
sagte:  Riemand  ist  gewillt,  nachzugeben,  des
halb  war  die  Konferenz  bei  dem  König  vergeblich.
  Der  Kampf  wird  täglich  heitiger.  Wir  stehen
  vor  einem  Bürgerkriege.  Ich  sehe  nur  einen
  Ausweg  nur  der  Krieg  gegen  Deulschland
lann  noch  alle  wieder  einigen.
an  die  Türlei?
Nach  Pariser  Meldun-Tripelentente
  ein  Ultimatum
an  die  Türlei  zu  richten  wegen  der  Ersebung
der  britischen  Admirals  Limpus  durch  den
deulschen  Admiral  Sonchon  im  Kommando  der
lürlischen  Flotle.

Ullimatum

Gens.  20.  Sept.
gen  erwägt  die

Deutschland  und  der  Friede.
Verlin,  20.  Sept.  „Reuter“  meldet  aus
#s  ington:  „Der  Reichslanzler  von  Velhy- 


    

 

ninnn  Hollweg  hat  dem  amerilanischen  Voliajter
  Herard  bei  der  Besprechung  des  Verniitlungsangebotes

  des  Präsidenten  Wilson
95  fagl,  ein  eltwaiges  Angebot  müsse  von  den
erbündenen  ausgehen,  da  diese  sich  verpflichtet
nur  gemeinsam  Frieden  zu  cchließen.“
Reichslanzlers
Er  heiss!,  wenn  die  Verbündeten  das
Bedurinis  nach  Frieden  empfinden  wecden,
dann  mögen  sie  sich  melden.  Im  ulrigen
haten  Friedensverhandlungen  im  sexigen  Augenblic
  nicht  die  geringste  Aussicht  irgend  welchen
  Erfolges.

Der  Sinn  dieser  Antwort  des
i:

*  "

Ein  bayerisches  Bravdurstüds.

  

.  :  dem  Oberchaß.  wird  der  Fraulfurter
rrung  neschrieben:  In  den  Gefechien,  die  in
der  egend  Gebweiler-Tann  sich  ab'pielten,  wurden
  eima  50  Bayern  von  den  Franosen  abgerinen
  und  gefangen  genommien.  Die  Frende
er  FJranofen  mar  groß,  denn  die  ebenso  geenuie
  gefurchteten  Bauern  gefangen  genen
  zu  haben,  war  eine  große  Heidentat.
Scen  bei  der  Entwaffnung  suchten  die  Franzsen
  ihr  Mütchen  an  den  Gefangenen  zu  jühlen,
Webei  sie  wenig  gentlemanlile  vorgingen.  Ei-  


  

 

 
 

 

—
Wie  Dentschland  aufgetellt  wer  den  goll.

Unseren  Lesern  teigen  wir  heule  eine  neus
Deutschland  Karle,  das  hethl,  wie  umere  (e#1.
ner  sie  sich  laut  einem  in  Frankreich  erichienenr  n
Plan  gedacht  haben.  Von  allen  Seiten  ahen  sie
sch  ein  schönes  Stuck  abgeschnitten,  und  ur
Thüringen  ist  übrig  gellielen.  Daß  unier  Verbündeter,
  Oesterreich,  Bayern  haben  sollte.  und

1.——  fnm  —.

*½

      
 
 
 
 
  
 

 

 
 
   

2
.Sb#ere#

#  häta  !
»  .

vis-nenlmhTuncsnuttcingoß-uEsstckoon
Ilsdncutiihunduitdol)ne.,u)csiklinsei-lett
LumcrnlctbklcmbtvcheuJouncnhcsoottuiut
Aber  mehr  wird  die  Triple-Entente  woll  staunen,
  wenn  in  einer  nahen  Zuluft  ihr  eine  andete
Karte  unterbreitet  wird

s  &.  hetl
.  2

 

