Aus den Weissenburger Quellen. 269
nicht geweihten Bischofs Heinrich von Speier berichtet!) und damit
scheinbar den für seine Arbeit massgebenden Gesichtspunkt der Rechte
und Einkünfte des Klosters ausser Auge gelassen. Aber jeder Altar
und jede Kirche war für das Kloster eine Quelle neuer Einkünfte
und Rechtstitel.
So trocken der grössere Teil des C. E. ist”), so ist er doch eine
wertvolle und zuverlässige Quelle für die deutsche?) und auch für
die württembergische Geschichte*).
Hatte man schon zur Zeit Edelins die Lehen des Klosters teilweise
in das Güterverzeichnis aufgenommen, hatte ein zweiter Schreiber
noch im letzten Jahrzehnt des 13. Juhrhunderts die Belehnung des
Markgrafen Hermann von Baden durch Abt Edelin 1291 in den
C. E. eingetragen), so zeigte sich im Kloster Weissenburg wie an
den Fürstenhöfen in der Folgezeit die unabweisbare Notwendigkeit,
ein eigentliches Lehenbuch anzulegen. Dem im 15. Jahrhundert begonnenen
Lehenbuch verdanken wir noch zwei Aufzeichnungen über
Weissenburger Lehen der Markgrafen von Baden im heutigen Württemberg‘)
aus dem 14. Jahrhundert, die unter den Urkunden über
Lehensverleihungen im Liber feudorum eine Stelle fanden’).
Die bisher genannten drei Handschriften, das Traditionenbuch?),
der C. E. und das Lehenbuch befanden sich noch im vorigen Jahrhundert
in der Bibliothek des Stiftes Weissenburg”) samt einem 1491 angelegten
Privilegienbuch und einer weiteren jelzt verlorenen Handschrift,
welche nach Zeuss scharfsinniger Vermutung Urkunden und
zwar wohl als Fortsetzung des Traditionenbuchs die von dem Ende der
ist der 1066 von den Wenden vertriebene Bischof von Aldenburg (Lübeck), der
auch Febr. 1072 die Kreuzkapelle in Weissenburg weihte. MG. 13, 47.
1) P.302. — ?) Die späteren Anhänge berühren uns hier nicht, sie beweisen
aber, dass der ('. E. im Kloster gekannt und benützt wurde. — °) Vgl.
die Angaben über die verwüsteten und verödeten Felder. P. 191, 192, 193, 194,
196, 198 n. 10, 11. P. 254—259 n. 27, 32. — *) P. 280 n. 34, P. 306 n. 35
wichtig für die Geschichte der Grafen und Grafschaften in Schwaben. Beszelinus
exaotor 1068, P. 297 wichtig für die Geschichte der Zähringer, Hugo
exacior 1151, P. 309 für die Geschichte der Pfalzgrafen von Tübingen, welche
Asperg vom Kloster Weissenburg zu Lehen trugen. Vgl. n. 39. Jener ist der
spätere Herzog Berchtolt I. von Kärnthen, dieser der um 1152 verstorbene
Pfalsgraf Hugo von Tübingen, der Neffe Heinrichs von Tübingen, dessen
Gattin Adelheid von Ensberg aus dem Hause der Grafen des Speiergaus und
Wormsgaus die Tübinger wohl die Weissenburger Lehen verdanken. — °) P. 328 ;
0.37. — °?) P. IX n 38. X n.39. — 7) Eine genauere Charakteristik des
Lehenbuchs ist erst nach dessen Veröffentlichung möglich. — °) S. 265. —
®) Vol. Z. VII.