Englische Sorgen
Die schwierige Lage der britischen Getreideversorgung
ergab sich aus den knappen Beständen in dem Hauptbezugslande,
den Vereinigten Staaten. Das Ackerbaudepartement
schätzte am 1. März 1917 die noch in den
Händen der Farmer befindlichen Bestände an Weizen
auf nur 101 Millionen Bushels (= ca. 2½ Millionen Tonnen)
gegen 241 Millionen Bushels um die gleiche Zeit des Vorjahres.
Die Ernteaussichten auch für das Jahr 1917
waren schlecht.
Alle diese Ziffern erhielten ihren Hintergrund durch
Äußerungen der britischen Staatsmänner und der britischen
Zeitungen sowie durch Informationen der verschiedensten
Art über den Stand der Dinge in England. Lloyd George
hatte zu Anfang des Krieges als Schatzkanzler das
geflügelte Wort von den „silbernen Kugeln‘' gesprochen,
mit denen England siegen werde; er hatte dann als Munitionsminister
alle Hoffnungen auf die Massenherstellung
von Kriegsmaterial und Munition gesetzt; als er jetzt
am 12. April 1917 eine Begrüßungsansprache an den
neuen amerikanischen Bundesgenossen hielt, da lautete
sein Hilferuf: ,‚Schiffe, Schiffe und noch einmal Schiffe!“
Schon im Februar 1917 hatte Lloyd George im Unterhaus
bekannt, die britischen Getreidebestände seien
„geringer als jemals seit Menschengedenken‘“. Im April
erklärte der Unterstaatssekretär des britischen Kriegsernährungsamts,
Captain Bathurst, der Verbrauch an
Brotstoffen gehe um 50 vom Hundert über die noch
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