und  da  die  Gefangenen  willig  mitgingen,  ĩd  oll
de  Franzosen  allmählich  der  Kamm,  und  iie
machten  ihrem  gepreßten  Herzen  in  Flachen  uber
die  verdammten  Bayern  und  in  forlwährendem
Antreiben  zu  schnellerem  Marichieren  Lufl.  Die
Zayern  waren  wütend,  do##  noch  war  er  leine
Zeit  und  Geiegenheil  zum  Rausen.  Im  Dorse
M.,  unweit  der  Gremte,  suhlien  sich  ie  Frau—
r  dien  jo  sicher,  daß  sie  besch  ien.  sin  T  Dorfwirtbaus
  ihren  Durst  ####  loschen.  e  Lieien  jedch
rehn  Mann  zur  Bewackung  der  eangenen  *
rüd.  Jetzt  war  die  Seit  für  die  Bayern  gelonmen.
  Sich  auf  die  Verachungemannschafjen
  stürzen  und  sie  beim  Halse  fassen  war  eins.
Naähem  sie  abgetan  waren,  bemächtigten  fich
aie  Bapern  der  in  Pyramiden  miammengesegten
  Gewehre  und  jeßt  hinein  ins  Wirtshans.
DA0n  den  Franzosen  enttam  leiner,  die
Aruern  mackten  glatte  Arbeit.  Auch  die  franischeen
  Kolben  bewährten  sich  beim  Dreinschlagen,
  und  standen  in  nervigen  BVayernsännen
den  deutschen  Kolben  wenig  nach.  Mitl  fran:.
sisckher  Bewaffnung  2ogen  die  Vayern  dannwohl
gemut  wieder  heimwärts,  und  es  gelang  ilnen
sogar,  auf  dem  Rudwege  noch  eine  Vran#zöfische
r  viantlolonne  von  vier  Wagen  miigehen  eu
lassen.  Mohlbehalten  kamen  sie  bei  ihrem  ’NRegiment
  an,  wo  sie  jubelnd  begrüß:  wurden.
7  e
Die  deutsche  Feldhaubinyr.

Verlin,  20.  Sept.  Wie  fur-ötd  ic  die  Wir
lung  der  deurschen  Feldhaubitzen  auch  ari  abe
Entsernung  ist,  geht  aus  einer  Schilderung  ei
nes  Kriegsteilnehmere  hervor:  Am  20.  August!
  sing  gegen  3  Uhr  abends  bisstlic
wir  uns  gerade  ind  Luartier  hegeben  n
ein  Gesecht  an  und  ehe  wir  es  lns  vrinnnr

  

  

waren  wir  mittendrin.  Es  war  ein  #0/lier
Sieg.  Die  Nacht  schliesen  wir  im  -Steßen
graben.  Es  war  sehr  lalt.  Am  nächiten  Zane

Die  Franzosen  jroben
Sedan  zu.  Unierwege
Vilder,  ganz  besonder?

ging  die  Sache  weiler.
auf  der  Sivraße  nach
sahen  wir  grauenvolle

   

 

bzicte  ’aren  berni.se!.  Das  Ganze  spielte  sich
in  10  Minuten  *  Ein  Hauptmann  Wilhelmi
haite  die  Franzosen  uberrascht  und  auf  30.:
Meier  mil  Geldhaubitzen  beschossen.  Er  seirn
erhiel:  einen  Schuß  in  die  Vrufl.  Ein  fran:
sisch  geOftinier,  der  ganz  zufällig  abseils  gewe
sen  mar,  und  nur  verwundet  wurde,  erzählte,
es  Ware  19  gicien.  daß  man  bänne  den  Veriand
  Lerli##  tonnen.  Dieses  gram###volle:  Bid
werde  er  nie  vergessen.  Zwei  Kilome:er
lang  nichls  wie  Geschutzreihen  und  Tferde-Kadaver.

*  *  ½
5  Millionen  Pferde  in  Deutschland.

Verlin,  29.  Sept.  Nach  den  bisherigen
Erl.ebungen  murde  jeügeslelll,  daß  in  Deutsch
land  rund  5  Millionen  Pferde  vorhanden  sind.
Den  greßiten  Venand  hiervon  weist  Preußen
mit  dreicinhalb  Millionen  auf.

Die  14.  bayerische  Verlustliske.
Hünchen.  20.
Die  1.1.  Panerische

 

Sept.
Verlustlie  umiaßt  kas.
S.  Vataillon  des  12.  Jufanteriereia  Nien
ulmi)  und  weiit  303  Ramen  auf.  abeh  iIno
lol,  42,  schwer  verlegi  75,  verwwinen  44  leicht
verletzt  163,  vermißl  6.

