Full text : Königlich-Baierisches Regierungsblatt. 1808. (3)

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durch  eines  Theils  diese  Gelegenheit  haben,
ihre  schon  mit  dem  Wesentlichen  der  Kunst
binlänglich  bekannte  Schüler  unter  ihren
Augen,  eder  nach  ihren  Zeichnungen  grössere
Werke  ausführen  zu  lassen;  andern  Theils
die  öffentlichen  Gebäude  sich  gegen  geringe
Kosten  mit  guten,  und  nach  löblichen  Mustern
  ausgefährten  Darstellungen  schmücken
könnten.
XIX  Preise.

Alle  Jahre  sollen  die  Zöglinge  der  er-Kten
  und  zweiten  Klasse  um  einen  Preis  konkurriren.
  Die  Aufgabe  hat  in  einem  Akte
nach  der  Natur,  und  einer  Zeichnung  nach
einer  Staiue  zu  bestehen.  Der  tandschaft-Mahbler
  liefert  ein  Studium  nach  der  Namr.
  Der  Bildhauer  eine  Zeichnung  oder
ein  Modell  nach  einem  Kunstwerke.  Der  Architekt
  die  Kopie  eines  Ornaments.  Als  Prmium
  soll  irgend  ein  unzliches  Kunstbuch  die
Stelle  der  ebemals  üblichen  Medaillen  vertreten.


Der  Preis,  Errheilung  soll  jedesmal  eine
öfentliche  Aussiellung  vorangeben,  zu  welcher
  alle  Künstler  ihre  Werke  zu  senden,  eingeladen
  werden.

Alle  drei  Jabre  soll  eine  grosse  und  all:
gemeine  Preis-Bewerbung  statt  sinden,  zu  welcher
  auswärtige,  wie  einheimische  Künstler
mit  den  Zöglingen  der  dritten  Klasse  konkurriren.


Der  Mabler  har  den  aufgegebenen  Gegenstand,
  der  ans  der  Geschichte  oder  Motholo-=gie
  zu  nehmen  ist,  in  einer  reinlich  ausgeführten
  Zeichnung  zu  bebandeln,  der  Bild=—



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bauer  aber  ein  Modell  in  Erde  zu  verfertigen;
der  tandschaft-Mahler  liefert  eine  selbsterfundene
  kandschaft  gemahlr.

Der  Preis  bei  dieser  Konkurrenz  soll  für
den  einheimischen  Künstler  in  dem  Auftrage  bei
steben,  ein  Gemählde,  eine  Starue  oder  Buste
  auszuführen,  wozu  er  ein  Arbeitszimmer,
die  Modelle  und  Materialien  frei  erhält.  Die
auf  diese  Art  unrer  den  Augen  der  tehrer
entstandenen  Werke  sollen  sedann  um  einen
billigen  Preis  zur  Auszierung  öffentlicher  Gebiude
  gekauft  werden,  nach  welcher  Rücksicht
auch,  so  weit  es  thunlich  ist,  die  Wahl  der
Gegenstände  getroffen  werden  kann.

Für  den  auswärtigen  Künstler  soll  der
böchste  Preis  von  50  Dukaten  im  Werthe,
oder  nach  seinem  Gefallen  in  eben  soviel  an
Gelde  bestehen;  jedoch  bleibt  der  Akademie
überlassen,  den  Preis  nach  Befund  der  Umstände
  ganz,  oder  auch  nur  zum  Theil  zuzuerkennen,
  oder  denselben  zwischen  mehreren
zu  tbeilen.

Der  Gegenstand  der  Preis-Anfgabe  soll  durch
ein  eigenes  Programm  der  Akademie  jedesmal
nach  der  Kunstaue  stellung  des  zweiten  Jahres
bekannt  gemacht  werden;  der  Termin  soll  bis
Ende  Juli  des  folgenden  Jahres  geben;  im
August  bierauf  eine  öffentliche  Ausstellung
sämtlicher  Konburrenzstücke  in  einem  Saale
der  Akademie  statt  sinden.  Am  Ende  derselben
  werden  die  Preise  durch  einen  Beschluß
der  Akademie  zuerkannt,  und  die  Preis-Vertbeilung
  durch  ein  eigenes  Programm  bekannt
gemacht,  welches  die  motivirten  Urtheile