Full text : Archiv für öffentliches Recht.Fünfter Band. (5)

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besitzers  für  den  dem  Grundeigenthümer  durch  den  Bergwerksbetrieb  erwachsenen
  Schaden  oder  den  $  1  des  Reichshaftpflichtgesetzes  vom  7.  Juni  1871
über  die  Haftung  der  Eisenbahnen  bei  Betriebsunfällen  sich  vergegenwärtigt.

Eine  Salarienkassenverwaltung,  gegen  welche  nach  S.  466  die
Klage  auf  Erstattung  der  vom  Gericht  angeblich  zu  Unrecht  eingezogenen
Stempel  zu  richten  wäre,  gibt  es  in  Preussen  nicht  mehr;  die  Vertretung
des  Fiskus  in  solchen  Rechtsstreitigkeiten  ist  gegenwärtig  durch  das  Gesetz
vom  14.  März  1885  (G.-S.  S.  65)  und  die  J.-M.-V.  vom  23.  März  1885  (J.-M.-Bl.
  S.  119)  geregelt  und  den  Staatsanwaltschaften  bei  den  Oberlandesgerichten
  übertragen.

Zu  bedauern  ist  endlich,  dass  der  Verfasser  in  der  Darstellung  des
Kompetenzkonfliktsverfahrens  ($  148  S.  490  ff.)  die  höchst  bestrittene,  m.  E.
zu  verneinende  Frage,  ob  der  Kompetenzkonflikt  auch  erhoben  werden  kann,
wenn  eine  Sache  bei  dem  Reichsgericht  anhängig,  garnicht  berührt  hat.

Bochum,  31.  Januar  1890.  Neukamp.

Starzynski  St.  Ritter  v.  Pr.  Dr,  Das  Reichsgericht  und  die  Virilstimmen.
  Lemberg  1890.  (79  S.)

Die  angezeigte  Schrift  enthält  eine  Kritik  des  Erkenntnisses  des  Österreich.
  Reichsgerichts  vom  26.  Oktober  1885  Z.  260  (Hyr’s  Sammlung  VII
Nr.  367),  in  welchem  das  Recht  der  Virilstimme  für  das  Reichsrathswahlrecht,
d.  ı.  das  Recht  in  der  Wählerklasse  der  Landgemeinden  an  der  Abgeordnetenwahl
  als  Wahlmann  theilzunehmen,  auf  die  Besitzer  solcher  von  einem  ehemals
  herrschaftlichen  Gutsgebiete  abgetrennten  landtäflichen  Grundstücke,  die
selbst  wieder  ein  Gutsgebiet  bilden,  beschränkt  wird.  Hat  seither  für  das
Landtagswahlrecht  das  galizische  Landesgesetz  vom  26.  Juni  1887  L.-G.-B.  46
den  Kreis  der  Virilstimmberechtigten  durch  die  Voraussetzung  einer  bestimmten
  landesfürstlichen  Realsteuerleistung  enger  gezogen  und  hiedurch
jenen  absurden  Möglichkeiten  vorzubeugen  gesucht,  auf  welche  die  Motive
des  reichsgerichtlichen  Erkenntnisses  hinweisen,  so  ist  doch  die  Frage  für  das
Reichsrathswahlrecht  aktuell  geblieben,  da  sich  für  dasselbe  die  zur  Zeit  der
Erlassung  der  Reichsrathswahlordnung  in  Kraft  stehenden  Bestimmungen  über
das  Landtagswahlrecht  mit  Ausschluss  jeder  späteren  landesgesetzlichen
Aenderung  derselben  massgebend  erweisen.

Der  Verfasser  gelangt  nach  einer  namentlich  auch  das  historische  Element
  umständlich  berücksichtigenden  Interpretation  der  galizischen  Landtagswahlordnung
  sowie  des  galizischen  Landesgesctzes  vom  12.  August  1866
L.-G.-B.  20  über  die  Gutsgebiete  zu  dem  Schlusse,  „Gutsgebiet“  im  Sinne
des  $  11  der  Reichsrathswahlordnung  sei  jedes  landtäfliche,  ausserhalb  des  Gemeindeverbandes
  stehende  Objekt,  ohne  Rücksicht  auf  die  verwaltungsrechtliche
  Selbständigkeit  oder  Nichtselbständigkeit  desselben.  Es  soll  daher  auch
jenes  landtäfliche  Objekt  zur  Gewährung  der  Virilstimmberechtigung  geeignet