Auf  die  einzelnen  Kompagnien  verleiten  sich

die  Verluile  wie  folgt:  9.  Komp.:  10  to,
15  schwer  verlett,  6  verwundet,  46  lecht  #Le#rleöt,
  2  rermißt.  10.  Komv.:  13  t#,
10  sa,er  verwundel,  2  verwundel.  22  leint
rerlen!,  1  vermißt.  11.  Komp.:  ot,
EEIIIIIIIDDEII  leicht  ver
lei,  1  1soi  12.  Komp.:  12  19:.  27

 

leiht  verletzt,  2  nermißl.

srer  verlet
b  schreer  verlezi,

Majch  Frnge  a.  Kompagnie:
lieicht  verlett,
Dauon  tresien  auf
Veriusie:  Gefreiter  d.
Tölz,  leicht  verwundet:;

 

unsere  Gegend  folgende
R.  Mar  Goßmann  au?s
Reservii  Joh.  Piel

Dienstas,  22.  Seplember  7977

Gschwendiner  aus  Unterseifriedem  BM  Wasserburg,
  leicht  verwundet,  rechter  Arm:  Nelenvist
  Joseph  Sommer  aus  Lauschutt,  BR

Cberoberg,  leicht  verwundet,  KNopf.

Berschiedene  Nachrichten.

Budapest.  20.  Sepl.  Geilern  nack  mitiag
geriet  die  Elisabelh-Dampfmuhle  in  Brand.
Das  Lösch  en  war  durch  die  umliegenden  Holz—
magazine  bedroht.  Das  Feuer  entuand  imolge
Heißwerdens  einer  Walze;  nach  einer  haiben
Ttunde  war  dem  Prand  das  ganze  Muhlengelaude
  zum  Cpser  gesallen.  Der  Schab#en  im  sehr
ledentend.  Uu.  a.  nd  40000%  Za  äce  und  24
Waggons  Mehl  rerbrannt.

Hof-  und  Personalnachrichlen.

München.  2.  Sept.  Der  Konig  hat  ungeordnet,
  daß  die  Tierärzlliche  Hochschule  in
Munden  vom  1.  Ollober  1614  ab  ale  selbü
siändige  Slaalsannalt  aufnehoben  und  der
Lndwig  Maximilians  Universität  München  ale
Tierärzlliche  Fakullät  angegliedert  wiro.

—————

Regensburg,  20.  Sept.  Der  (bens#rmenmörder
  Paul  Ludwig,  der  vor  einigen  Tagen
auf  dem  Transport  aus  dem  Zuge  sprang,
iit  von  der  Gendarmerie  in  Regeniftauf  verhaftet
  worden.  Auf  seine  Verhaftung  wurden
500  Marl  Belohnung  ausgesegt.

Augsburg,  20.  E#  Geschick  von  er- 



 

 

 

Sept.  Ei#- 



schütternder  Tragil  walte:t  uber  der  va  niilie
des  Maurers  Raile  in  Lechtanien.  Dieier
Tage  wurd:  die  #llähr.  Eheftau-  Ereiisiz,

die  schon  bei  Torteg  inres  Mann:  lodlrark
arniederlag.  zjur  letzten  Ruhe  beftalte:.  Vier
lleine,  weinendr  Kinder  umanden  den  -arg
der  Mutter,  während  der  Ernährer  und  Vater
schwer  verwundet  im  Lazarelt  mit  dem  Tode
ringt.

  

J

 

Bauerisches  Dderland.

Bad  Aibling,  29.  Sept.  Der  Grune  des
Todes  des  freiwillig  aus  dem  Leden  geichiedenen
  Kulschers:  Nilolaus  Hölzl  om  immer
mehr  ans  Licht.  Die  Kellnerin  Cbribnr  2  Siegl,

 
 

ulebt  im  Oin  in  Vruckmühl,  ichentte  im
rorigen  Jahre  einem  unehclichen  Kin  be  das
Leben.  Ein  als  Kindsvrater  angegebene:  Müil—

 

lerbursche  berinn  die  BVaierschaft  und  bezichnete

 
 

Holzl  als  Nebeubunler.  Am  Z.  Jmnar  1613
lam'  nun  die  Valerschaftsllage  zur  Verhandlung.
  Vorher  halle  schon  die  Rindsmuite:  Chrifine

  Siegl  den  Mut,  an  den  Veriebten  (Hölzl)
zu  schreiben.  In  dieĩem  Briefe  zwang  iie  ihn
förmlich.  der  Wahrheit  zuwider  zu  beschwêren,
  daß  er  nicht  beleiligt  war.  ##  Dt  Bꝛ  -

 

    
      

   
 

tzandlung  schworen  dann  die  beid'
schen  Eid.  Gegen  die  Siegl  i  ein  «
inqenUrcsiud1nNNu1s»Mit-ON  ein
geleitet.  Hölzlh.  von  (d#e#issensbissen  gere  elmil,
hat  seinem  Leden  durch  Erhangen  ein  Erde
gemacht.
Un,  –WG.  Sernt  Di  Ol  bedie
hic  denernie,  in  hier  im  vollet  ang.  Der
Leiond:  dir.  Mepiel

Crn  ag  in  quantativ  gur

nd  teilmeise  au  Vir  nen.  Der  Hwetich—

  
 

gemertrag  it  vieileicht  nicht  Gau  *  aut,  di:  däl  zz- 

   

 

 

 

    

        

niae  Fuß  tritie  mit  grobt  genagelten  bayerischen  :  *r-  .
Wimirstieseln  lehrten  die  Franzosen  jedoch  in  einem  Walde,  wo  auf  einer  schnurgeraden  schacher  aus  Fraunders,  Bä.  Trauriein,  tomi  r  vor;  an  gen  in  ichäßen.  Leider  "er:7J  er
ahd  beflicker  sein,  worauf  auch  unsere  7  Bayerntraße  zwei  franz.  Feldartillerie.  Regimenter  JufJoseph  Berger  aus  Gricstätt.  BA.  Wa  laartige  Wind  31  ieen  en  Schade  n  den  öbt
%  reinbar  in  ihr  Geschic  ergaben.  Der  Ab--  Pänzlich  vernichtet  worden  waren.  die  Geschutze  serdurg.  rerwundei:  Reseroit  Js  M#n  -  angerichiei.  Der  Pr  Frn  der  leuer
Uie  pori  n#ad,  Frankreich  sollle:  staitfinde  n,  und  J  sianden  in  Warschlolonne,  die  2  ror  je  ger  aus  Winlel,  Bu.  Mut  ldor.  leickt  #er  junt  urrs.  W  da  sichder  iarkie-n  n  Cir.
#:  esahrlichkeit  der  Bayern  Rechnung  tradem  Protzenwagen  lagen  wie  vom  Siage  99.  Kndeln  Inf.  Jol.  Heufelder  aus  Arzbanb.  *  orn  hemerfar  Mrat
Ernd  waren  den  50  unbewaffneten  Gefangenen  rührt  tot  da.  Und  ringsum  die  Manisueist.  Tolz,  leicht  verwondel,  rechler  Acm:  N.0  VBerchtesgaden,  2.  Aal.  Sf
saerbewaffnete  Begleitmannschaften  mit=  t#en  und  Offiziere,  28  Geschue  mil  den  Pr.1  serrin  Zoh.  Argsderfner  aus  Schnaine,  leicht  ddireltion  gencehmite  aut  cite  dingabe  des
gegebean  worden-  Durch  vinige  Dörfer“  ging  es,  Lzeu  und  sämtliche  Mannsch:  aften  und  Ofji-  verwundet,  linler  Fuß.  Reservin  Joseph  rdein  trau  l#n  einen  erlolten  Abichuf,  „von
1oa  ogẽ  nlas  wer  Kien  nichts  entkecken.  Wie  ein  iorin  ;  ge  tan  iu  sie  däberhei
  sogar  Oroßgetan  mit  seinen  Ungezogen  .Papa  wird  in  zwei  Stunden  hri  U  Sinin,  5  Der  Fruhituckeiuch  war  gedest,  und  Dürens,  geran-  it.  mitn  —9  i?

und  wir  werden  deinen  Geburtsag  ie  be-  Magen  kunrte.  Aue-  es  ware  ihm  nicht  ein:  Aber  war

wird  seinen  Lohn  Eanwfungen  Gundelchen,
  dente  nicht  mehr  an  den  Unhold!"  Du
solist.  dug“  nun  zunächst  erholen  und  8  wieder
nach  den  großen  Ferien  zur  Schuie  gehen.
Jehzt  jahren  wir  .wo  du  Altersgenofsinnen
  findest  und  Freiwotschasten  schließen
ktannst.  Dann  wirst  du  dich  langsam  erholen,
und  die  aufregenden,  häßlichen  Bilder  aus
Niner!  Leidenszeit  werden  mehr  und  mehr  ver-Gundula

  hatte  ausmer#sam  ghen  und

ein  warmer  Schein  w  lasses  Ge-1n

  Kohuscht.  Donn  "ober  bbeshe  %  traurig
n  Ko

„Wenn  ich  mit  dir  gehe,  Onkel  Olto,  hat
Papa  Var  keinen  mehr,  dann  ist  er  ganz  verlessen.
  Ich  muß  bei  ihm  bleiben,  Papa  hat  ja
lo  oft.  gesagt,  daß  ich  seine  einzige  Freude  bin.“

Papa  hat  vor  allem  seine  Freude  an
deinem  Glück.  Und  soviel  er  auch  von  dir
bält,  Gundel,  ich  glar  ube,  er  ist  doch  froh  über
diese  Wendung.  Er  bekommt  bessere  Tage,
wenn  du  sort  bist.  Du  warst  der  Stiefmutter
stets  ein  Dorn  im  Auge,  und  wenn  sie  au
liug  genug  ist,  dem  Papa  das  ulcht  offen  44
zeigen,  zu  fsühlen  bekommt  er  es  doch.
die  beständige  Unruhe  um  deine  kleine  Person
zehrt  an  ihm.

Welch  ein  beruhigendes  Gefühl  wird  es
für  deinen  Papa  sein,  dich  unter  meinem  Schutz,
in  meiner  gärklichen  Fürsorge  wohlgeborgen  zu
wissen.  Er  wird  aufatmen,  Le0e  du  dem  Pers“
der  sgsiigen.  Gehässigen  wieht,  entsonnen
unt.  Ich  loter  an  Popachelch  rieben  und
Mei  -  4s  in  du  seinen  l#golhelten  ge  ·

 

 

gehen.  Dann  nimmist  du  Absched  von  Pa#,
und  morgen  in  aller  Frühe  reisen  wir  ab.  Das
soll  ein  Leben  werden!  Stelle  dir  einmal  vor,
statt  der  ewigen  Angrifsfe  und  Henereien  wirst
du  Liebe  empfangen,  wohin  du  auch  lomat.
Und  wenn  du  einen  Wunich  hast,  Kind,  er  int
dir  im  voraus  erfüllt.  Das  gilt  nicht  nur  für
heute  und  morgen,  sondern  für  alle  Zeu.“

mochte  dem  Kinde  langsam  die  Erkenntnis
  des  unschägbaren  Glücksumftandes
dämmern,  der  sie,  die  Geduldete,  Mißachtetc,
mit  einem  Schlage  zu  einem  beneidenswert  glücklichen
  Menschenkinde  ma  chte.

Sie  schlang  beide  Arme  um  den  Hals  ihres
Oheims  und  küßte  ihn  in  überwallender  Dank.
barkeit.  .

,Ibistfogulundllnq,OnkelOtto,ich
gehe  mit  dir  und  will  auch  immer  bei  dir
bleiben.“

„So  ist's  recht,  mein  Liebling,“  sagte  er,
ihr  goldiges  Haar  zärllich  streichelnd,  „du  sollst
es  nie  bereuen,  dich  mir  anvertraut  zu  haben.
Wir  gehen  ganz  sort  von  hier.  In  H.,  wo  ich
mir  eine  schöne  Villa  gekauft  habe.,  wirst  du
leben  wie  eine  Prinzessin.“

11.  Kapitel.

Seit  jenem  denlwürdigen  Tage  waren  volle
acht  Johre  verflossen.  Wieder  lachte  ein  warmer
Sommertag,  und  die  Sonne  glühte  am  wolkenlolen
  Himmel.

Ouo  Düren  stand  auf  der  blumenumwucherten
  Veranda,  von  der  aus  man  den
Hößten  Teil  des  Gartens  überschauen  konnte.
boer  wohin  er  auch  spãbte.  er  tonnte  naon  Gun- 



geiatien,  aliein  zu  essen.  So  zündete  er  sich
eine  Zigarre  an  und  piif  dann  einem  Windspiel.


„Geh  und  such'’  die  Gundel,  *  sagte  er  laut,
asuch'  die  Gunde!l,  Aulo

Minerva  blickte  den  Herrn  aus  llugen
Augen  an  und  sprang  dann  in  langen  Sägyen
davon.
Mit  tiefem  Behagen  rauchte  Düren  seine
Zigarre,  und  Wohlbebagen.  tieisten  Seelenfrieden
  spiegelten  auch  seine  Züge  wider.  Düren
war  in  den  acht  Jaoren  vollftändig  ergraut,
wohl  eine  Folge  der  in  Amerita  ausgestandenen
Strapazen.  Um  jo  jugendli  cher  wirkte  sein
frisches,  rotes  Gesicht,  das  in  bluhender  Gesundheit
  strahlte.

Er  stieg  die  wenigen  Stuien  zum  Garten
hinunter  und  wandelte  hier  langsam  auf  und
ab.  Gedankenverloren  ließ  er  die  Jahre,  wo
Gundula  in  seinem  Hause  lebte,  an  seinem
Geiste  vorüberziehen.  Es  war  eine  wolkenlos
glückliche  Zeit  gewesen.  Mit  dem  Kinde  war
Inhalt  in  sein  Leben  gekommen,  es  ging  nicht
mehr  zwecklos  dahin,  die  Leiden  und  Freuden
der  Ingend  nahmen  ihn  mit  in  Anspruch.

Aber  gerade  heute  war  wieder  so  ein  ,
dei-iuahiiiliiiiililiiiiieii’"’»eiid»p.iiiliinihrem
aleichmäßigen  Zusammenleben  bedeutete.

Ungeduldig  wartete  Düren  auf  das  Erscheinen
  seiner  #uchur.  Er  hatte  ihr  eine  wichtige
Mitteilung  zu  machen.  Kam  sie  denn  nicht?
Sie  war  doch  nicht  etwa,  ohne  Adieu  zu  sagen,
ausgegangen?

Doch  da  tauchte  schon  ihr  welßes  Kleid

 

 
    

l1nt  demölendeid  llaren
2e#  1  aienden  Augen  und  der
o.  delonden  Hagres?

Was  iar  alls  den  VUoorseht  oren
bleich'uchtinen  Midchen  91

 

wunderiame  Sde
Teint,  den  i

    
 
 
 
  

kleinen
en!  Liebevolle
öblrpers

 

 

Pflege  der  Soce  und  Baite  ein
Wunder  voller  (Ann  e  h  zu  einer

Schönneit  erien  Nang  :

IIiirniseiiiolinlpiH  iiiilii  herrlicher
Wuchs  und  ihr  be  zaube  in  des  Amun  sesselie  ihr
reizendes,  latmrilder  esen,  der  holdielige
Ausdruck  in  ihren  och  fan  noch  lindlichen
Zügen.

So  wie  ihr  Obeim  es  propde  zeit,  war
alles  eingetrosien.  Alle  Herzen  flogen  Gundula
  enigesen.  wohin  sie  kam,  weckte  und  empfing
  sie  Lieve

Der  Meichum  ihrer  Ohrims  wob  eine
Glorie  um  ihr  blonder  Kopichen,  deren  Snahlen
schon  jenzt  —  im  letzten  Wi  inter  war  sie  erst  in
die  Geselischait  ngefuhn  worden  —  viele  Bewerber
  anlockte

Doch  Gund  9  lindlich  harmloses  Wesen
hatte  es  den  jungen  Lemen  ichwergemacht,  sich
ihr  zu  nähern:  sie  erlannten.  daß  sie  dem
schönen  Madchen  unsagbar  aleichgu.g#  waren
und  Zogen  iim  en.,  uicht  zuruch.

Nur  einer  hatte  an  Ausdauer  die  anderen

weit  übertroffen  und  sich  durch  Gundulaos  Gleichgültigteit
  nicht  abschrecken  laisen,  ein  Italiener,
welcher  sich  Conte  Giovanni  Bethoni  nannte.

————